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9. August 2006, 16:32 Uhr

Royale Schmutzschlacht, die Zweite

Den ersten spektakulären Showdown lieferten sich die Anwälte Fiona Shackleton und Anthony Julius bei der Scheidung von Diana und Charles. Nun kommt es zur Neuauflage bei Heather und Paul: wieder geht es um Ansehen, Sorgerecht und viele Millionen Pfund.

Es geht in die erste Runde: Sowohl Paul McCartney, als auch Heather Mills haben sich mit den teuersten Anwälten Großbritanniens bewaffnet© Steve Marcus/Reuters; Katy Winn/Getty Images

Es sind vertauschte Rollen, wie damals: Frau verteidigt Mann, Mann verteidigt Frau. Auch ein Grund dafür, warum sich die Londoner Starjuristen Fiona Shackleton und Anthony Julius (beide 50) jetzt wieder an die Zeit vor zehn Jahren erinnern. Bei der bislang spektakulärsten Scheidung in einer Königsfamilie war sie 1996 die Anwältin von Prinz Charles, er von Prinzessin Diana. Jetzt kommt es zu einer kaum weniger interessanten Neuauflage: Sie vertritt den ehemaligen Beatle Paul McCartney, er dessen Noch-Ehefrau Heather Mills.

Damit hat die Trennung im Hause McCartney alle Zutaten, um - nach heutigem Stand - zur Promi-Scheidung des Jahres zu werden. Nicht nur wegen der Staranwälte, sondern auch weil sich das Paar, das vor drei Monaten noch eine "Trennung in Freundschaft" angekündigt hatte, inzwischen einen "Scheidungskrieg" ("Evening Standard") liefert. Die "Times" erwartet sogar eine neue "battle royal" ("königliche Schlacht"), eine der teuersten Scheidungen seit dem Ende der Ehe von Diana und Charles.

Die Erste Runde ging an Dianas Anwalt

Dazu gibt es einigen Grund: Auf dem Spiel steht neben dem Sorgerecht um die gemeinsame Tochter Beatrice (2) ein Vermögen von mehr als 1,1 Milliarden Euro, das McCartney in seiner Zeit als Beatle und in den Jahrzehnten danach angehäuft hat. Die beiden Anwälte gehören mit einem Stundensatz von 500 Pfund (rund 743 Euro) zu den teuersten Juristen, die es in Großbritannien gibt. Das erste Aufeinandertreffen konnte Julius für sich entscheiden: Er holte für Prinzessin Diana nach 15 Jahren Ehe rund 25 Millionen Euro heraus.

Die Neuauflage sorgt jetzt dafür, dass die beiden gescheiterten Ehen miteinander verglichen werden. In der Tat gibt es zwischen Diana und Charles sowie Heather Mills (38) und Paul McCartney (64) einige Gemeinsamkeiten: Die Gattin war bis zur Hochzeit ziemlich unbekannt. Das große Geld war zu diesem Zeitpunkt bereits im Haus. Der Altersunterschied war damals beträchtlich, ist es heute auch. Und egal, wie es bei der Scheidung kommt: Beide dürften ausgesorgt haben.

Diesmal liegen die Sympathien beim Gatten

Allerdings gibt es auch Unterschiede. Am auffälligsten ist wohl, dass die Sympathien anders verteilt sind als damals. Vor zehn Jahren war Diana die Gute und Prinz Charles der Böse, der sie mit seiner Jugendliebe Camilla Parker Bowles betrog. Demgegenüber ist Sir Paul bis heute der große Star geblieben, auch wenn er geizig und schrullig geworden sein soll. Die Noch-Lady McCartney wird vom britischen Boulevard dagegen mit Vorliebe "Lady Mucca" ("Lady Schmutz") genannt.

Die Gründe dafür liegen in einigen Nacktfotos aus den 80er Jahren, die nach der Trennung plötzlich auf den Markt kamen, und ihrem vermeintlichen Drang nach möglichst viel Geld. Angeblich hat McCartney bereits das gemeinsame Konto sperren lassen, weil sie innerhalb eines Monats eine Million Pfund (knapp 1,5 Millionen Euro) abgehoben haben soll. Zudem ließ er im Haus im Londoner Nobelviertel St. John’s Wood die Schlösser auswechseln, so dass Heather Mills zu Beginn der Woche peinlicherweise vor verschlossenen Türen stand.

Auch die Entscheidung für Dianas Anwalt wird nun als Indiz dafür herangezogen, dass das einstige Model die eigene Bedeutung möglicherweise überschätzt. Andererseits kann Mills Zuversicht aus einem Scheidungsurteil ziehen, mit dem die Ex-Frau eines Londoner Versicherungsmanagers kürzlich mehr als 70 Millionen Euro zugesprochen bekam, fast ein Drittel des Vermögens. Auf Prognosen, wie viel Geld Heather Mills zum Ende von vier Jahren Ehe bekommen wird, lässt sich im Moment jedenfalls keiner gerne ein.

Christoph Sator/DPA
 
 
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