Die Veranstalter der Berliner Love Parade haben den diesjährigen Techno-Umzug abgesagt. Die Verhandlungen mit dem Senat über eine Beteiligung an den Kosten der weltweit größten Raver-Party sind gescheitert.

Geld oder Liebe? Auf der Love Parade 2003 durfte noch herzhaft geküsst werden. Jetzt machen leere Kassen den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung© Jockel Finck / AP
Love Parade vor dem Aus: Die Erfolgsgeschichte des weltweit größten Techno-Umzugs geht nach 15 Jahren vorerst zu Ende. Angesichts leerer Kassen sagten die Parade-Machern das Raver-Spektakel im Berliner Tiergarten für dieses Jahr ab. "Mit großen Bedauern teilen wir mit, dass in diesem Jahr in Berlin definitiv keine Love Parade stattfinden wird", erklärten die Veranstalter.
Drei Monate vor der für den 10. Juli geplanten Parade sei die Finanzierung immer noch nicht gesichert. Die Verhandlungen mit dem Senat über eine Beteiligung an den Kosten der weltweit größten Raver-Party seien gescheitert. Eine Sprecherin von Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) sagte dagegen, für den Senat seien die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Für den frühen Abend war ein neuerliches Gespräch zwischen Senat und Parade-Machern geplant - eine letzte, ungewisse Hoffnung für die Raver-Gemeinde.
Bei den bisherigen Gesprächen mit dem Senat sei auch die Möglichkeit geprüft worden, künftig ein Eintrittsgeld für die Love Parade zu verlangen. "Wir denken aber, dass das der falsche Weg ist, da eine Love Parade als geschlossene Veranstaltung die ursprüngliche Idee ins Gegenteil verkehren würde", sagten die Organisatoren.
Die oppositionellen CDU und FDP in Berlin forderten den Senat dazu auf, die Love Parade für Berlin zu retten. Die Grünen erklärten hingegen, es sei nicht Aufgabe des Senats, "Spaßveranstaltungen zu subventionieren".
Nach Rekordjahren mit bis zu 1,5 Millionen Teilnehmern liefen der Parade in den vergangenen Jahren immer mehr Raver weg. 2003 tanzten nur noch 500.000 Technofans zu wummernden Rhythmen durch den Tiergarten. Die Suche der Veranstalter nach Sponsoren wurde zuletzt immer schwieriger.
Seit 2001 findet die Love Parade nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nicht mehr als politische Demonstration, sondern als kommerzielle Veranstaltung statt. Die Produktionskosten stiegen dadurch nach Veranstalterangaben von rund 300.000 Euro auf knapp 1,23 Millionen Euro.
Bis 2002 seien die Verluste noch aus eigenen Rücklagen gedeckt worden, erklärten die Veranstalter. 2003 wurde das Budget dann durch das Engagement der Messe Berlin noch einmal aufgebracht. "Wir beteiligen uns nicht an Verlusten", sagte Messe-Sprecher Michael Hofer nun. Die Messe habe sich im vergangenen Jahr engagiert, um die Popkomm nach Berlin zu holen und die Echo-Verleihung in der Stadt zu halten.