Charles dreht durch

24. Februar 2005, 14:35 Uhr

Vor seiner Hochzeit jagt eine Katastrophe die nächste: Seine Mutter hat abgesagt, und seine Söhne wollen nicht seine Trauzeugen sein. Prinz Charles wurde es zu viel - er verlor die Beherrschung.

Prinz Charles: Von der Familie im Stich gelassen©

Prinz Charles hat mit einem Wutanfall auf die Pannenserie bei seinen Hochzeitsvorbereitungen reagiert. "Der Prinz hat die Beherrschung verloren", zitierte der "Daily Mirror" eine anonyme Quelle. Ein Höfling bestätigte der "Daily Mail": "Charles ist fuchsteufelswild. Alles, was schief gehen konnte, ist schief gegangen."

"Du Vollidiot! Sieh dir an, was du angerichtet hast!"

Aber auch Königin Elizabeth II., die sich am Dienstag entschieden hatte, der standesamtlichen Heirat ihres Sohnes mit Camilla Parker Bowles fernzubleiben, soll schwer verärgert sein. Von ihrem zum Jähzorn neigenden Ehemann Prinz Philip gar nicht zu reden. Prinzessin Dianas Ex-Butler Paul Burrell malte sich genüsslich aus: "Ich kann den Herzog von Edinburgh (Philip) fast hören, wie er in einem seiner üblichen Tobsuchtsanfälle schreit: 'Du Vollidiot! Sieh dir an, was du angerichtet hast!'"

Keine Zeitung nimmt der Queen ab, dass sie Charles mit ihrem Fernbleiben nicht vor den Kopf stoßen will. Der "Independent" spottete, dies sei ungefähr so glaubwürdig, wie wenn König Heinrich VIII. nach der Hinrichtung seiner zweiten Gemahlin gesagt hätte: "Die Enthauptung meiner Frau Anne Boleyn möchte ich nicht als Brüskierung verstanden wissen." Am besten sollten sich Charles und Camilla ganz ohne Familie in Las Vegas von einem Elvis-Verschnitt trauen lassen.

"Die Hochzeit droht ganz Großbritannien zum Gespött zu machen"

Selbst der stramm monarchistische "Daily Telegraph" schimpfte in seinem Leitartikel: "Die Hochzeit droht die Monarchie - und mit ihr ganz Großbritannien - zum Gespött zu machen."

Unterdessen bestätigte der Buckingham-Palast, dass es im Anschluss an die standesamtliche Trauung und den kirchlichen Segen nur einen Stehempfang geben wird. Manche Zeitungen berichteten, dass Charles ein großes Bankett geplant habe, doch die Queen habe ihm dies untersagt. Gesichert ist, dass sie ihren Sohn für verschwenderisch hält.

Zweifel an der Legalität der Hochzeit

Rechtsexperten äußerten erneut Zweifel an der Legalität einer nur standesamtlichen Heirat. Die britische Regierung widersprach dem unter Hinweis auf die Europäische Menschenrechtskonvention, in der das Recht auf Heirat festgeschrieben sei. Sollte die Legalitätsfrage tatsächlich von diesem Dokument abhängen, wäre dies nicht ohne Ironie: In einem seiner regelmäßigen Protestbriefe an die Regierung hatte Charles die Konvention 2002 als "Bedrohung einer zivilisierten Existenz" angeprangert.

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