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Königin Silvia verteidigt Vater gegen Nazi-Vorwürfe

Nach den Gerüchten um die Nazi-Vergangenheit ihres Vaters hatte Königin Silvia Nachforschungen veranlasst. Die sollen nun belegen, dass der Deutsche zu Unrecht beschuldigt worden sei.

  Schwedens Königin Silvia zeigt sich "erleichtert" über das Ergebnis der Nachforschungen über die Nazi-Vergangenheit ihres Vaters

Schwedens Königin Silvia zeigt sich "erleichtert" über das Ergebnis der Nachforschungen über die Nazi-Vergangenheit ihres Vaters

Schwedens Königin Silvia hat auf der Internetseite des schwedischen Hofes umfassende Materialien zur Nazi-Vergangenheit ihres deutsch-brasilianischen Vaters veröffentlicht. In einem am Donnerstag vom Königshaus veröffentlichten Web-Video sagte die 1943 in Heidelberg geborene Silvia, sie sei "erleichtert" über das Ergebnis eigener Nachforschungen zu Vorwürfen, nach denen der 1990 gestorbene Unternehmer Walther Sommerlath sich am Vermögen des verfolgten jüdischen Unternehmers Efim Wechsler bereichert habe.

"Ich habe keinen Grund, mein Bild von meinem geliebten Vater zu ändern", schreibt Silvia im Nachwort des gleichzeitig im Internet veröffentlichten Buchs "Das vergessene Dokument". Das Buch zeichnet die Beziehung ihres Vaters mit dem aus Berlin nach Brasilien geflohenen Fabrikanten Wechsler nach.

Der Sender TV4 hatte 2010 den Vorwurf erhoben, dass Sommerlath die Fabrik von Wechsler im Zuge der sogenannten Arisierung günstig übernommen und sich danach als Rüstungslieferant an der Kriegsführung der deutschen Nationalsozialisten bereichert habe.

Silvia war für Verteidigung ihres Vaters kritisiert worden

Die Ehefrau von König Carl XVI. Gustaf hatte ihren Vater zunächst verteidigt und sagte unter anderem in einem Interview: "Man muss psychologisch verstehen, wie das war, als Deutschland sich plötzlich wieder aus der Asche erhob. Und diese Freude darüber, dass das Vaterland wieder da war. Deshalb stützte mein Vater Deutschland und wurde Parteimitglied." Das brachte ihr viel Kritik ein.

Nach Tadel in schwedischen Medien und auch aus Deutschland beauftragte Silvia brasilianische Anwälte sowie den Ex-Chef des schwedischen Nationalarchivs, Erik Norberg, mit eigenen Nachforschungen, wie die Übernahme der Wechsler-Fabrik durch ihren Vater ablief. Sommerlath war in der Nazi-Zeit aus Brasilien nach Deutschland zurückgekehrt.

Im Nachwort zu Norbergs Buch über diese Zeit schreibt die Königin jetzt: "Durch das geschickt ausgedachte und durchgeführte Tauschgeschäft (mit Wechsler) half mein Vater de facto, bewusst und aktiv einem staatenlosen jüdischen Mann, Deutschland zu verlassen. Er verschaffte ihm die Voraussetzungen, die nötig waren, um ein neues Leben in Brasilien anzufangen."

fle/DPA/DPA

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