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Messer aufgetaucht: Ist es die Tatwaffe im Fall O.J. Simpson?

Im wohl umstrittensten Gerichtsprozess der 90er-Jahre wurde O.J. Simpson vom Vorwurf des Mordes an seiner Ex-Frau freigesprochen. Nun tauchte ein Messer auf, das auf dem Grundstück des Ex-Football-Stars gefunden worden sein soll. Ist es die gesuchte Tatwaffe?

O.J. Simpson

O.J. Simpson im Prozess um den Mord an Nicole Brown und Ronald Goldman im Jahr 1995. Die Jury sprach den Ex-Football-Star Simpson damals frei.

Kaum ein Verfahren aus den 90er-Jahren ist vielen so in Erinnerung geblieben, wie der Prozess um den früheren Footballstar O.J. Simpson: Am 12. Juni 1994 war seine Ex-Frau Nicole Brown mit ihrem Bekannten Ronald Goldman tot in ihrem Haus in Los Angeles aufgefunden worden. Beide waren an den Folgen schwerer Stichverletzungen gestorben. Passanten entdeckten die Leichen der beiden Personen im Eingangsbereich des Hauses. Nachdem erste Spuren gesichert wurden, begab sich die Polizei zum Haus von O.J. Simpson, wo Blutspuren in seinem Wagen entdeckt wurden.

Simpson rückte damals weiter in den Fokus der Ermittlungen, weil er kein Alibi für den Tatzeitpunkt vorweisen konnte - und weil ihm zu Ehezeiten häufiger häusliche Gewalt vorgeworfen wurde. Am 17. Juni 1994 wurde offiziell Haftbefehl gegen Simpson erlassen. Daraufhin lieferte er sich in dem Wagen eines Bekannten eine wilde Verfolgungsjagd, die live im Fernsehen übertragen wurde. TV-Teams flogen per Hubschrauber dem Fluchtwagen hinterher. Nachdem Simpson sich schließlich stellte, begann wenige Tage später ein langwieriger und höchst umstrittener Prozess, an dessen Ende eine zwölfköpfige Jury Simpson des Mordes an Brown und Goldman für nicht schuldig befand.

Ex-Polizist wollte sich Messer an die Wand hängen

Mehr als 20 Jahre nach dem Doppelmord an Nicole Brown und Ronald Goldman ist der Fall immer noch nicht aufgeklärt. Nun berichtet die US-Nachrichtenseite "TMZ", dass schon vor Jahren ein Bauarbeiter ein vergrabenes Messer auf dem Grundstück Simpsons entdeckt haben soll. Wie "TMZs" Behörden-Quellen weiter mitteilt, soll der Bauarbeiter das Messer direkt nach dem Fund einem Beamten der Polizei von Los Angeles übergeben haben, der sich gerade zufällig in der Gegend aufhielt.

Doch wie es im "TMZ"-Bericht weiter heißt, behielt der Polizeibeamte das Messer, anstatt es seinen Kollegen zu Ermittlungszwecken zur Verfügung zu stellen. Jetzt, Jahre später, ist das lange verschwundene Messer offenbar wieder aufgetaucht. Der Grund könnte kaum abstruser sein:

Der  mittlerweile pensionierte Polizist wollte das Messer Rahmen lassen, um es sich an die Wand zu hängen. Hierfür habe er einen Freund bei der Polizei von Los Angeles kontaktiert, um von ihm das polizeiinterne Aktenzeichen des Falls zu erfahren - die Nummer wollte sich der ehemalige Polizist angeblich dann auf den Rahmen gravieren lassen.

Doch der kontaktierte Kollege habe seinem Vorgesetzten von dem Fall berichtet. Dieser forderte den pensionierten Polizisten auf, das Messer den Behörden zu übergeben. Laut "TMZ" werde das Messer nun auf DNA-Spuren und Fingerabdrücke untersucht. Den Quellen zufolge soll das Messer stark verrostet sein. Es sei aber durchaus möglich, dass sich Blutspuren darauf befinden. Angeblich erfolgt die Untersuchung des Messers unter strenger Geheimhaltung - bis jetzt.

Mordfall bis heute offiziell ungeklärt

Aufgrund der Rechtslage in den USA - bekannt als "Double Jeopardy" - kann O.J. Simpson in dem Fall kein zweites Mal angeklagt werden, da er ja bereits freigesprochen wurde. Doch der Mordfall an Nicole Brown und Ronald Goldman ist aufgrund des Freispruchs bis heute offiziell ungeklärt.  Der angebliche Messer-Fund könnte nun also - 22 Jahre nach den Ereignissen - dazu führen, dass der Fall wieder aufgerollt wird.

Bis heute bestehen massive Zweifel an der Unschuld Simpsons. Auch weil er in einem späteren Zivilprozess zu einer Schadensersatz-Zahlung von insgesamt 33.5 Millionen US-Dollar an die Hinterbliebenen der Opfer verurteilt wurde. Im Jahr 2008 wurde Simpson dann in einem anderen Fall wegen bewaffneten Raubes und Kidnappings zu einer Freiheitsstrafe von mindestens neun Jahren verurteilt, die er bis heute absitzt. Frühester Entlassungstermin: 2017.

amt
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