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Madonna soll wegen "Schwulenpropaganda" zahlen

Sie wird wegen "Schwulenpropaganda" auf 8,3 Millionen Euro verklagt: Ein Gericht in St. Petersburg prüft einen Prozess gegen Madonna. Die hohe Forderung solle die Sängerin "ins Grübeln" bringen.

  Madonna bei ihrem Auftritt im August in St. Petersburg

Madonna bei ihrem Auftritt im August in St. Petersburg

Unangenehme Post für Madonna: Ein Gericht in St. Petersburg hat der Sängerin eine Vorladung an ihre Adresse in New York geschickt. Darin wird sie mit Vorwürfen konfrontiert, sie habe bei ihrem Konzertauftritt im vergangenen August in St. Petersburg "Schwulenpropaganda" betrieben. Die Kläger fordern deshalb 8,3 Millionen Euro Schadensersatz von der Sängerin.

Am Donnerstag fand die erste Anhörung vor einem Petersburger Bezirksgericht statt, zu der aber weder Madonna, noch ein Anwalt der Pop-Ikone erschienen sind. Erörtert wurde der Vorwurf, sie habe "homosexuelle Propaganda" betrieben und damit gegen ein in St. Petersburg gültiges Gesetz verstoßen. Geklagt hatte die Interessengruppe "Gewerkschaft der Bürger Russlands", die nun Schadensersatz wegen "kolossaler moralischer Schäden" verlangen, wie die Agentur Interfax eine der Klägerinnen zitiert.

Madonna war im Rahmen ihrer MDNA Welttournee am 9. August 2012 in St. Petersburg aufgetreten und hatte zur Toleranz gegenüber Homosexuellen aufgerufen. Als Zeichen dafür ließ sie rosafarbene Armbänder verteilen und forderte auf der Bühne "Respekt, Toleranz und Liebe" für Homosexuelle in St. Petersburg. Auf ihrem Rücken hatte sie außerdem den Schriftzug "No Fear" (Keine Angst) stehen.

Hohe Strafe soll Madonna "ins Grübeln" bringen

Im März war in der Touristenmetropole ein Gesetz in Kraft getreten, das öffentliches Reden über Homosexualität unter Strafe stellt und Homosexualitär mit Pädophilie gleichsetzt. Gegen die umstrittene Regelung hatten mehrere schwul-lesbische Verbände geklagt, mehrere Tausend Menschen eine Petition dagegen unterschrieben. Doch der Oberste Gerichtshof Russlands erklärte das Gesetz erst vor wenigen Tagen für rechtskräftig.

Ob die Sängerin tatsächlich angeklagt wird, steht nach der ersten Prüfung noch nicht fest. Sollte es wirklich zum Prozess kommen, könnte dies für Madonna ein willkommener Anlass sein, noch einmal zum medialen Gegenschlag gegen das Gesetz auszuholen. Die Sängerin ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, wenn es um Rechte für Minderheiten und Toleranz geht. Da wird es auch nichts nützen, dass Madonna mit der Androhung einer hohen Schadensersatzforderung zum Umdenken gebracht werden soll. Einer der Kläger sagte: Die Strafe müsse "so hoch sein, dass die Sängerin über ihre Taten ins Grübeln kommt".

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