. .
Leute - Stars und Promis
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. April 2007, 12:03 Uhr

Kreuzzug kontra Klopapier

Sheryl Crow forderte ihre Mitmenschen auf, weniger zu wischen. Doch auf den wütenden Widerstand ihrer Landsleute war sie nicht vorbereitet. Der Ärger über ihren verordneten Sparzwang beim Klopapier reichte sogar bis ins Weiße Haus. Von Frank Siering, L.A.

Singende Öko-Aktivistin: Für ihren Sparzwang beim Klopapier musste Sheryl Crow viel Häme einstecken© Shawn Thew/EPA/DPA

Sheryl Crow machte in jüngster Vergangenheit häufiger Schlagzeilen. Da war ihre verhängnisvolle Affäre mit Tour-de-France-Radler Lance Armstrong. Dann der Schock mit der Diagnose über Brustkrebs. Und jetzt das Toiletten-Desaster.

Toiletten-Desaster? Richtig gelesen. Sheryl Crow verlangt von ihren Mitbürgern, dass sie ihr Wischpapier nur noch "limitiert und kontrolliert" nutzen. Das gab die Musikerin während ihres zweiwöchigen "Stop Global Warming"-Kreuzzugs durch Amerikas Universitäten in Springfied, Tennessee zum Besten. Sie glaubt, dass "wenn jeder nur zwei oder drei Blatt pro Sitzung verwendet, das Abholzen von Wäldern reduziert werden kann". Die Äußerung reichte, um sich sofort eine volle Breitseite von amerikanischen Satirikern einzufangen. "Sheryls Krieg gegen das Toilettenpapier" titelten die einen, "Crows Ideen sind für die Toilette" mokierten die anderen. Rosie O'Donnell, auferstandene Talk-Show-Queen und Großmaul mit Einmischdrang, wetterte im Frühstücksfernsehen gegen den Vorschlag von limitiertem Wischpapier: "Hat sich die liebe Sheryl mal meinen großen Hintern angeschaut? Ich glaube nicht, dass da zwei, drei Blatt reichen", so O'Donnell in der Sendung "The View". Crow gegen Rove Schnell stellte sich heraus, dass der Kommentar zum PR-Gau für Crow werden würde. Als es dann auch noch bei einem Abendessen in Washington zu einem handfesten Streit zwischen Crow und George Bush-Berater Karl Rove kam, war klar, dass die Bardin zurückrudern musste.

Drei Jahre lang war Sheryl Crow mit Lance Armstrong liiert© Kevin Winter/Getty Images

Gestärkt durch den Applaus 18-jähriger College-Kids fühlte sich Sheryl Crow in ihrer neuen Rolle als ökologische Vorkämpferin bestätigt - vorbei die Zeiten, wo sie als surfende Plattenmillionärin von sich Reden machte. Also nutzte sie bei einem Korrespondenten-Dinner im White House die Gelegenheit und konfrontierte Mr. Rove mit der globalen Erderwärmung. Es kam zu einer lautstarken Auseinandersetzung, in der Crow Roves Arm packte. Bodyguards schritten ein, Rove bellte Crow an: "Fassen Sie mich nicht an!" Die sonst so sanfte Sheryl hatte noch immer nicht genug, konterte: "So können sie mit uns nicht umgehen. Sie arbeiten für uns." - "Ich arbeite für die amerikanische Bevölkerung", erwiderte Rove. Worauf sich das tapfere Öko-Schneiderlein Sheryl aufbäumte und "wir sind die amerikanische Bevölkerung" zischte.

Der kleine Luxus für zwischendurch

Als sich die Gemüter endlich beruhigt hatten, sah sich Mrs. Crow dann aber doch gezwungen, ihr "Toiletten-Statement" etwas zu entkräften. Stand doch schließlich ihr Image auf dem Spiel. "War alles nicht so gemeint", beschwichtigte die Öko-Wischerin. "Nur ein kleiner Scherz auf der Bühne einer Uni während einer unterhaltsamen Minute", sagt Crow jetzt. Glück gehabt: Die Amis dürfen weiter wischen. Solange Sheryl Crow ihr Okay gibt, ist die WC-Welt im Land der unbegrenzten Dümmlichkeiten also wieder in Ordnung.

Vielleicht aber hat sich Mrs. Crow auch daran erinnert, dass sie nicht unbedingt die geeignetste Person ist, um mit erhobenem Umweltschutz-Zeigefinger über College-Campusse zu stolpern. Schreibt doch die Website "TheSmokingGun.com", dass Crows Entourage bei der Stop Global Warming Tour in drei Trucks mit großen Anhängern, vier Bussen und sechs Privatfahrzeugen reiste. Nicht gerade sehr umweltfreundlich.

Ach so, und die bescheidene Crow bestand während der Tour auch auf die tägliche Lieferung von gekühltem Grolsch Bier (zwölf Flaschen), sechs Flaschen "lokalem Bier", gutem importierten australischem Cabernet und einem ordentlichen Merlot für die kleinen Partys nach den Auftritten. Umweltschutz macht durstig.

Von Frank Siering, L.A.
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
kauri92 (26.04.2007, 14:43 Uhr)
Mrs. Crow...
...wäre sie nur, wenn sie verheiratet wäre. Und selbst wenn sie das wäre, dann hätte sie wohl ihren Namen behalten und wäre 'Ms. Crow' oder 'Miss Crow'.
waelder (25.04.2007, 18:22 Uhr)
Klopapier
Wenn schon Klopapier sparen, dann nur durch eine beidseitige Nutzung!
Asiat (25.04.2007, 16:59 Uhr)
nun mal langsam...
...die abgeholzten Baueme haben vielleicht nicht ganz soviel damit zutun, aber in Ueberflussgesellschaften wird selbst oft das Klopapier im
Ueberfluss runtergespuelt.
In 15 asiatischen Jahren, davon bisher 5 mit einem kleinen Hotel, habe ich mir diesen Ueberfluss selbst abgewoehnt, muss aber haeufig Gaeste darauf hinweisen, wenn wieder mal eine verstopfte Toilette bereinigt werden muss.
krautundrueben (25.04.2007, 15:58 Uhr)
Land der unbegrenzten Duemmlichkeit?
Das ist eine Aussage die ausserpolitisch fuer viel Empoerung sorgen duerfte. Da kann man doch nur den Kopf schuetteln, dass Leute, die sich Journalisten schimpfen, zu solchen klischeehaften Aussagen faehig sind. Aber es laesst sich wohl besser verkaufen wenn der Stern sich solcher Bildzeitungs-Schlagwoerter bedient um der Gier nach negativen Meldungen aus den USA gerecht zu werden. Da fuehlt sich der Deutsche doch seiner Vorurteile bestaetigt und wertet damit das eigene Image enorm auf. Wir werden sehen, wie die amerikanische Presse reagiert.
faerie_glen (25.04.2007, 15:37 Uhr)
Stern = ironiefreie Zone?
Lieber Stern-Schreiber,
Das Ms Crows Toilettenpapier-Spruch scherzhaft gemeint war, ist doch wohl aus zehn Meilen Entfernung zu erkennen, oder? Sowas kann doch nur die "Bild" ernstnehmen. Peinlich, peinlich.
Jennydog (25.04.2007, 15:13 Uhr)
Schon die Germanen
Liebe Sheryl Crow: Schon die alten Germanen hatten ihre Sparregeln. Die haben aber nie übertrieben:"Ein jeder Germane braucht seine vier, ein Vor-, ein Haupt-, ein Nachwisch, ein Polier."
MEHR ZUM ARTIKEL
Rockstar Sheryl Crow wegen Brustkrebs operiert

Rocksängerin Sheryl Crow ist wegen einer Brustkrebserkrankung operiert worden. Nun folgt eine Strahlentherapie. Crows-Ex-Verlobter, Radrenn-Star Lance Armstrong, zeigte sich "erschüttert". mehr...

Sheryl Crow "Lance ist wie ein Rockstar"

Die Sängerin und der Sieger. Sheryl Crow erzählt im stern-Interview, warum Lance Armstrong die Liebe ihres Lebens ist - obwohl der US-Präsident zwischen ihnen steht. mehr...

Spendenmarathon Stars bitten um Geld für "The Big Easy"

Dutzende Stars, darunter Julia Roberts, Jack Nicholson, Sheryl Crow und die Rolling Stones haben sich mit einem Musik- und Spendenmarathon für die Hurrikan-Opfer im Süden der USA eingesetzt. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft