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29. Oktober 2011, 10:10 Uhr

Narkosespezialist entlastet Jacksons Leibarzt

Der letzte Zeuge im Prozess gegen Michael Jacksons früheren Leibarzt Conrad Murray war für die Verteidigung der wichtigste: Der Anästhesist Paul White erklärte vor Gericht, dass der Popstar sich die Todesspritze vermutlich selbst setzte, und entlastete den Angeklagten damit erheblich.

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Der Anästhesist Paul White entlastet Michael Jacksons früheren Leibarzt, Conrad Murray, vor Gericht© Paul Buck/Reuters

Einer der führenden Narkosespezialisten in den USA hat Michael Jacksons früheren Leibarzt, Conrad Murray, vor Gericht entlastet. Der Anästhesist Paul White sagte am Freitag vor der Jury in Los Angeles, dass sich der Popsänger wahrscheinlich selbst die tödliche Dosis des Betäubungsmittels Propofol gespritzt habe.

Jackson habe am Tag seines Todes vermutlich auch mehrere Pillen eines starken Beruhigungsmittels geschluckt, sagte White. Der Musiker müsse während einer Behandlungspause zusätzlich Pillen geschluckt haben.

White war der letzte Zeuge im Prozess gegen Jacksons Arzt. Der Propofol-Experte war von der Verteidigung vorgeladen worden. Seine Vernehmung soll nach Angaben der "Los Angeles Times" am Montag fortgesetzt werden.

Vor White war der Suchtspezialist Robert Waldman zu Wort gekommen, der die Ansicht vertrat, Jackson sei schon Monate vor seinem Tod von dem Schmerzmittel Demerol abhängig gewesen. Dieses Schmerzmittel wurde dem Popstar zwischen April und Juni 2009 verabreicht, weil er an den Folgen von Botox- und anderen schönheitschirurgischen Eingriffen litt.

Zeuge hält Murrays Aussage für glaubwürdig

Laut Autopsiebericht war der Sänger im Juni 2009 an einer Überdosis des Betäubungsmittels gestorben. Die Anklage geht davon aus, dass Jackson eine große Menge Propofol intravenös gespritzt bekommen hatte. Sie macht Conrad Murray dafür verantwortlich.

Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Herzspezialist Murray hatte bei der Polizei angegeben, seinem Patienten nur eine kleine Menge des starken Mittels verabreicht zu haben.

Diese Aussage bezeichnete White jetzt als glaubwürdig. Er halte es für möglich, dass sich der Sänger nach der ersten Injektion durch seinen Leibarzt in einem unbeobachteten Moment selbst eine zweite, höhere Dosis spritzte.

Der Prozess befindet sich in der fünften Woche. Nach Abschluss der Vernehmung von White könnte das Verfahren zur Urteilsfindung an die Geschworenen gehen. Es wird nicht erwartet, dass Murray selbst in den Zeugenstand tritt. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem 58-jährigen Mediziner bis zu vier Jahre Haft.

mlr/DPA/AFP
 
 
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