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18. März 2008, 12:59 Uhr

Rent a Promi

Mit Bill Clinton Essen gehen oder ein wenig Smalltalk mit Scarlett Johansson. In Amerika ist es üblich, dass sich Promis für einen guten Zweck versteigern. Nun gibt es auch in Deutschland eine entsprechende Plattform. Dank "Stargebot" kann man sein Geld nicht nur sinnvoll, sondern auch mit Spaß spenden. Von Axel Henrici

Ein persönliches Menü zum Ehejubiläum? "Stargebot" macht's möglich. Sternekoch Johann Lafer mit Auktionsgewinnern© Stargebot

So ein Abend mit Scarlett Johansson ist nicht ganz billig. Gut 40.000 US-Dollar berappte ein eBay-Nutzer namens "bossnour", um ein paar Takte exklusiv mit der Hollywood-Schönheit plaudern zu können. Der Erlös ging an die Wohltätigkeitsorganisation "Oxfam". Bill Clinton ist da schon etwas billiger zu haben. 10.000 Dollar war es einem in den USA lebenden Deutschen wert, mit dem Ex-Präsidenten dinieren zu dürfen.

Eingesammelt und verteilt wird das Geld von einer neuen Wohltätigkeitsplattform namens "Stargebot". Freigeschaltet wurde sie im Juli 2007 von den beiden Initiatoren Corinna Busch und Reinhard Schmidt. Beide kennen sich noch von der Harald-Schmidt-Show, für die beide gearbeitet haben. Die Namensgleichheit ist nicht zufällig: Reinhard Schmidt ist der jüngere Bruder von Harald. Er betreibt in Stuttgart eine Webagentur. Gemeinsam mit der Journalistin und PR-Frau Busch entwickelte er die Idee zu einem "Charity Portal" - wie es neudeutsch heißt.

Marius' Mundharmonika und Haralds Manuskripte

Bislang gab es rund sechzig Auktionen, bei denen unter anderem ein Studiobesuch beim "heute journal" mit Claus Kleber, ein persönliches Menü von Sternekoch Johann Lafer sowie die Mundharmonika von Marius Müller-Westernhagen zu ergattern waren. Letztere brachte immerhin 1500 Euro ein - und wird demnächst von Westerhagen höchstpersönlich übergeben. Altmeister Harald Schmidt versteigerte das Original-Manuskript einer seiner "Focus"-Kolumnen.

Das Konzept ist ähnlich wie bei den amerikanischen Vorbildern "Charitybus" und "Charityfolks". Die Strategie der Initiatoren ist es, zunächst an deutsche Promis heranzutreten ("das läuft alles über persönliche Kontakte"), um dann kontinuierlich den Kontakt zu internationalen Stars aufzubauen. Die Nutzer sollen sich aber auch nicht-personengebundene Wünsche erfüllen können, sagt Busch. "Wie zum Beispiel einmal auf dem Stuhl des Tagesschau-Sprechers Platz nehmen zu dürfen." Auktionssieger Jochen Fischer konnte sich diesen Wunsch kürzlich erfüllen.

Ein hartgesottener Fan hat schon mehrfach gewonnen

Die Begegnungen zwischen Fans und Stars werden auf der Website von "Stargebot" mit zahlreichen Fotos dokumentiert: Johann Lafer mit einem Ehepaar, das sich zum Ehejubiläum ein Festmahl gönnt, Liz Baffoe beim Power-Walken mit Fans, oder die Fantastischen Vier, wie sie private Weihnachtspost signieren. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt Hardcore-User, die geradezu süchtig nach den Auktionen sind. Treuester Fan ist ein Arzt aus Hannover, der mittlerweile schon mehrere Auktionen gewonnen hat. "Manche haben schon den Verdacht, das wäre einer von uns", schmunzelt Busch.

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