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Tschüss Musikbranche, hallo Hollywood!

Nach ihrem Triumph bei den Golden Globes stehen Lady Gaga in der Filmindustrie alle Türen offen. Sie wechselte bereits den Agenten und soll schon lukrative Rollenangebote auf dem Tisch haben.

Von Andreas Renner, Los Angeles

Lady Gaga

Sängerin Lady Gaga gewann einen Golden Globe für ihre Rolle in der Serie "American Horror Story: Hotel"

Für viele war es eine Überraschung, dass Lady Gaga am Sonntag einen Golden Globe gewann für ihre Rolle in der TV-Miniserie "American Horror Story: Hotel". Viele Kritiker hingegen nickten die Entscheidung der Jury ab und bescheinigen der Musikerin durchaus Talent als Schauspielerin. In Hollywood reagierte man jedenfalls ziemlich rasant auf den Erfolg der exzentrischen Entertainerin: Sie wird künftig von der weltweit größten Künstleragentur "Creative Artists Agency" (CAA) vertreten. Zu deren Klientel gehört so ziemlich alles, was Rang und Namen hat in Hollywood: George Clooney, Arnold Schwarzenegger, Robert Downey Jr., Cameron Diaz, Tom Hanks, Steven Spielberg und hunderte anderer preisgekrönter Schauspieler und Filmemacher. Der Wechsel von ihrer bisherigen Agentur WME zu CAA wird in Hollywood als klares Signal dafür gewertet, dass Lady Gaga künftig ihre schauspielerischen Ambitionen verstärkt vorantreiben will.

"Ich wollte schon immer Schauspielerin werden, aber mit der Musik hat es einfach früher geklappt“, sagte Gaga während ihrer Dankesrede bei den Golden Globes recht vieldeutig. Noch in der gleichen Nacht soll sie das Angebot bekommen haben zu CAA zu wechseln mit dem Versprechen, dass man ihr rasch attraktive Rollen in großen Hollywood-Produktionen besorgen werde. Angeblich in Filmen von Quentin Tarantino und David Lynch. "Die Agenten bombardierten sie regelrecht bei den After-Show-Partys", sagt ein Insider, "und Gaga war schwer angetan".

Als Stefani Germanotta will sie Hollywood erobern

Die Musikerin - die in ihrer Karriere bislang 27 Millionen Alben verkaufte und sechs Grammys gewann - hatte bislang nur kleinere Auftritte in TV- und Filmproduktionen. Etwa als "Mädchen am Swimming Pool" in der Serie "Sopranos", als "Alien auf einem TV-Monitor" in "Men in Black 3" und als "La Camaleon" in "Machete Kills". In "American Horror Story: Hotel" ergatterte die New Yorkerin ihre erste TV-Hauptrolle als "The Countess". Nun will Stefani Germanotta, wie sie bürgerlich heißt, auch Hollywood erobern.

Einer der Gründe für den Karrierewechsel von der Musik hin zur Schauspielerei liegt für Lady Gaga im Wunsch nach kreativer Selbstverwirklichung. Kein neues Phänomen unter Sängerinnen, die auf musikalischer Ebene fast alles erreicht haben. Auch Madonna, Beyoncé oder Britney Spears gingen bereits diesen Weg - meist weniger erfolgreich. Das Beispiel Madonna sollte Gaga als Warnung dienen, denn auch die hatte mit ihrer Rolle als "Evita" 1997 einen Golden Globe gewonnen und träumte anschließend von der großen Hollywood-Karriere. Stattdessen folgte ein Rohrkrepierer nach dem anderen mit peinlichen Auftritten in Filmen wie "Swept Away".

Ein anderer Grund für den Wechsel ins Schauspielfach ist sehr persönlicher Art: Lady Gaga leidet seit Jahren unter Depressionen und Angstzuständen und ist in ärztlicher Behandlung. In einem Interview erklärt sie jüngst: "Ich bin nun Schauspielerin und das hilft mir sehr. Ich habe sogar meine Medikamente absetzen können". Therapeutin Patricia Freebery, die bereits mit vielen Hollywood-Stars in der Entzugsklinik "Cliffside" arbeitete, warnt vor zu hohen Erwartungen: "Der Druck, funktionieren zu müssen, ist in Hollywood extrem groß. Die Schauspielerei als eine Art Therapie zu betrachten, kann gefährlich werden. Man muss auch ohne den Job stabil sein können." 

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