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The Hochzeitsfieber is in the House

Als hätte es einen Startschuss gegeben, hat sich London am Dienstag auf die Zielgerade zur Hochzeit gebracht. Ein Besuch bei den Campern vor Westminster Abbey.

Von Sophie Albers, London

Ob Lee Price es wirklich bis Freitag aushalten wird? Der 22-jährige Student aus Milton Keynes wirkt etwas schockiert angesichts der ausgehungerten Journalisten, die sich auf ihn stürzen. Schließlich gehört er zu den ersten, die sich mittels Durchhaltevermögen vor Westminster Abbey einen guten Blick auf das Brautpaar sichern wollen. Und bisher war hier außer ein paar Absperrgittern und Souvenirs im Shop rein gar nichts Hochzeitliches zu finden. Aber nun sind sie da, die ersten "Paraderoutenlagerer".

Nein, geplant habe er das eigentlich nicht, sagt Price und holt einen Union-Jack aus seinem roten Zelt, das er heute Morgen erst gekauft haben will. Außerdem dabei hat er seinen Computer und ein paar Klamotten zum Wechseln. Was zu essen? "Nein, aber um die Ecke ist ein Supermarkt." Nun aber zur entscheidenden Frage: Warum? Lee Price, der auch ein T-Shirt mit dem Konterfei von Will & Kate trägt, zuckt mit den Schultern: "Weil es sonst niemand gemacht hat? Ich würde mich nicht Royalist nennen, aber ich finde die Trauung inspirierend. Alle sind so negativ, reden nur noch von schlimmen Dingen, die passieren. Also warum nicht feiern?!"

"Diana wäre stolz"

Weniger nachdenklich wirkt John Loughrey, der hier als Erster seinen Platz besetzt hat: Seit Montagnachmittag um fünf sitzt der 56-jährige ehemalige Koch und Lady-Diana-Fan auf dem Bürgersteig gegenüber dem Abbey und schwenkt Fähnchen. Er trägt das gleiche Kate&Will-T-Shirt wie Price, nur hat er mit Filzstift noch "Diana would be proud" (Diana wäre stolz) draufgeschrieben. Loughrey ist das, was man in Großbritannien höflich exzentrisch nennt. So wie auch andere ältere Männer, die nun auftauchen - in seltsamen Anzügen, die mit königlichen Fotos beklebt sind. Etwas weiter hinten steht eine schwarze Frau und hält einen augenscheinlich eilig hingeschriebenen Zettel in die Kameras. Darauf steht: Keine Rechte für Schwarze - keine Hochzeit.

Am Dienstag scheint London eine andere Stadt zu sein. Die Feiertagsträgheit vom Ostermontag war sprichwörtlich gestern! An der Paraderoute vom Buckingham Palace zum Westminster Abbey hängen nun riesige Union-Jack-Flaggen. Noch mehr Absperrgitter werden aufgebaut. Im Hyde Park werden Dixie-Klos aufgestellt. Permanent hängt Autosirenengeheul in der Luft. Und es wird voll. Wenn es jeden der knapp drei Tage bis zur Hochzeit so weitergeht, herrscht Freitag Ausnahmezustand.

Von Experimenten und Gratis-Betten

Lee Price versucht gerade, den Union-Jack mit Kate&Will-Aufdruck vor sich zu halten, doch der Wind bläst ihm die Fahne immer wieder ins Gesicht. Er wickelt sie sich schließlich um den Bauch. Ein dicker Pulk von Kameraleuten steht mittlerweile um ihn herum, und er wird immer stiller. Was machst du sonst? "Ich studiere Medienwissenschaften." Vielleicht ist das hier ein Experiment? "Könnte es werden", sagt der Junge mit der Brille. Was die Journalisten zumindest in diesem Augenblick noch nicht wissen ist, dass Price selbst wohl darüber schreiben wird, was er hier erlebt. Erst im vergangenen Jahr hat er einen Kolumnenwettbewerb der britischen "Sun" gewonnen.

Und auch bei John Loughrey geht es mittlerweile ums Verkaufen: Eine Frau hat ihm ein aufblasbares Bett hingelegt. Sogar in Union-Jack-Farben. "Plötzlich war es da, ich fasse es nicht. Das ist doch toll", freut sich Loughrey, der in einem alten Schlafsack inmitten von Souvenirs sitzt. Die Frau, die es ihm geschenkt hat, hält sich im Hintergrund. Sie arbeitet für eine Firma namens Readybed. 20 Matratzen wollen sie vor dem Westminster Abbey und dem Buckingham Palace an besonders hartnäckig Wartende verteilen. Das nennt man wohl eine gelungene PR-Idee.

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