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24. Januar 2008, 22:08 Uhr

Nie wieder nackte Bruni

Zerknirschung bei der spanischenn Lifestyle-Zeitschrift "DT": Der Coup mit den Nacktfotos von Carla Bruni sorgt offenbar für heftigen Ärger mit höchsten französischen Kreisen. Sarkozys Volk hingegen beschäftigt sich mit der Frage: Kann der Präsident "so eine" überhaupt noch heiraten? Von Astrid Meyer, Paris

"DT" wird die restlichen Fotos der nackten Bruni nicht veröffentlichen© Reflex

Wird er sie trotzdem heiraten? Ist es der Verlobungsring, Geschenk des französischen Präsidenten, den sie auf dem Nacktfoto trägt? Und sollte sie es tatsächlich gewagt haben, Nacktfotos von sich machen zu lassen, während sie schon mit Nicolas Sarkozy liiert war?

Die Aufregung in den französischen Blogs ist groß. Die traditionellen Medien schweigen. Kein Wort in der "Le Monde" über eine doch höchst verblüffende Tatsache: Ein spanisches Magazin veröffentlicht ein Nacktfoto der zukünftigen First Lady Frankreichs. Auch die übrigen Tageszeitungen und Magazine würdigen das Foto keiner Beachtung.

Dabei dürfte das spanische Lifestyle-Magazin "DT" eine Weltpremiere gelandet haben: Die Angetraute respektive Verlobte eines Staatsoberhauptes während seiner Regierungszeit nackt zu zeigen. Für Aufmerksamkeit hat das auf jeden Fall gesorgt, aber wohl nicht nur für Erwünschte.

Am Erscheinungstag posaunte die Redaktion des spanischen Blattes noch herum, die Fotos seien Anfang Dezember gemacht worden, als Bruni und Sarkozy schon ein Paar waren, und zwar im Elysée-Palast. Es seien dies die letzten Nacktfotos von Carla Bruni.

Keine weiteren Veröffentlichungen

Am Tag darauf war Zerknirschung eingekehrt und die Pressesprecherin von DT gelobte stern.de gegenüber Besserung: Es werde keine weiteren Veröffentlichungen geben, man sei schließlich ein seriöses Blatt. Und nein, die Fotos seien nicht im Elysée gemacht worden. Ende der Durchsage und des Gesprächs mit einem ziemlich nervösen Gegenüber.

Alle Beteiligten, so hieß es, hätten sich so geeinigt. Welche Beteiligten da im Spiel waren, darüber will sich die Dame nicht auslassen. Carla Bruni wohl, und weitere Personen, die offenbar nicht genannt werden dürfen - das klingt nach Einmischung höchster diplomatischer Kreise und heftiger Schelte für die Chefredaktion.

Kann er "so eine" noch heiraten?

Was wohl auch Fragen beantwortet, die aufgeregte Franzosen einander in einschlägigen Blogs stellen: Wird der Präsident "so eine" noch heiraten? Er hat jedenfalls Glück in seinem Land: Kein seriöses Medium stellt die Frage öffentlich. Im Untergrund - beim Volk sozusagen - gärt dennoch die alte Sorge: Dass Sarkozy via italienischer Geliebter Frankreich in der Welt lächerlich mache. Für andere ist klar, dass der Konservative ein Vorreiter der Emanzipation ist, der es wagt, sich zu einer gestandenen Frau zu bekennen, die eben auch eine Vergangenheit hat.

Welch eine Hysterie das Foto ausgelöst hat zeigt auch die Tatsache, dass die meisten Betrachter den Verlobungsring von Dior auf dem Foto erkennen wollten - dabei ist der Ring eindeutig schmal und nicht herzförmig. Offenbar ist Carla Bruni noch lange nicht so provozierend wie die Fantasien, die sie auslöst.

Folgen sind zu erwarten

Angesichts der Tatsache, dass Sarkozys Ex Cécilia Sarkozy gerade ein französisches Magazin (Closer) auf 250.000 Euro Schadensersatz verklagt hat, weil es zwei Bikini-Fotos von ihr veröffentlichte, kann man wohl mit Folgen für das spanische Magazin rechnen. Ob die allerdings öffentlich gemacht werden, ist zweifelhaft. Am Breittreten dieses Faux-Pas der Bruni hat das Paar kein Interesse.

Der Hype nützt vor allem den Suchmaschinen: Der Preis für den Klick dank des Suchwortes "Bruni" steigt beständig. Vier bis fünf Euro pro Klick müssen Website mittlerweile bezahlen, wenn sie bei den Suchmaschinen oben stehen und so ihre Chancen auf Besuch erhöhen wollen.

Von Astrid Meyer, Paris
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
AliceWalsh (25.01.2008, 17:51 Uhr)
Da fragst dich...
Den Franzosen scheint die Politik und das Wohlergehen des Landes und Volkes komplett egal zu sein. Dann schon lieber ueber ein paar Photos diskutieren als sich Gedanken zu machen wie es in Frankreich weitergeht.
mona.lisa (25.01.2008, 17:34 Uhr)
Malt - sag ich doch !
Malt : alles klar, ich hatte Recht: Männer können besser kucken als denken.
insLot und Malt: offenbar bin ich nicht verstanden worden: nicht ICH bestimme, was geht und was nicht.
Jetzt alles klar?
Und persönliche Vermutungen über mein Außeres würde ich lassen, das machen doch nur Leute, denen keine wirklichen Argumente einfallen.
Pasimaro (25.01.2008, 13:19 Uhr)
Unglaublich
Es kommt mir so vor, als wenn niemand mehr sich um die Politik kümmert! Ein Präsident, der durch solche Dinge in die Schlagzeilen gerät, gehört nicht an die oberste Stelle! Es geht immer noch um Politik!
Malt (25.01.2008, 13:10 Uhr)
@monalisa
Da hat insLot recht. Warum sollte das NICHT gehen? Weil Leute wie Sie das sagen? Und wenn ich sage, ICH hab' kein Problem damit? Ist meine meinung dann wohl weniger wert als Ihre oder was?
Mag' ja sein, dass Schönheit vergänglich ist, aber ich kann mir gut vorstellen, das die Bruni mit 90 besser aussieht als die Merkel mit 20 ausgeschaut hat. Ausserdem macht sie auch recht ordentlich Musik, und das ist etwas, dass wohl auch im Alter bleibt.
.
Ich will hier jetzt auch nicht mutmaßen, weshalb sie sich an derartigen Frauen stören... aber ich kann mir vorstellen, dass es vermutlich etwas damit zu tun hat, dass es von Ihnen nie derartige Fotos geben wird. Nicht, weil Sie nicht wollen, sondern weil das sonst keiner will! Da grüßt der Neid! Stutenbissigkeit ist kein schöner Charakterzug....
insLot (25.01.2008, 11:46 Uhr)
@mona'lisa
Ihre Bewertung ist vollkommen subjektiv und typisch für Personen des politischen Lebens. Selbige meinen all zu oft, bestimmen zu dürfen, was moralisch richtig wäre. Während Sie bei allen möglichen anderen Entscheidungen ohne weiteres in der Lage sind ihr moralisches Gewissen abzuschalten.
.
Ehrlich gesagt lieber eine nacktes Supermodell an der Seite der First Personen irgend einen Landes. Als Parlament voller Pseudomoralisten.
.
Denn das ist es was eigentlich gar nicht geht, aber in jedem Land leider Tatsache ist.
mona.lisa (25.01.2008, 11:22 Uhr)
insLot und malt
Manche Kombinationen gehen einfach gar nicht. Das hat unter anderem mit Seriosität zu tun. Wer das nicht begreift, dem ist nicht zu helfen.
Und zu dem Spruch "Lieber eine nackte Bruni als 1.Lady als eine angezogene Merkel als Kanzlerin" kann ich nur sagen: in ein paar Jahren ist die Schönheit weg, und was bleibt da dann übrig?
Aber solange Männer besser kucken als denken können, wird sich an dieser Einstellung wohl nichts ändern.
Malt (25.01.2008, 11:10 Uhr)
Lieber...
...eine nackte Bruni als 1.Lady als eine angezogene Merkel als Kanzlerin sag' ich da nur. Die sollen doch froh sein, wenn Frankreich nicht von derartigen Gesichtsbaracken repräsentiert wird, wie's bei uns der Fall ist.
insLot (25.01.2008, 10:08 Uhr)
@Silbador
Zitat: "ist hier aber echt zutreffend.
Meiner Meinung nach verträgt es sich nicht, die Ambition zu haben, 1. Frau im Lande zu werden und dann solche Aktionen zu starten."
Was hat eine Beziehung (ergo eine private Angelegenheit) mit Ambitionen zu tun? Die große schwäche der Politik ist alles auf das politische zu reduzieren. Nicht für die Politik, sondern für den Menschen!
insLot (25.01.2008, 10:05 Uhr)
Na und?
Sarkozy ist Präsident und nicht seine Gattin.
Blauregen (25.01.2008, 10:01 Uhr)
das gute daran ist, es schafft mehr distanz zum islam :)
Sehr geschmackvolle Bilder.
Ja den Satz finde ich gut: auch sie hat eine Vergangenheit, ich kann die konservativen Bedenken zwar verstehn, aber einen Vorteil hats immerhin, er wird bei den Muslimen nicht landen können, das hat sich ja schon bei der Ägyptenreise gezeigt. Immerhin das bewahrt ihn und Frankreich vor einem Kuschelkurs mit ihnen :)
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