Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

"Deutschland verliert einen brillanten Intellektuellen"

Der Bestsellerautor und frühere Fernsehmoderator Roger Willemsen ist tot. Er starb im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Das Land trauert um einen Mann, der viele Talente hatte.

Roger Willemsen starb in Folge seiner Krebserkrankung.

Roger Willemsen starb in Folge seiner Krebserkrankung. Er gehörte zu den bekanntesten deutschen Intellektuellen.

Der Bestsellerautor und frühere Fernsehmoderator Roger Willemsen ist tot. Dies bestätigten sein Büro in Hamburg und sein Frankfurter Verlag S. Fischer. Willemsen starb demnach am Sonntag im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung in seinem Haus in Wentorf bei Hamburg. Er hatte vor etwa einem halben Jahr, kurz nach seinem 60. Geburtstag, die Diagnose Krebs erhalten.

"Deutschland verliert einen brillanten Intellektuellen, einen Weltbürger im besten Sinne und eine bedeutende Stimme unseres Kulturlebens - intelligent, pointiert, streitbar", schrieb SPD-Chef Sigmar Gabriel auf Facebook

Auch Grünen-Chefin Simone Peter äußerte sich schockiert über den Tod von Roger Willemsen. "Wir trauern um einen wunderbaren Menschen, um einen wichtigen Intellektuellen, Autor und Moderator", twitterte sie. 

Roger Willemsen landete 2014 einen Bestseller 

Willemsen, der vor allem mit essayistischen Reisebüchern ("Die Enden der Welt") bekannt wurde, landete zuletzt mit seinem Buch "Das Hohe Haus" (2014) einen Bestseller. Dafür hatte er ein Jahr lang das Geschehen im Bundestag von der Tribüne als Zuhörer verfolgt

Im Fernsehen war Willemsen bereits ab 1991 für den Bezahlsender Premiere mit der Gesprächssendung "0137" zum Shootingstar in der Moderatorenwelt avanciert. Die Show galt als "Talk ohne Tabu", angesiedelt zwischen Politik und Boulevard. 

Adolf-Grimme-Preis für Willemsen

Mehr als 600 Interviews führte er in einem Jahr: Von Audrey Hepburn bis zu Palästinenserführer Arafat waren viele Prominente dabei - darunter auch ein Bankräuber. Sein Anspruch, "genau zu sein", und seine besonders einfühlsame Gesprächsführung machten ihn und sein Magazin preiswürdig. 1992 wurde Willemsen unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Im Jahr darauf erhielt er den Adolf-Grimme-Preis in Gold.

Roger Willemsen produzierte Themenabende 

Nach seinem Wechsel zum ZDF nach Mainz moderierte er von 1994 bis 1998 "Willemsens Woche". Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" bezeichnete sein Format als "Muster für intelligente, wenn nicht gar intellektuelle Unterhaltung".

Im Schweizer Fernsehen moderierte er den "Literaturclub". Mit seiner eigenen TV-Produktionsfirma "Noa Noa" produzierte und koproduzierte Willemsen Themenabende und Preisverleihungen. 

Im Sommer 1996 lief im ZDF seine neunteilige Porträtreihe "Willemsens Zeitgenossen". Dafür traf der Journalist unter anderem Quincy Jones jr., Michel Piccoli, Vivienne Westwood, Philippe Starck und John Malkovich.


kis/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools