Transsexuelle kann doch Schönheitskönigin werden

4. April 2012, 15:20 Uhr

Weil sie früher mal ein Mann war, sollte sie vom Wettbewerb ausgeschlossen werden: Jenna Talackova darf nun doch an der Wahl zur "Miss Universe Canada" teilnehmen. Jetzt teilt sie gegen Veranstalter Donald Trump aus.

Miss Universe, Kanada, Donald Trump

Ihr Pass beweist: Jenna Talackova ist heute eine Frau©

Mehr als 40.000 Menschen hatten sich mit einer Online-Petition über ihre Disqualifikation beschwert. Die Proteste zeigen jetzt Wirkung: Die kanadische Transsexuelle Jenna Talackova soll nun doch an der Wahl zur Miss Universe in ihrer Heimat teilnehmen dürfen. Wie die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs mitteilten, wurde der umstrittene Ausschluss der 23-Jährigen zurückgenommen. Allerdings fordert Talackova jetzt von Cheforganisator Donald Trump eine persönliche Klarstellung.

Der Meinungsumschwung der kanadischen Organisatoren wurde wenige Stunden vor einem öffentlichen Auftritt der 23-Jährigen in Los Angeles im Beisein ihre Rechtsanwältin bekannt. Die Organisatoren teilten mit, Talackova dürfe an der kanadischen Vorentscheidung teilnehmen, wenn sie die "gesetzlichen Bedingungen für die Anerkennung ihres Geschlechts" sowie "die Standards anderer internationaler Wettbewerbe" erfülle. Was dies genau bedeutet, ließen sie jedoch offen.

Talackova appelliert an Trump

Talackova fordert jetzt von US-Milliardär Trump, der zusammen mit dem Medienkonzern NBC Universal die Rechte an den Miss-Universe-Wahlen hat, ihre Teilnahme zu garantieren. Trump solle ihr nun ehrlich sagen, ob sie an der kanadischen Vorentscheidung teilnehmen könne oder nicht - und ob sie im Falle eines Sieges auch für Kanada ins Finale ziehen dürfe, sagte sie auf einer Pressekonferenz in Los Angeles.

Ihre Anwältin giftete aufgrund der rigiden Teilnahmebedingungen gegen Veranstalter Donald Trump: "Jenna fordert Herrn Trump ja auch nicht auf nachzuweisen, dass er als Mann geboren wurde oder seine anatomischen Geschlechtsmerkmale zu zeigen." Der Ausschluss von dem Schönheitswettbewerb habe sie "am Boden zerstört", sagte Talackova. "Ich habe nie eine Sonderbehandlung verlangt, ich wollte einfach nur mitmachen". Gleichzeitig forderte sie von Trump eine Änderung der Teilnahmebedingungen. Er müsse das Prinzip abschaffen, dass nur "als Frauen geborene" Kandidatinnen zugelassen seien.

Trump: "Es ist mir völlig egal"

Talackova war unter die mehr als 60 Finalistinnen für die Miss-Wahl am 19. Mai gekommen, Ende März dann aber disqualifiziert worden. Die junge Frau aus Vancouver hatte bereits im Alter von 14 Jahren eine Hormontherapie gemacht und sich mit 19 einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Nach ihrem Ausschluss von der Miss-Wahl warf Talackova den Organisatoren Diskriminierung vor und behielt sich rechtliche Schritte gegen die Entscheidung vor. Mehr als 28.000 Menschen setzten sich in einer Online-Petition für ihre Teilnahme ein.

Trump erklärte, er werde sich nicht für den Ausschluss von Talackova entschuldigen. Wenn sie nun doch an der Wahl teilnehmen dürfe, sei das "großartig", sagte der Immobilienmogul der Promi-News-Webseite TMZ.com. "Sollte sie nicht teilnehmen wollen, weil sie nicht an einen Sieg glaubt, dann ist das auch in Ordnung. Es ist mir völlig egal".

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