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Hollywood scherzt über Benedikt XVI.

Mit flotten Sprüchen und beißendem Sarkasmus äußert sich die Hollywood-Prominenz zum Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Nur eine schweigt bisher beharrlich: Papst-Kritikerin Susan Sarandon.

Von Frank Siering, Los Angeles

  Während sich Komiker Ricky Gervais über den Papst-Rücktritt lustig machte, äußerte sich Susan Sarandon mit keinem Wort. Dabei beschimpfte die Schauspielerin Benedikt XVI. einst als "Nazi".

Während sich Komiker Ricky Gervais über den Papst-Rücktritt lustig machte, äußerte sich Susan Sarandon mit keinem Wort. Dabei beschimpfte die Schauspielerin Benedikt XVI. einst als "Nazi".

  • Frank Siering

Papst Benedikt XVI. kündigt seinen Rücktritt an und Hollywoods Prominenz mischt sich sogleich munter in die Diskussion um die freiwillige Pensionierung von Joseph Ratzinger ein. Der britische Komiker Ricky Gervais, nach eigener Aussage Atheist, nutzte die Gelegenheit, den Papst via Twitter durch den Kakao zu ziehen. "Als Papst bist du doch mit Gott verheiratet. Ist das jetzt also so wie eine Scheidung?", schrieb Gervais.

Der britische Schauspieler Simon Pegg verglich die Ankündigung von Benedikt XVI. mit einer Bankrotterklärung an den Katholizismus. "Erst Blockbuster pleite, jetzt die katholische Kirche", twitterte der 42-Jährige. Leicht sarkastisch legte er gleich mit einem Vorschlag für den Nachfolger von Ratzinger nach: "J.J. Abrams wurde schon angesprochen." Abrams ist der Erfinder der TV-Serie "Lost" und momentan einer der begehrtesten Regisseure Hollywoods.

Sinead O'Connor gratuliert Papst zum Rücktritt

Ebenfalls sarkastisch kommentierte Sinead O'Connor den Papst-Rücktritt. Sie schrieb auf ihrer Internetseite: "Ich möchte Papst Benedikt zu seiner weisen Entscheidung, zurücktreten zu wollen, gratulieren. Ich kann ihm versichern, die höchste Macht vergibt jenen, die mit gutem Gewissen sagen können, dass sie sich falsch verhalten haben. Der freiwillige Rücktritt ist Benedikts größte Leistung." Mit dieser Aussage spielt O'Connor wohl auf die sexuellen Missbrauchsfälle der katholischen Kirche an. Allein in den USA sollen nach einem internen Bericht der Kirche mehr als 4000 Priester der sexuellen Belästigung von mehr als 10.000 Kindern über einen Zeitraum von 50 Jahren beschuldigt worden sein.

Die irische Sängerin schockte die Welt als sie 1992 in der US-Fernsehsendung "Saturday Night Live" ein Foto von Benedikts Vorgänger Papst Johannes Paul II. zerriss und damit eine Protestwelle unter Katholiken auslöste. 16 Tage später wurde O'Connor bei einem Konzertauftritt im Madison Square Garden in New York von der Bühne gebuht.

Andere Prominente versuchten dem angekündigten Abgang des Papstes mit Humor entgegenzutreten. CNN-Persönlichkeit Piers Morgan sagte: "Die britische Königin ist ein Jahr älter als der Papst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in Rente geht, weil sie zu müde ist." Und Komiker Frankie Boyle twitterte: "Der Papst muss was angestellt haben, was die Kirche nicht akzeptieren kann. Denke mal, er hat mit einer älteren Dame geschlafen."

Rapper Common fordert einen schwarzen Papst

Der schwarze Rapper Common glaubt, dass der Rückzug von Benedikt der katholischen Kirche die Chance bietet, "jetzt endlich einmal einen schwarzen Papst zu wählen". Und auch Schauspieler Jamie Foxx findet den Gedanken gut. "Warum eigentlich nicht?", so Foxx.

Ein Hollywood-Star, der sich in der Vergangenheit immer wieder in die Papst-Diskussion eingemischt hat, verhält sich im Moment allerdings noch ungewöhnlich still. Schauspielerin Susan Sarandon zählte zu den größten Kritikern von Papst Benedikt XVI. Vor knapp einem Jahr beschimpfte die 66-Jährige den Heiligen Vater als einen "Nazi" und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. Entschuldigt hat sich Sarandon für den Vergleich bis heute nicht.

Nun also absolutes Stillschweigen von Sarandon zur Pensionierung des Pontifex. Vielleicht auch deshalb, weil sie nach der letzten Attacke schnell gemerkt hat, dass nicht nur Hollywood-Stars eine Fangemeinde um sich herum versammeln. Auch die katholische Kirche hat eine ganze Reihe von Anhängern, die sich für ihren "Star" einsetzen, wenn es darauf ankommt.

Frank Siering

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