Seit Jahren hat sie keinen Erfolg mehr, trotzdem wird die Kinski immer ein Weltstar sein - und man fragt sich: Warum? Jetzt kommt ein neuer Film.

Die 40-jährige Nastassja Kinski - einer der schönsten deutschen »Exporte«
Na gut, es gab »Paris, Texas«. Großer Film. Wim Wenders eben, großer Regisseur. 17 Jahre her. Und natürlich: »Reifezeugnis«, DER Tatort. Wolfgang Petersen. 25 Millionen saßen vor dem Fernseher, den Männern lief an jenem Sonntagabend der Sabber aus dem Mund; 55 Prozent aller deutschen Männer, so ergab damals eine Umfrage, träumten nach der Ausstrahlung von Lolita-Sex mit ihr. Das ist 25 Jahre her. Aber sonst? Wer kennt schon den Polanski-Film »Tess«, für den sie den César erhielt? Wer erinnert sich an Coppolas »Einer mit Herz«? Und besser gar nicht erst erinnern wollen sollte man sich an die Peinlichkeiten »Harem« von 1985 oder »Stadt, Land, Kuss« aus diesem Jahr.
Trotzdem ist sie ein Weltstar. Vielleicht sogar der einzige, den Deutschland noch hat. Und nie käme man auf die Idee, sie habe jetzt mit ihrem neuen Film »Das Reich und die Herrlichkeit« ihr Comeback. Warum auch? Sie war immer da. Irgendwie. Ohne dass man allerdings genau weiß, warum.
Der Vater! Diese Erklärung reicht nicht, immerhin hat Klaus Kinski noch mehr Kinder, die problemlos ohne Menschenauflauf Brötchen kaufen gehen können, und der Status Tochter allein hält niemanden 27 Jahre lang im Geschäft. Von Francis Ford Coppola bis Roman Polanski, von Wim Wenders bis Lina Wertmueller - alle sahen und sehen etwas in der schönen Deutschen.