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Warum Frau Pauli in Latex posiert

"Darf eine Politikerin sich so zeigen?" Die Schlagzeilen der Boulevardpresse prügeln erneut auf die Fürther Landrätin Gabriele Pauli ein. Grund: ihre Mode-Latex-Fotos für Park Avenue. Pauli erklärte stern.de, warum sie die Aufnahmen gemacht hat.

Von Jens Maier

Gabriele Pauli, die streitbare CSU-Landrätin aus Fürth, kann es offenbar nicht lassen. Erneut scheint sie in ihrer Partei für Zündstoff zu sorgen. Stein des Anstoßes dieses Mal: Rote Perücke, weiße Seidenduchesse-Jacke, schwarze Lacroix-Hose und glänzende Latex-Handschuhe.

"Ein Look, der an eine Domina erinnert."

In diesem Outfit wagt die 49-Jährige einen Ausflug in die Modewelt. Für die April-Ausgabe des Magazins "Park Avenue" wurde Pauli von Fotograf Jens Boldt in Szene gesetzt: im Cocktailkleid, im Seidenrock, im Minikleid und mit glänzenden Latex-Handschuhen und schwarzer Augenmaske. Für die "Münchner Abendzeitung" "ein Look, der an eine Domina erinnert."

Pauli selbst will davon nichts wissen. "Wenn sich jemand bei den Handschuhen Gedanken macht, dann spiegelt das die eigenen Denkmuster und Erfahrungswelten wider", sagte die Landrätin zu stern.de. Nach ihrer Ansicht sind die Aufnahmen "künstlerisch anspruchsvoll." Auch Kritiker aus der CSU fürchtet sie nicht: "Es wird Zustimmung und auch Kritik geben, das kenne ich seit längerem", sagte Pauli.

Ihre Beweggründe, für die Modeaufnahmen bereit zu stehen, erklärte die 49-Jährige damit, dass sie Freude daran gehabt hätte, einmal ein Fotoshooting zu erleben. "Außerdem wurde meine Bedingung erfüllt, dem Verein '1-2-3', der sich im Landkreis Fürth für die Jugendarbeit einsetzt, eine Spende zu geben." Der Verein erhielt das Honorar in Höhe von 1000 Euro.

Buh-Rufe aus eigener Partei

Pauli steht in ihrer Partei in der Kritik, seitdem sie Ende des vergangenen Jahres dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Parteichef Edmund Stoiber nahelegte, vorzeitig auszuscheiden und den Weg freizumachen für eine andere, jüngere Politik. Eine wochenlange Nachfolge-Debatte war die Folge. Beim Politischen Aschermittwoch in Passau wurde sie von Anhängern der eigenen Partei für ihre Haltung wüst beschimpft.

Angesichts der Kritik der vergangenen Wochen auf das Shooting zu verzichten, sei ihr nicht in den Sinn gekommen: "Darauf habe ich mich schließlich gefreut. Und jetzt ist es genau das richtige Kontrastprogramm." Außerdem helfe es, ihre Inhalte rüberzubringen, wie sie sagt: "Es ist nicht verkehrt, wenn der Träger einer Botschaft Aufmerksamkeit auf sich lenkt."

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