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Matthias Schweighöfer dreht erste deutsche Amazon-Serie

Amazon dreht als erster Streaming-Dienst eine deutsche Serie - von und mit Matthias Schweighöfer. Mit exklusiven Serien wie dieser machen die Streaminganbieter den Fernsehsendern Konkurrenz. 

Matthias Schweighöfer wird für Amazon Prime eine Serie drehen

Matthias Schweighöfer und Amazon-Video-Deutschland-Chef Christoph Schneider stellen die geplante Serie "Wanted" gemeinsam vor

Amazon betritt jetzt Neuland in Deutschland mit einer ersten Serie, die hierzulande exklusiv für den Video-Dienst des Online-Händlers produziert wird - und auch im Ausland laufen soll. Ab 2017 soll die Serie "Wanted" in sechs einstündigen Folgen zu sehen sein. Schweighöfer ist der kreative Kopf als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller. Das Projekt "würde mit einem Fernsehsender einfach nicht funktionieren", sagt der 34-Jährige nach der Ankündigung in Berlin. "Weil es auch ein sehr harter Stoff ist.'" Das dürfe nicht von einem Redakteur redaktionell beschnitten werden. Schweighöfer spielt in "Wanted" einen Mann, dessen Existenz nach einem Hacker-Angriff aus den Fugen gerät. Schweighöfer verspricht, "es wird definitiv mehr US-Thriller als Tatort". Eine weitere Staffel sei durchaus möglich. 

Amazon kommt Netflix zuvor

Mit der ersten Serie aus deutscher Produktion überholte Amazon den Konkurrenten Netflix, der schon seit dem Deutschland-Start im Herbst 2014 von ähnlichen Plänen spricht. "Wir sehen uns nach einer Sendung um, haben aber noch nicht das Richtige gefunden", sagte Netflix-Chef Reed Hastings noch im Januar. Ob Krimi oder Komödie - Netflix sei für alle Genres offen. Das Vorpreschen von Amazon dürfte diese Spanne jetzt eingeengt haben.

Anfangs bedienten sich die Streaming-Dienste aus dem großen Pool der Inhalte von TV-Sendern und wirkten entsprechend austauschbar. Inzwischen aber setzen Netflix und Amazon massiv auf exklusive Inhalte, die nur bei ihnen zu sehen sind. So wollen sie sich von einander abheben und die Abo-Gebühr rechtfertigen.

Strategiewandel zahlt sich aus

Zuletzt zählten die beiden Streaming-Anbieter zu den aktivsten Käufern beim Sundance-Festival, auf dem neue Produktionen gehandelt werden. Die TV-Sender müssen sich zum Teil schon zusammenschließen, um mithalten zu können. Auch in Auszeichnungen schlägt sich diese Offensive nieder: Amazons "Transparent" – die Geschichte eines Familienvaters, der sich als transsexuell outet - gewann als erste Produktion eines Streaming-Anbieters einen Golden Globe für die beste Serie.

Streaming-Anbieter haben entscheidenden Vorteil

Das Streaming bietet eine im TV-Geschäft bisher einmalige Möglichkeit, den Erfolg einer Sendung zu messen. Während sich Sender auf Quoten, Zielgruppen-Forschung und Umfragen verlassen müssen, haben Netflix und Amazon den direkten Einblick ins Nutzer-Verhalten - anonym, wie stets betont wird. "Wir wissen, wie oft welche Folge angesehen wurde, wann man wegschaltet, an welchem Punkt die Leute eine Serie aufgeben oder sich nicht mehr von ihr lösen können", sagt Netflix-Produktchef Neil Hunt. Die Daten-Analyse werde neben dem unverzichtbaren Bauchgefühl auch bei Produktions-Entscheidungen berücksichtigt. "Wir sehen sofort, ob etwas erfolgreich ist", sagt auch der Deutschland-Chef von Amazon Video, Christoph Schneider.

js/DPA
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