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25. Juli 2008, 07:41 Uhr

Kichern, Kreischen, Kraulen

Sarah Connor sonnt sich auf der Yacht, Marc Terenzi prahlt mit seinem Po. Teil vier der TV-Doku-Soap "Sarah & Marc Crazy in Love" lässt kein noch so langweiliges Detail aus. Aber zum Glück gibt es ja Weddingplanner Frank, der das exzentrische Ehepaar auf Trab hält. Von Sylvie-Sophie Schindler

Auch bei ihnen herrscht nicht immer eitel Sonnenschein: Marc Terenzi und Sarah Connor© Ronald Wittek/DPA

Hey, Sie haben doch nicht etwa Langeweile? Wenn dem so ist, dann wenden Sie sich einfach an Weddingplanner Frank. Ja, der heißt wirklich so, und man mag hoffen, dass Eltern auch in Zukunft andere Namen für ihre Sprösslinge finden. Andernfalls muss beispielsweise im kinderüberfluteten Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg demnächst mit Mama-Monologen wie diesen gerechnet werden: "Wenn ich neuerdings in die Windel unseres kleinen Weddingplaners Frank gucke, dann mache ich mir große Sorgen. Unser kleiner Frank hinterlässt darin winzige Würstchen von ungewohnt breiiger Konsistenz." Dagegen sind Verona Pooths Verbalattacken Wellness für die Ohren.

Zurück zu Weddingplanner Frank, dem Original. Noch hält sich ProSieben höflich zurück mit Informationen über dessen Ausscheidungen, und das mag überraschen, wo doch in der TV-Doku-Soap "Sarah & Marc Crazy in Love" so ziemlich jeder, pardon, Dünnschiss kommentiert wird. Wenigstens hatte Frank in der gestrigen Sendung mal wieder einen hysterischen Auftritt und lieferte - Abrakadabra - nobelpreisverdächtige Ideen gegen Langeweile-Attacken: Man binde sich ein Tuch um die Augen, nehme einen Stock und dresche auf einen Drachen aus Pappmaché ein. Marc Terenzi durfte das gleich mal auf seiner Feier zum 30. Geburtstag ausprobieren. Und auch alle, die nicht Marc Terenzi heißen, wissen nun endlich am Feierabend noch Sinnvolles mit sich anzufangen. Es muss ja nicht immer der Griff zu Dostojewski-Wälzern sein.

"Die Brüder Kalaschnikow"

Apropos Dostojewski. Es gibt diese Anekdote über Marilyn Monroe, derzufolge sie einst von ihrem Lieblingsbuch "Die Brüder Kalaschnikow" geschwärmt habe. Das gibt es nicht, sie meinte wohl "Die Brüder Karamasow". Und damit sind wir wieder bei Sarah und Marc, die von den Fernsehkameras nie beim Lesen ertappt werden. Bitte, es muss ja nicht gleich Weltliteratur sein, ein paar Illustrierte würden auch reichen. Aber schon klar: Sarah Connor beim Lesen zuzugucken, wäre nicht gerade unterhaltsam. Es ist aber auch nicht gerade spannend, Sarah Connor dabei zuzugucken, wie sie sich auf einer Yacht sonnt. Oder wie Schwester Anna-Maria Achterbahn fährt. Oder wie Marc sein Gesicht mit blauer Farbe übergießen lässt. Gut erkannt, jetzt geht wieder die Nörgelei los. Dabei wäre man gerne - sehr gerne! - mal positiv überrascht worden. Aber nix da.

Für alle Jurastudenten, Biochemiker und andere Menschen, die an den reinen Fakten interessiert sind, hier eine kurze Zusammenfassung von "Sarah & Marc Crazy in Love" Teil vier: Sarahs Mutter Soraya referiert ausnahmsweise nicht über das Stillen von Babys und hält auch sonst den Mund, Schwesterchen Lulu wird immer noch an ihr stimmliches "Leistungspotenzial herangeführt", Marc sucht Zombies, Sarahs Freundinnen schwärmen über Marcs Knackhintern, Marc springt mit seinen Kumpels auf "Malle" in einen Swimmingpool, Stimmung wie in einem Werbespot für Flaschenbier, erneut Komplimente für Marcs Apollo-Popo, ein ausgelassener Yacht-Ausflug: Kichern, Kreischen, Kraulen.

Schattenseiten des Lebens

Das Leben könnte eine ewige große Party sein. Ist es aber nicht. Ätsch. Sarah hat plötzlich Sorgenfalten auf der Stirn, was nicht zu ihrer schicken Frisur passt und schon gar nicht zu ihren trendigen Schuhen. Söhnchen Tyler und Töchterchen Summer haben Fieber bekommen. Ausgerechnet. "Ich bin total geschockt", kommentiert Sarah die Thermometeranzeige. Am nächsten Tag soll es doch abgehen nach "Malle", wo Marc seinen 30. Geburtstag feiern will. Ist das Vorhaben etwa gefährdet? Sarah rechnet sich das Schlimmste aus: "Kranke Kinder plus ein enttäuschter Ehemann."

Die Schattenseiten des Lebens erlebt Sarah auch, als sie sich auf eine Klettertour im Wald einlässt. Und das, obwohl der liebe Gatte sich extra Gedanken gemacht hat über gruppendynamische Prozesse: "Das ist gut für das Team. Das stärkt den Kampfgeist." Hübsch gesagt in der Theorie, die Praxis sieht aber anders aus: Als Sarah sich in mehreren Metern Höhe von Pfahl zu Pfahl hangeln soll, bricht sie in Tränen aus. Sie schreit, sie hat Angst, sie spricht vom Tod. Mensch Kinders, musste es denn wirklich so weit kommen? Oder kommt es etwa noch schlimmer?

Von Sylvie-Sophie Schindler
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
VanLinden (26.07.2008, 11:04 Uhr)
Schwachsinnssendung
Wen bitte interessiert es was diese Trulla mit ihrem Typen macht? Niemanden mit ein bisschen Hirn im Kopf. Genauso wenig wie der Bericht wie sich die abgehalfterte Birgit Nielsen von von Ärzten runderneuern läßt. Das es solche Berichte im Fernsehen gibt zeigt einfach nur wie weit das Niveau der Deutschen in den letzten Jahren auf den Hund gekommen ist. Man gucke sich nur mal die Leute in den Talkshows an, die können teilweise noch nicht einmal einen normalen Satz sagen. Am Ende eines jeden Kommentars von denen heißt es dann immer: "oder so". Es ist schon erschreckend wie weit die Verblödung durch die Medien in Deutschland vorangeschritten ist.
jabadahat (25.07.2008, 22:44 Uhr)
wo?
Auf welchem Sender läuft die Scheiße eigentlich?
Danke "STERN" für den Bericht :-(
vubler (25.07.2008, 14:56 Uhr)
warum nicht einfach ignorieren?
Ich wüsste gar nicht, dass es diese Sendung gibt, wenn der Stern nicht andauern darüber berichten würde!
so what???
johnniedeamonic (25.07.2008, 14:08 Uhr)
nur "Z" Promis?
nichteinmal mit dem chinesischen Alphabet das über 3000 Zeichen hat ließe sich die Stellung dieser sog. Promis in unsere Gesellschaft anständig darstellen,
da ist der 26. Platz als"Z-Promi" fast noch ein Lob......
Countryjoe (25.07.2008, 12:28 Uhr)
Z-Promis aus der untersten Schublade
Zum Glück muss man sich diese Z-Promis aus der untersten Schublade nicht ansehen. Das Niveau gewisser Sender erreicht Tiefen, die bislang unvorstellbar waren.
foxx07 (25.07.2008, 12:15 Uhr)
Wann bekommt die ....
... Autorin dieser TV-Kommentierungen eigentlich mal einen Duden geschenkt oder einen fähigen Lektor an die Seite gestellt? Diese Häufung von Rechtschreibfehlern ist peinlich (zumindest für den Leser) und wäre nur bei einer diagnostizierten Legasthenie der Autorin entschuldbar - dann allerding würde ihr auch mein höchster Respekt für ihre Kommentare gebühren.
sportartmakler (25.07.2008, 12:07 Uhr)
ich schwöre ;)
mir geht wie dem vorkommentator, in der werbung mal reingezappt und angeekelt wieder raus....es ist einfach pure mediengeilheit + das schwesterchen was auch ein großes stück vom kuchen haben soll. talent? kann ich schwer beurteilen, aber mit nem promi in der familie kein ding.
schade77 (25.07.2008, 11:49 Uhr)
Ich schwöre,
...ich hab nur jede Folge max. 5 Minuten gesehen. Mein Spektrum ist sehr breit, ich schaue gerne intelligente Sendungen, ernsthafte Dokumentationen, kann aber auch mal bei TV-Müll ein bissl entspannen. Aber diese Serie mit Sarah und Mark kann selbst mit dem besten Willen nicht angeschaut werden. Bei der ersten Staffel hatte man minutenweise das Gefühl, dass die Kamera locker dabei ist und es auch wirklich so sein könnte. Aber für die neue Staffel hätten sie auch andere Schauspieler nehmen können, da ALLES inszeniert ist und das schlimme dabei . . . auch noch furchtbar schlecht und peinlich, sei´s eben das Rollenspiel oder der "Gärtner". Das ist nicht auszuhalten. Und meiner Meinung nach ist das eh nur ne Promo-Sendung, um ihr kleines Schwesterlein bekannt zu machen und ich könnte mein Geld verwetten, dass in der letzten Sendung (Gott hilf, dass diese bald kommt!) gaaaanz groß eine CD der SChwester in die Kamera gehalten wird.
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