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9. November 2009, 11:53 Uhr

Oops, she did it again

Muss ein Pop-Konzert live gesungen sein? Während sich Fans in Europa und den USA längst an Playback gewöhnt haben, hat ein Auftritt von Britney Spears in Perth die Australier verärgert. Die Pop-Diva selbst zeigte sich anschließend "stinksauer".

Britney Spears

Das Mikrofon ist offenbar nur Dekoration: Britney Spears bei einem Live-Auftritt© Peter Kramer/AP

Mehr als 17.000 Fans fieberten ihr entgegen: Britney Spears hat am Freitagabend im westaustralischen Perth das Auftaktkonzert ihrer "Circus"-Tour gegeben. Es ist ihre erste Tournee auf dem fünften Kontinent. Doch anders als in den USA, sorgt die Tatsache, dass Spears die meisten ihrer Lieder nicht live singt, unter den Australiern für Aufregung.

Aufgebrachte Fans hätten das Konzert der US-Popsängerin nach nur drei Liedern wegen ihres Playback-Gesangs in Scharen verlassen, berichteten australische Medien am Samstag. "Wir sind große Britney-Fans, aber das war Mist", sagte Josh Blee der Zeitung "Australia's News Limited". Er habe gedacht, dass Spears nach der Blamage mit dem asynchronen Playback bei den Music Awards wieder etwas gut machen wolle. Stattdessen habe Britney ihre Fans enttäuscht.

Verärgert über die negative Berichterstattung hat sich inzwischen Spears Promoter Paul Dainty zu Wort gemeldet. Dass Fans scharenweise die Show verlassen hätten, sei "die größte Lüge, die ich je gehört habe", sagte Dainty der Zeitung "The Australian". Britney sei "stinksauer": "Wir können damit leben, wenn etwas schief läuft und die Menschen Kritik äußern - aber zu sagen, dass die Zuschauer aus der Show gestürmt seien, ist ein absolutes Hirngespinst." Besonders die Tatsache, dass Spears für ein normales Ticket bis zu 200 australische Dollar (ca. 150 Euro) verlangt hatte, ließ Verbraucherschützer bereits im Vorfeld des Konzerts aufhorchen. Sogar die Politik mischte sich mit einer klaren Warnung ein. Die Zuschauer Down Under würden keine "Mickey-Mouse-Auftritte" mit bloßen Lippenbewegungen zu Musik vom Band akzeptieren, sagte die Verbraucherschutzministerin des Bundesstaats New South Wales, Virginia Judge am Freitag. "Eines muss klar sein: Live heißt live", betonte Judge.

Judge hatte verlangt, dass es auf den Eintrittskarten klar gekennzeichnet sein müsse, falls Spears teilweise Playback singe. Ob die Sängerin deswegen mit Klagen von enttäuschten Fans, die ihr Geld zurückverlangen, rechnen muss, ist derzeit unklar. Nach Angaben des Veranstalters lägen bisher keine Beschwerden vor. Britney Spears tourt seit März 2009 mit "Circus" durch die USA und Europa und war im Juli auch in Deutschland zu Gast. In der Berliner "O2-World" gab sie ihr einziges Deutschlandkonzert.

Eine Kennzeichnungspflicht für Playback-Konzerte auf deutschen Eintrittskarten besteht nach Informationen der Hamburger Verbraucherschutzzentrale nicht. Käufer könnten allerdings zivilrechtlich prüfen lassen, ob eventuell ein Mangel im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches vorliege, der zumindest zur Minderung des Kaufpreises führen könnte. Bisher sei ein solcher Fall allerdings nicht bekannt.

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Muss ein Pop-Konzert live gesungen sein?

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KOMMENTARE (9 von 9)
 
cecitf@yahoo.com (10.11.2009, 16:15 Uhr)
Natürlich...
kann man sich als Spears-Fan denken, dass man außer einer mehr oder minder guten Show nichts zu sehen kriegen wird. Dass Pop-Sternchen dieser Art nicht live singen sondern eher durch imposante Kleidung und Tanzeinlagen zu beeindrucken versuchen, ist sogar vielen bekannt, die das ganze Gerummel nicht aktiv verfolgen. Doch die Tatsache, dass es für viele Fans akzeptabel geworden ist, keinen Live-Gesang für ihr gutes Geld zu kriegen, bedeutet meiner Meinung nicht, dass dies so bleiben sollte! Insofern finde ich die Beschwerden in Australien toll, denn es freut mich, dass jemand Spears (stellvertretend für ihre Kolleginnen) sagt, dass Playback auf einem Live-Konzert einfach nicht akzteptabel ist. Vielleicht ist sie bisher damit erfolgreich gewesen, doch das macht es nicht weniger betrügerisch.
Holadiewaldfee (10.11.2009, 10:56 Uhr)
Preis
Für 150 Euro pro Karte ist das echt eine Unverschämtheit! Ich würd mich als Konzertbesucher auch maßlos ärgern!
rynaldo (09.11.2009, 16:59 Uhr)
Tanzveranstaltung
Tut mir leid, aber dass was Spears, Madonna etc. machen, hat mit Musik nichts zu tun, das sind Tanzveranstaltungen, bei denen man nicht weiß, was da vom Band kommt. Ich mache selbst seit 30 Jahren aktiv Musik, da weiß man genau wie eine Band "Live" klingt. Jeder haut da mal daneben oder das Timing haut nicht richtig hin. Aber das ist es ja warum man zu Live-Veranstaltungen geht.
maindelfin (09.11.2009, 16:15 Uhr)
Betrug
Wer ein "Live"-Konzert gibt muss auch live singen (können)!! Playback-Konzerte sind Betrug an den Fans, die ja immerhin dafür sorgen, dass solche "Künstler" nicht gerade am Hungertuch nagen!!! Aber da ist die Tussi Spears leider nicht die einzige, die sich so etwas erlaubt. Schon Mitte der Neunziger-Jahre hat ein Herr Müller-Westernhagen einen Playback-Auftritt bei Rock im Park in Nürnberg hingelegt. Bei miserablem Wetter haben zig-tausende Fans auf dessen Auftritt sehnlichst gewartet, um dann so betrogen zu werden. Zugabe gab´s damals natürlich auch keine. Dem Herrn Westernhagen war damals das Wetter offenbar zu kalt. Wer nicht wirklich live singen kann, oder dafür zu blöd ist, sollte dazu verdonnert werden, das Eintrittsgeld zurück zu geben.
jambco (09.11.2009, 14:18 Uhr)
Wie naiv sind die Australier?
Ich bin weiß Gott kein Fan von Britney Spears, weiß aber zumindest so viel, dass sie bei ihren Shows nie live zu singen pflegt. Nun ist das etwas, was zugegebenermaßen nicht jeder wissen muss und kann, der schon mal von Frau Spears gehört hat. Wenn ich mich aber genug für sie interessiere, um mir ein Konzertticket zu holen, sollte dieser Umstand eigentlich bekannt sein, da es schon häufiger in den Medien zu lesen war, dass Britney Spears bekannt dafür ist, Playback Shows abzuliefern. Selbst bis zu den Australischen Fans/Medien sollte es sich inzwischen herumgesprochen haben... aber anscheinend nicht. Ich bin 100% der Meinung, dass Künstler bei Live-Konzerten auch live singen sollten. Und 150 Euro für ein Konzertticket bei dem ich Playback erwarten darf, ist unverschämt. Aber wenn man sich als Fan von Frau Spears bezeichnet, sollte einem die Info, dass sie nicht live singen kann, nicht unbekannt sein.
Malt (09.11.2009, 13:18 Uhr)
Naja....
....wer 150 EUR für sowas ausgibt hat vermutlich eh' zuviel Geld. Und die Spears scheint's wohl nötig zu haben....
DerSterndeuter (09.11.2009, 13:12 Uhr)
selber schuld
Ganz egal, wer spielt, wenn ich ein Live-Konzert besuche, erwarte ich kein Playback. Ist es aber so, ist es für mich eine Täuschung der Fans und wer einen solchen "Star" weiterhin anhimmelt, hat es nicht besser verdient. Wer nun in weitere Konzerte von Frau S. geht ist selber schuld, wenn er mehr als den Betrag einer CD dafür bezahlt.
DasBertl (09.11.2009, 12:57 Uhr)
Britney Who?
Wer will die eigentlich wirklich "singen" hören? Es ist doch inzwischen klar, dass die Frau nicht singen kann und es sich nur irgendwie nach etwas anhört, wenn das ganze vorher extrem im Studio nachbearbeitet wurde. Sehen möchte man die Frau aber auch nicht, eine Schönheit jedenfalls ist sie nicht. Aber es gibt halt Fans für alles mögliche. Nur SO viel Kohle für eine lausige MiniPlaybackShow auszugeben, da muss man schon sehr leidensfähig sein...
SoistdasLeben (09.11.2009, 12:31 Uhr)
Mickey Mouse Auftritt?
Vielleicht sollte dann auf dem Plakat stehen:

Britney kommt - zum Playback asynchron Lippenbewegen - nach Deutschland.

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