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15. November 2007, 11:03 Uhr

Unfreiwillig sexy

Matt Damon ist der "Sexiest Man Alive". Das amerikanische Magazin "People" kürte den Schauspieler, der einst als Milchgesicht verschrien war, zum heißesten Typen des Planeten. Doch Matt Damon wollte den Titel zunächst gar nicht annehmen. Von Frank Siering, L.A.

Matt Damon, der frischgekürte "Sexiest Man Alive"© Gus Ruelas/AP

Alle Jahre wieder ernennt People Magazine einen Hollywood-Star zum "Sexiest Man Alive". Ein hochtrabender Titel, dessen Auswahl-Kriterien Redaktionsmitglieder bei People wie auch einige Alt-Sexler wie Brad Pitt oder George Clooney bis heute noch nicht so recht verstanden haben. "Aber besser als schlechtester Mundgeruch in Hollywood", witzelte Clooney einst über das alljährlich viel zitierte People-Titelblatt.

Nun schmunzelt Matt Damon vom Cover. Matt Damon? Matt "Jason Bourne" Damon? Ja, genau der. Jener Moviestar, der immer so freundlich lächelt, an einen perfekten Schwiegersohn erinnert und von seinen Kumpels in Boston bis heute "Milchgesicht" genannt wird, weil er auch mit seinen 37 Jahren noch so aussieht wie einst in der High School.

Okay, die Pickel sind weg, aber der Haarschnitt erinnert noch an die Teenager-Tage, an denen er mit Kumpel Ben Affleck den Boston Redsox im Stadion zujubelte und Popcorn naschte. Nun aber ist Ben endlich in den erlesenen Kreis anerkannter amerikanischer Sexsymbole aufgestiegen. Clooney, Pitt, Dempsey, McConaughey. Hot, hotter, hottest! Damon sagt People höflich ab Die Sache hat nur einen Haken und wäre deshalb fast auch in die Hose gegangen für die People-Macher. Als der liebe Matt, der in den USA mittlerweile tatsächlich zu einem der "most bankable Superstars" zählt, einen Brief aus der Redaktion mit dem Glückwunsch zum Titel bekam, da musste er sich erst einmal setzen. "Das hat mich echt umgehauen. Meine erste Reaktion? Das muss ein Fehler sein", so Damon, der seit zwei Jahren glücklich verheiratet ist und mittlerweile auch schon zweifacher Vater ist. Und so setzte sich der Sohn eines Steuerberaters an seinen Schreibtisch und schrieb einen Brief an People. Darin bedankte sich der Oscar-Gewinner herzlich für die Weihen und lehnte gleichzeitig dankend ab. Eine Sprecherin aus der Redaktion: "Es war ein wirklich herzlicher Brief. Und so etwas ist uns auch zuvor noch nie passiert." Wer lehnt schon den Titel "Sexiest Man Alive" ab. Einer wie P.Diddy würde sich das Titelblatt in einem goldenen Rahmen im Wohnzimmer aufhängen. Oder zumindest, wie John Stamos, die Lorbeeren nutzen, um bei Frauen noch besser anzukommen.

Nicht so Matt Damon. Der musste durch einen persönlichen Besuch der Chefredaktion davon überzeugt werden, dass es okay ist, sexy zu sein. Und so ließ sich Damon dann doch noch breitschlagen. "Okay, dann mache ich eben mit", soll er gesagt haben, der Matt. "Sie haben einem alternden Vorstadt-Daddy den wohl größten Ego-Schub verpasst, den er sich vorstellen kann", schrieb er in einem zweiten Schreiben an People.

Clooney und Pitt auf die Plätze verwiesen

Und seinen Freunden Pitt und Clooney, die ihn in den vergangenen Jahren immer wieder aufgezogen hatten, weil "Milchgesicht" Matt niemals den Sprung aufs Sex-Podest geschafft hatte, gab er dann auch noch gleich eine kleine Breitseite mit. Jetzt, da er sich schon eingelassen hatte auf das kleine Hollywood-Spielchen mit dem Ego. "Ich bin froh, dass ich Pitt als meinen Kampagnen-Manger gefeuert und durch George Clooney ersetzt habe", so Damon. "Offensichtlich hat mir das zum Schluss den kleinen nötigen Vorsprung gegeben, den ich noch brauchte, um die Konkurrenz auf die Plätze zu verweisen", fährt Papa Damon fort. Der Superstar, der eigentlich kein Sexsymbol sein will.

Von Frank Siering, L.A.
 
 
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