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25. November 2003, 11:34 Uhr

Jackos "Alles Lüge"-Website

Für seine Fans hat der des Kindesmissbrauchs beschuldigte Sänger Michael Jackson eine neue Website gelauncht. Inhalt: Unschuldsbeteuerungen und die Warnung, sich nicht von den Medien beeinflussen zu lassen.

Elizabeth Taylor in Begleitung von Michael Jackson auf einem Wohltätigkeitskonzert - die beiden sind seit Jahren eng befreundet, sie glaubt an seine Unschuld© Peter Jordan/ dpa

Über eine neue Website will der des Kindesmissbrauchs beschuldigte Popstar Michael Jackson künftig mit seinen Fans kommunizieren. Unter www.mjnews.us wurde am Montag eine Erklärung ins Internet gestellt, in der Jackson die Vorwürfe gegen ihn als große Lüge zurückweist. Die Wahrheit werde vor Gericht herauskommen, "und dann können wir diese schreckliche Zeit hinter uns zurücklassen", erklärte Jackson.

Da die Vorwürfe so ungeheuer schwerwiegend seien, werde er sich auf Anraten seiner Verteidiger vorerst mit weiteren Stellungnahmen zurückhalten, auch wenn dies für alle Seiten frustrierend sein könnte, erklärte Jackson weiter. Wenn immer er sich jedoch äußern wolle, werde dies auf dieser Website geschehen. Alle anderweitig publizierten Erklärungen seien deshalb als nicht autorisiert zu betrachten.

Fall nicht in der Öffentlichkeit austragen

Gleichzeitig rief Jackson seine Fans zur Skepsis gegenüber den Medien auf. Viele seiner angeblichen Freunde oder Sprecher vermittelten fälschlicherweise den Eindruck, sie hätten einen klaren Einblick in die Sachlage. Dies treffe jedoch nicht zu. Auf der Website werde es weder Spekulationen geben noch laufende Kommentare zu jeder neuen Entwicklung oder Anschuldigung. "Wir beabsichtigen, unseren Fall vor Gericht auszutragen und nicht in der Öffentlichkeit oder in den Medien", betonte Jackson.

© Screenshot von www.mjnews.us

Freundin Liz Taylor springt ein

Die Schauspielerin Elizabeth Taylor, eine langjährige Freundin des Popstars, kritisierte ebenfalls die Berichterstattung über den Fall. Aus Protest will Taylor nun keine Interviews geben. Er werde in den Medien von vornherein als schuldig hingestellt. Sie halte den Popstar, mit dem sie seit langem eng befreundet ist, für "absolut unschuldig", teilte sie am Sonntag (Ortszeit) in Los Angeles mit. Die Vorwürfe von Kindesmissbrauch würden sich als falsch erweisen. Es war die erste öffentliche Äußerung Taylors zu den Anschuldigungen. Vor zehn Jahren war die Schauspielerin dem Entertainer schon einmal zur Hilfe geeilt, als ein 13-jähriger Junge Jackson sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte. Damals flog Taylor nach Asien, wo der Popstar auf Tournee war. 1991 hatte Jackson seine Neverland Ranch bei Santa Barbara für Taylors achte Hochzeit zur Verfügung gestellt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Jackson vor, "unzüchtige und laszive Handlungen" mit einem Kind unter 14 Jahren begangen zu haben. Gegen eine Kaution von drei Millionen Dollar wurde er vorerst auf freien Fuß gesetzt. Mit einer formalen Anklage wird nach dem amerikanischen Erntedankfest am kommenden Donnerstag gerechnet.

Zeugen diskreditieren

Die Anwälte von Michael Jackson wollen den Vorwurf des Kindesmissbrauchs gegen den Pop-Star angeblich dadurch entkräften, dass sie die Mutter des in den Fall verwickelten Jungen diskreditieren. Sie würden Aussagen sammeln, wonach die Frau unter Drogeneinfluss Forderungen an Jackson gerichtet habe, berichtete der US-Fernsehsender Fox am Montag.

Jacksons Verteidiger planten außerdem eine "massive Attacke" gegen Staatsanwalt Tom Sneddon, der die Ermittlungen gegen den Sänger leitet. Sie wollten nachweisen, dass der Staatsanwalt Jackson schon seit Jahren aus persönlichen Motiven verfolgt und ihn damit als befangen darstellen. Nach Informationen des Senders NBC haben die Verteidiger Jacksons den umstrittenen Privatdetektiv Zvonko "Bill" Pavelic, der auch im O.J.Simpson-Prozess aktiv war, beauftragt, belastendes Material über Zeugen der Anklage zu besorgen.

 
 
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