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Nacktbilder von Berlusconi-Party veröffentlicht

Er wollte die Fotos verbieten lassen, jetzt hat sie die spanische Tageszeitung "El Pais" veröffentlicht: Bilder von der berüchtigten Party in Silvio Berlusconis Villa auf Sardinien zeigen nackte Frauen und geöffnete Badehosen.

Eine spanische Zeitung hat am Freitag Fotos halbnackter Frauen in der sardischen Villa des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi veröffentlicht. Die italienische Staatsanwaltschaft hatte die Fotos auf Antrag von Berlusconis Anwälten in der vergangenen Woche beschlagnahmt und gegen den Fotografen Antonello Zappadu Ermittlungen wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten eingeleitet. Der Skandal hält Italien seit Wochen in Atem.

Zappadu erklärte, er habe die Auslandsrechte für die Fotos bereits an "El País" verkauft gehabt. Dort erschienen die Bilder unter der Überschrift "Die Fotos, die Berlusconi verbieten ließ". Die Bilder kamen im Zusammenhang mit dem unklaren Verhältnis des 72-jährigen Regierungschefs zu einer heute 18-Jährigen ans Licht. Berlusconi hat Gerüchte über ein Verhältnis mit Noemi Letizia mehrfach entschieden zurückgewiesen. Am Freitag erklärte er, er werde sofort zurücktreten, wenn ihm nachgewiesen werde, dass er über die Beziehung zu Letizia gelogen habe.

Berlusconi hat erklärt, Letizia sei die Tochter eines alten Freundes. Er habe ihre Geburtstagsfeier besucht, weil er sich an diesem Tag zufällig in Neapel aufgehalten habe. Über die Bilder sagte er am Freitag im staatlichen Rundfunksender RAI, es handele sich um "unschuldige Fotos", aber sie stellten eine Verletzung der Privatsphäre dar. Auf die Frage, warum sich in seinem Anwesen nackte Frauen aufhielten, sagte er: "Duschen Sie bekleidet? Diese Mädchen badeten in einem Whirlpool in einem Privathaus, und sie wurden auf skandalöse Weise angegriffen."

"El País" veröffentlichte fünf Fotos. Eines zeigt zwei Frauen oben ohne im Garten, ein anderes einen nackten Mann am Pool, ein drittes eine Frau in einem roten Mantel. Die beiden anderen zeigen Berlusconi im Garten. Alle Gesichter außer dem Berlusconis wurden unkenntlich gemacht. In einem Leitartikel dazu hieß es, die Veröffentlichung der Fotos sei kein Versuch, über Berlusconis Moral als Bürger zu urteilen. Sie solle aber zeigen, dass er als Ministerpräsident versuche, den demokratischen politischen Raum als Erweiterung seiner persönlichen Beziehungen zu sehen. Unter Berlusconi sei der italienische Rechtsstaat bedroht, und dies sei für alle Europäer besorgniserregend.

Für Aufsehen sorgt auch ein Foto von einem nur noch mit einer Badehose bekleideten Mann, bei dem aber das Geschlechtsteil heraus hängt. Das Gesicht ist unkenntlich gemacht. Der tschechische Ex-Ministerpräsident Mirek Topolanek hat die Fotos als "Montage" und Wahlkampfmanöver bezeichnet. "Das ist ganz augenscheinlich eine Fotomontage", sagte Topolanek. "Das ist ein brutaler Eingriff in meine Privatsphäre."

Schon am Mittwoch hatte Topolanek im tschechischen Fernsehen ausgeschlossen, dass er, wie italienische Medien spekulierten, bei der Berlusconi- Party vom Mai 2008 in Sardinien nackt abgelichtet worden sei. Berlusconis Anwalt Niccolo Ghedini leitete wegen der Veröffentlichung der Fotos rechtliche Schritte gegen "El País" ein.

DPA/AP/Mai/AP/DPA

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