Wer hat denn nun wen verlassen? Sie Boris Becker? Oder er sie? Sandy Meyer-Wölden erzählt im stern-Interview von Missverständnissen per SMS und wie sie die Trennung von ihrem Verlobten erlebt hat.

Offenbar weiß sie wieder, wo ihr der Kopf steht: Sandy Meyer-Wölden in Berlin beim Fotoshooting für den stern© Florian Kolmer
Nein, wieso? Ich bereue nichts, ich würde nichts anders machen.
Es war nicht meine Absicht, Schluss zu machen. Es war so, dass ich in New York todkrank im Bett lag, Bronchitis, Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündung. Und dann höre ich tagelang nichts von meinem Verlobten! Ich wusste nicht, wo er war. Er ging nicht ans Telefon, und es gab kein persönliches Gespräch. Irgendwann habe ich ihm eine SMS geschrieben: Entweder du meldest dich - oder es ist vorbei.
Der Appell einer ratlosen Frau. Verzweiflung. Ein emotionaler Notruf.
Nein, ich wollte nur eine Reaktion. Ich dachte, jeder liebende Mann wird auf so eine SMS hin wenigstens mal anrufen. Das wäre doch die selbstverständlichste Reaktion der Welt. Stattdessen hat er sich gleich an die Öffentlichkeit gewandt, ohne persönliche Aussprache mit mir. In der Presse stand dann zu lesen, dass ich ihn verlassen hätte. Da bin ich fast vom Stuhl gefallen.
Eher der einseitige Zusammenbruch der Kommunikation.
Das ist eine Interpretationsfrage. Wie sehen Sie das denn? Sehen Sie so eine SMS als Schlussmachen? Jeder normal Empfindende hätte doch den Appell darin sehen müssen.
… dann würden Sie doch nach tagelanger Sendepause sofort anrufen! Sich melden, das Gespräch suchen! Sie würden nicht zu den Medien rennen und die Trennung bekannt geben.
Ob Mann oder Frau - jeder hätte doch so gehandelt wie ich, glauben Sie nicht?
Nein, er muss nur irgendwas sagen.
Wenn jeder Mann, dessen Frau mit Scheidung droht, umgehend die Scheidung einreicht, würde die Scheidungsquote in Deutschland 100 Prozent betragen.
Wir haben uns nie gestritten. Es gab ein paar kleinere Missverständnisse, nichts Gravierendes. In jeder Beziehung gibt es Ups und Downs. Es ist nicht immer rosarot. Aber wenn man verlobt ist, trennt man sich nicht einfach so.
Ich sag's anders, ohne über Details zu sprechen: Ich hatte Gründe, ihn ans Telefon zu bekommen. Ich hatte das Gefühl, dass er mir eine Erklärung schuldet. Ich hab mich dann gesorgt bis zu dem Punkt, wo ich gesagt hab: Anscheinend gibt es einen Grund, warum er sich nicht meldet.
Ich will das hier nicht ausbreiten.
Der Ring war zum Zeitpunkt der Trennung in Genf bei Herrn Gruosi, dem Juwelier, damit er ihn anpasst, denn er war zwei Nummern zu groß. Ich habe Herrn Gruosi am 4. November, dem Tag der Trennung, angerufen und ihn gebeten, den Ring an Boris zurückzuschicken. Was danach mit ihm passiert ist, weiß ich nicht.
Nein, das stimmt nicht. Es ist uns lange Zeit gelungen, unsere Beziehung aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Es gab ein Privatleben, das wir versucht haben zu schützen. Wir waren ja schon eine Weile zusammen, als wir im August unsere Verlobung bekannt gaben. Danach gab es eigentlich nichts mehr öffentlich zu sagen. Danach waren wir ein Paar, das versucht hat, normal zu leben.
Na ja, so weit wie möglich. Es gab keinen Weg, unsere Liebe geheim zu halten, weil das öffentliche Interesse daran riesig war.
Ich betrachte mich auch nicht als Opfer. Wer mit Boris Becker verlobt ist, steht nun mal im Fokus der Öffentlichkeit …
Es führt kein Weg daran vorbei. Die Deutschen betrachten ihn als "unseren Boris". Insofern ist er es ihnen fast schuldig, vieles, wenn auch nicht alles, mit ihnen zu teilen. Ich hab das immer so gesehen: Boris ist mein Verlobter - aber ich teile ihn mit der Öffentlichkeit.
Ich wollte nicht als stillschweigendes Opfer dastehen. Übrigens habe ich für kein Interview auch nur einen Cent genommen. Das Geld, das die "Bunte" mir geboten hatte, habe ich direkt an die Bambi-Stiftung gespendet. Ich wollte auch niemals eine Schlammschlacht, und ich habe damit auch nicht angefangen. Ich habe zu keinem Zeitpunkt über Details und Gründe geredet. Ich bin in eine Situation gebracht worden, in der ich reagieren musste. Es war mir wichtig, zu unterstreichen, dass das Ganze kein PR-Gag war.
Mir sind Verlobung und Ehe viel zu heilig, als dass ich damit spielen würde. Für mich war es die große Liebe, für mich war es fürs Leben. Beruflich hat mich die Geschichte mit der Verlobung eher aufgehalten. Wenn man seine Hochzeit plant, hat man andere Dinge im Kopf. Statt mit der Firma zu expandieren, wollte ich möglichst viel Zeit mit meiner Familie und meinem Verlobten verbringen. Bis zum heutigen Tag gibt es kein einziges Stück aus meiner Kollektion in irgendeinem deutschen Laden zu kaufen.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 51/2008