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Weihnachten bei den Politik-Promis

In einem Punkt sind sich Spitzenpolitiker aller Couleurs einig: Weihnachten gehört der Familie. Unterschiedlich ist aber, was auf den Tisch kommt: von sauren Zipfeln bis gebratener Gans.

Wie die meisten Deutschen sehnen sich auch die Bundesminister und die Vorsitzenden der großen Parteien nach einem festlich geschmückten Christbaum, besinnlichen Stunden und einem Festschmaus im trauten Heim.

Schröder sucht Ruhe

Nach einer knapp gewonnen Bundestagswahl und manchem Streit in der eigenen Partei gibt sich Bundeskanzler Gerhard Schröder bescheiden. "Ich wünsche mir Ruhe und ein wirklich friedliches Weihnachtsfest zu dritt oder zu viert." Gemeinsam mit Ehefrau Doris, deren Tochter Klara und vielleicht seiner Schwiegermutter will der Kanzler die ruhige Zeit genießen, bevor er am 28. Dezember nach China aufbricht. Dort wird er mit anderen Politikern die Jungfernfahrt des Transrapid begleiten.

Rau bleibt in Berlin

Bundespräsident Johannes Rau bleibt den Berlinern voraussichtlich während der Feiertage erhalten. Statt eines fulminanten Feuerwerkes über dem Brandenburger Tor bevorzugt er am Jahreswechsel jedoch die Abgeschiedenheit der Nordseeinsel Spiekeroog.

Familienministerin steht auf Gans

Ihrem Titel alle Ehre macht Bundesfamilienministerin Renate Schmidt. Gemeinsam mit zwei Kindern, vier Enkeln und mehreren Angehörigen feiert die 59-Jährige im heimischen Nürnberg. Wenn sie den Tannenbaum mit Äpfeln, Kerzen und Holzspielzeug herausgeputzt habe, freue sich die ganze Familie auf die schmackhaft zubereite Weihnachtsgans. Bei Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn stehen "Würstchen und Kartoffelsalat" auf dem Speiseplan. An den Feiertagen will sie sich mit ihrem jüngsten Neffen im Kino den "Herr der Ringe II" ansehen.

Bei Stoibers gibt's Bratwürste

Etwas deftiger wird in Wolfratshausen aufgetischt. Dort feiert der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber mit seiner Familie. "Wir essen traditionell "Saure Zipfel", also fränkische Bratwürste, die in einem Essigsud gekocht werden", sagte er. Nach der Bescherung gehen Stoibers in die Christmette. Auf dem Gabentisch liegen für die Jüngsten Bauklötze, "die ich am ersten Feiertag mit meinen Enkeln gemeinsam ausprobieren werde".

PDS-Zimmer zieht Hirschbraten vor

Auch bei PDS-Chefin Gabi Zimmer dreht sich alles um die Lieben. "Ich freue mich schon riesig darauf, endlich mal wieder Zeit für meine beiden Enkelkinder zu haben. Hoffentlich liegt bis dahin ordentlich Schnee, so dass wir Schlitten fahren können." Um die bei Hirschbraten und anderen Leckereien angefutterten Pfunde wieder loszuwerden, plant Zimmer eine Skitour durch den Thüringer Wald.

Politpromis meiden Berlin

Die meisten Politikgrößen zeigen der Hauptstadt während der Feiertage die kalte Schulter. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul besucht in ihrem Wahlkreis in Wiesbaden an Heiligabend ein Alten- und Pflegeheim. FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt trifft sich mit Freunden, schmückt den Weihnachtsbaum und besucht seine Mutter. Auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und Verteidigungsminister Peter Struck hoffen auf schöne Stunden im Kreis der Familie. Mit einem vollen Gabentisch trotz leerer Kassen darf Bundesfinanzminister Hans Eichel rechnen. Er feiert an Heiligabend seinen 61. Geburtstag.

Am 13. Januar ist wieder Arbeitsbeginn

Südliche Sonne statt weiße Weihnachten, lautet indes die Devise von Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne). Wohin die Reise geht, bleibt ihr Geheimnis. Nicht alle Politiker lassen sich bei der Weihnachtsplanung in die Karten schauen. Spätestens zur ersten Sitzung des Bundestages im neuen Jahr, am 13. Januar, werden sich alle wieder auf dem Berliner Parkett einfinden.

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