9. August 2012, 09:23 Uhr

"Auch Mütter können sexy sein"

Wenn es um ihr Privatleben geht, versteht sie keinen Spaß. Im Kino allerdings macht sich Jennifer Lopez gerne über sich selbst lustig. So auch in ihrem neuen Film "Was passiert, wenn's passiert ist". Von Frank Siering, Los Angeles

© Ethan Miller/Getty Images Jennifer Lopez Die Sängerin und Schauspielerin Jennifer Lopez zählt zu den schillerndsten Figuren im Showbusiness. Nicht nur, weil die 42-Jährige Mutter gerade ihren Chauffeur auf 20 Millionen Dollar verklagt hat. Er soll versucht haben, "Jenny from the Block" um 2,8 Millionen Dollar zu erpressen. Nein, Lopez ist auch deshalb eine so faszinierende Person, weil sie wie ein "Hansdampf in allen Gassen" ständig und überall zugegen zu sein scheint und das Wort "Pause" nicht im Vokabular führt.

Ihre zahlreichen Business-Abenteuer ­- ob nun eine eigene Modelinie, ein neues Parfum, eine Konzert-Reihe mit Enrique Iglesias oder eine lustige Autowerbung ­- katapultieren Jennifer Lopez jedes Jahr aufs Neue in die Ranglisten der reichsten Entertainer der Welt. Auch die kleinen "Fehler" im Privatleben -­ Lopez war immerhin schon dreimal verheiratet, zuletzt mit dem Popbarden Marc Anthony, mit dem sie auch zwei Kinder hat - scheint sie locker wegzustecken.

Dieser Tage amüsiert sie sich mit ihrem ehemaligen Backup-Tänzer Casper Smart, der unlängst selbst in die Schlagzeilen geraten war, nachdem er -­ so das "Star Magazine" - einen erotischen Massagesalon in New York besucht haben soll. Lopez und Smart bezeichnen diese Behauptungen als eine Lüge.

Woher nimmt die Frau, die im wirklichen Leben noch jugendlicher wirkt als im Fernsehen und so gut riecht wie eine frische Meeresbrise, bloß diese Energie? Was treibt sie an? ­Und wo findet die zweifache alleinerziehende Mutter nur die Zeit, ganz nebenbei noch in einem neuen Kinofilm die Hauptrollen zu übernehmen.

In "Was passiert, wenn's passiert ist", bekommt auch das deutsche Publikum in der nächsten Woche eine neue Dosis Lopez verabreicht. Im Gespräch mit stern.de in Los Angeles sucht die lachende Diva nach einem Erklärungsmodell für ihre Endlos-Aktivitäten - und bleibt dabei recht erfolglos.

Jennifer, im echten Leben sind Sie Mutter von Zwillingen. In ihrem neuen Film spielen Sie eine Frau, die adoptiert. Käme das auch für Sie infrage?

Oh, absolut. Wenn ich keine Kinder kriegen könnte, dann hätte ich adoptiert. Keine Frage!

In "Was passiert, wenn's passiert ist" geht es um die Ups und Downs in einer Schwangerschaft. Wie war das für Sie?

Meine Schwangerschaft? ­Frauen werden mich hassen, aber es war total einfach. Ich war sogar bis zum sechsten Monat noch auf Tour. Aber meine Nase und meine Füße sind gewachsen während meiner Schwangerschaft. Das ist kein Witz. Und mein Gehirn ist geschrumpft.

Ihr Gehirn ist geschrumpft?

Ja! Ich war viel vergesslicher während meiner Schwangerschaft, konnte mich teilweise an die Texte meiner eigenen Songs nicht mehr erinnern. Andere Frauen haben mir gesagt, dass es ihnen ähnlich ergangen ist.

Sie sind ein echtes Energiebündel. Wie kriegen Sie das nur alles so gut hin, was ist Ihr Geheimnis?

Ich habe viel Glück, eine kleine Armee steht hinter mir und hilft. Und meine Familie ist für mich da. Aber es ist schwerer, als es vielleicht nach außen wirkt.

Sie scheinen so beschäftigt wie nie zuvor. Was hat Priorität bei Ihnen?

Meine Kinder stehen immer an erster Stelle, da gibt es kein Wenn und Aber. Solange ich für sie da sein kann, ist alles in Ordnung.

Sie gelten als eine Frau, die neuen Herausforderungen nur selten aus dem Weg geht. Stimmt das?

Ja, das stimmt. Ich setze mich oftmals diesen verrückten Herausforderungen aus, und erst nachdem ich Ja gesagt habe merke ich, dass ich mich vielleicht zu weit aus dem Fenster gelehnt habe.

Hat sich ihr Stil verändert als Mutter?

Ein bisschen schon. Aber ich fühle mich gut: gesund, fit, happy.

Und sexy?

Na klar, auch sexy. Mütter können sehr sexy sein, finde ich (lacht).

Wie finden Sie die nötige Balance im Leben?

Es ist schwierig. Als die Kids noch nicht da waren, habe ich 24 Stunden am Tag gearbeitet. Heute bin ich anders. Ich bin jetzt eine arbeitende Mutter. Ich nehme mehr Rücksicht, gehe mehr Kompromisse ein.

Was bedeutet Ihnen heute Liebe?

Liebe ist allmächtig und kann gleichzeitig zerstören. Meine Kinder definieren für mich heute Liebe. Sie sind mein wichtigster Schatz.

Glauben Sie, dass Sie noch mehr Kinder haben werden?

Das wäre toll. Sie bringen mir jeden Tag soviel Liebe und Glück. Und sie holen mich immer schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Interview:
 
 
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