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Hollywoods aufregendster Augenaufschlag

Sie arbeitete mit den größten Regisseuren und wurde dennoch nie zum Star, jetzt starb Karen Black an Krebs. Fans hatten zuvor Tausende Dollar für ihre Behandlung gespendet.

  Noch im November zeigte sich Karen Black bei der Premiere von "Hitchcock" in Los Angeles

Noch im November zeigte sich Karen Black bei der Premiere von "Hitchcock" in Los Angeles

Die US-amerikanische Schauspielerin Karen Black ist tot. Nach Angaben ihres Sprechers starb sie am Donnerstag in Los Angeles, wie die "Los Angeles Times" berichtete. Sie war 74 Jahre alt.

Black spielte in den 60er und 70er Jahren in mehreren großen Hollywoodproduktionen, gewann Dutzende Filmpreise und war sogar für den Oscar nominiert. Bekannt war sie aufgrund ihres Silberblicks und ihrer exotischen Ausstrahlung.

In über 50 Fernseh- und Kinoproduktionen stand sie während ihrer Karriere vor der Kamera. Francis Ford Coppola holte sie 1966 für seine Komödie "Big Boy, jetzt wirst du ein Mann" von der Theaterbühne auf die Leinwand. In Dennis Hoppers Kultfilm "Easy Rider" (1969) hatte sie einen denkwürdigen Auftritt als Prostituierte auf LSD. Es folgte das Werk "Five Easy Pieces - Ein Mann sucht sich selbst" von Regisseur Bob Rafelson. In dem Drama spielte Black eine Kellnerin und die Geliebte von Hauptdarsteller Jack Nicholson.

Dieser Auftritt bescherte ihr eine Golden-Globe- und eine Oscar-Nominierung. Sie gewann den Globe, musste aber Beifall klatschen als Helen Hayes bei den Oscars für "Airport" ausgezeichnet wurde. Für ihre Rolle als verschmähte Geliebte Myrtle Wilson in "Der große Gatsby" mit Robert Redford erhielt Black ihren zweiten Golden Globe. Sie war Teil der Ensemble-Besetzung in Robert Altmans Kultfilm "Nashville" (1975). John Schlesinger holte sie für "Der Tag der Heuschrecke" (1975) und Alfred Hitchcock für "Familiengrab" (1976) vor die Kamera.

Treue Fans halfen in Not

Trotz Preisen und ihrer Zusammenarbeit mit den aufregendsten Regisseuren ihrer Zeit, gehörte Black nie zur ersten Garde der strahlenden Hollywoodstars wie Mia Farrow, die als Daisy Buchanan in "Der große Gatsby" ihren Ruhm als kindliche Schönheit verfestigte.

Stattdessen nahm sie Rollen in teurem Blockbusterschund an, wie dem absurden Katastrophenfilm "Airport '75 - Giganten am Himmel" mit Charlton Heston - ausgerechnet ein Remake des Kinoerfolgs "Airport". In dem italienischen Horrorfilm "Killer Fish" stand sie neben "Cold Sievers"-Darsteller Lee Majors vor der Kamera. In Deutschland wurde der Film - warum auch immer - als "Piranha II - Die Rache der Killerfische" vertrieben. Wegen seiner hirnrissigen Handlung und stümperhaften Effekte wurde er unfreiwillig zum Kult.

Seit 1987 war die Schauspielerin mit dem Regisseur und Produzenten Stephen Eckelberry, ihrem vierten Ehemann, verheiratet. Der Glanz Hollywoods war längst verflogen als sie 2010 an Krebs erkrankte. Die teure Behandlung konnte sie nicht bezahlen, weswegen sie sich Anfang des Jahres an ihre Fans wendete und versuchte, die Kosten per Crowdfunding zu bewältigen. Die Fans spendeten weitaus mehr als die Behandlung kostete. Leider vergeblich.

Donnerstagabend verkündete ihr Ehemann über Facebook, dass Black den Kampf gegen den Krebs verloren hatte.

ono/DPA/DPA

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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