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Pegida-Anhänger haben ein Unterhaltungsproblem

Er kam, brachte den Glamour und stellte sich hinter die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Merkel. Der Shitstorm gegen George Clooney ist ausgeblieben. Dafür hat ihn Anke Engelke abbekommen. Ignorieren und weitermachen! Das meinen auch die Kollegen.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Nichts für AfD-Fans: Anke Engelke, George Clooney und Karoline Schuch

Nichts für AfD-Fans: Anke Engelke, George Clooney und Karoline Schuch

Die Berlinale läuft. Seit drei Tagen funkeln die Promis, gucken sich die Filmkritiker die Augen wund, und im Gropiusbau brummt der Filmmarkt. Das große Thema der 66. Filmfestspiele von Berlin ist trotzdem die Flüchtlingskrise. Festivalchef Dieter Kosslick hat sie von Anfang an auf die Agenda gestellt. Es gibt Filme wie den kraftvollen "Fuocoammare". Superstar George Clooney hat zuerst samt glitzernder Gattin und "Hail, Caesar!" das Festival eröffnet und traf sich tags darauf mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, um ihre Flüchtlingspolitik zu loben. Derweil drapiert der chinesische Künstler Ai Wei Wei Hunderte Flüchtlings-Schwimmwesten von der Küste Lesbos' am Konzerthaus am Gendarmenmarkt, wo am Montagabend die Cinema for Peace-Gala gefeiert wird.

Der dazugehörige Shitstorm von Seiten der AfD/Pegida-Anhänger und -Sympathisanten ist natürlich nicht ausgeblieben. Und weil sich offenbar niemand an Clooney herantraute, ging er über Anke Engelke nieder.

Shitstorm voraus

Die Entertainerin hat eine brillante Eröffnungsmoderation hingelegt. In Höchstform nahm sie sich alles vor, was Filmbranchenwahnsinn, Berlin und Deutschland zu bieten haben. Und natürlich gab sie auch der braunen Soße einen mit, die derzeit an allen Ecken und Enden des Landes hochkocht. Exemplarisch dienten dazu die jüngsten Neonazi-Ausschreitungen in Leipzig. Und schon wallte der Hass, der so fröhlich-frei durchs Netz wabert, der die Menschen vor lauter "Sorge" die Menschlichkeit nicht mehr sehen lässt und der natürlich immer den Grund allen Übels in Merkels Flüchtlingspolitik verortet. Und in all jenen, die sie unterstützen: Til Schweiger kann ein Lied davon singen. Aber auch Dunja Hayali und Anja Reschke.

"Das Netz tobt und zeigt: Viele Deutsche verstehen keinen Spaß mehr", heißt es in einem Artikel in der "Welt". Und wie auch schon Schweiger drohen die "besorgten Bürger" nun Engelke mit Liebes-, also Einschaltentzug. Allerdings: Hört man sich auf der Berlinale unter deutschen Schauspielstars um, haben diese "vielen Deutschen" bald ein ernstes Unterhaltungs-Problem.

"Chapeau, wenn man seine Starpower nutzt"

Sie finden die AfD toll, aber auch den "Tatort"? "Kommissar" Dominic Raacke begrüßt ausdrücklich, das George Clooney Pop und Politik mischt: "Ich glaube, dass es immer etwas bringt, wenn Leute etwas machen, wofür sie brennen."

Sie mögen große TV-Produktionen? Natalia Wörner meint: "Es ist toll, wenn jemand seine Starpower dazu nutzt. Chapeau!" Auch ihr Kollege Ken Duken findet es super, wenn "Leute etwas bewegen können".

Was, Sie meinen, Frauke Petry hat Recht, aber Sie finden "Didi" Hallervorden schon immer so witzig? "Ich bin stolz auf das Gesicht Deutschlands, das Merkel in die Welt trägt", sagt der Schauspieler und Entertainer und prophezeit, dass "diese Protestbewegung sich sowieso bald erledigt hat".

"Schweiger hat das Herz am rechten Fleck"

"Mann tut was Mann kann"- und "Ich bin dann mal weg"-Star Karoline Schuch findet Schweigers Engagement für Flüchtlinge richtig gut: "Er trägt das Herz am rechten Fleck". Wenn jemand so viel Power und Macht habe und diese auch nutze, sei das großartig. Am Besten "gar nicht reden, einfach machen".

Das findet auch "Fack Ju Göhte"-Star Jella Haase ("Chantal"), die sich schon sehr früh für Flüchtlinge eingesetzt und unter anderem selbst Nachhilfe gegeben hat.

Es ist schließlich Robert Stadlober ("Crazy"), der die "Macht" der Stars auf den Punkt bringt: Weil Schweiger auch Menschen erreiche, die ihn selbst als "linke Socke" ignorierten, hoffe er, dass ein paar dabei sind, die denken: "Wenn der coole Til Scheiße findet, was ich denke, vielleicht ist es auch Scheiße." 

Viel Spaß bei der zukünftigen Auswahl des TV-Programms!

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