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2. März 2009, 12:17 Uhr

Bewährungsstrafe für Franjo Pooth

Pleite-Unternehmer Franjo Pooth kommt mit einem blauen Auge davon: Der Ehemann von Werbe-Ikone Verona ist vom Amtsgericht Düsseldorf wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss er 100.000 Euro Strafe zahlen. Ein öffentlicher Prozess bleibt Poth damit erspart.

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Kommt um einen öffentlichen Prozess herum: Franjo Pooth, hier mit Ehefrau Verona© Michael Gottschalk/DDP

Franjo Pooth ist wegen Untreue, Bestechung und Insolvenzverschleppung zu einem Jahr Haft auf Bewährung und einer Geldauflage von 100.000 Euro verurteilt worden. Ein entsprechender Strafbefehl gegen den geständigen 39-jährigen Ehemann von Werbestar Verona Pooth sei am Montag ergangen, teilte das Amtsgericht Düsseldorf mit. Der Ehemann von Verona Pooth nahm den Strafbefehl an, eine öffentliche Hauptverhandlung findet damit nicht mehr statt. Franjo Pooth ist nun vorbestraft. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Franjo Pooth als Inhaber der Elektronikfirma Maxfield, die in finanzielle Schieflage geraten war, einem Sparkassen-Vorstand eine Heimkinoanlage im Wert von über 8.800 Euro schenkte, um schneller an neue Kredite zu bekommen. Die Richter werteten dies als "Vorteilsgewährung". Das Vorstandsmitglied sollte auf diese Weise "bei Laune gehalten werden", hieß es in der Urteilsbegründung.

Verurteilt wurde Pooth zudem wegen fahrlässiger Insolvenzverschleppung. Die Firma des 39-Jährigen war dem Gericht zufolge bereits Ende September 2007 insolvenzreif gewesen. Der Unternehmer hätte innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag stellen müsse, angemeldet wurde die Pleite jedoch erst im Januar 2008, also drei Monate später. Den ursprünglichen Vorwurf der vorsätzlichen Insolvenzverschleppung ließ die Staatsanwaltschaft fallen.

Geld vom Firmenkonto abgezweigt

Als Bestechung wertete das Amtsgericht die Zahlung von 20.000 Euro an einen britischen Einkäufer und Vertreiber von Maxfield-Geräten. Als Untreue werteten die Richter zudem, dass Pooth vom Firmenkonto knapp 16.000 Euro abhob, um damit seine Wohnung in London zu renovieren. Seinen Mitgesellschaftern verheimlichte er dies und verbuchte das für private Zwecke verwendete Geld demnach als einen angeblichen Forderungsverlust.

Bei der Strafzumessung ist das Amtsgericht Düsseldorf nach eigenen Angaben dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Diese hatte sich zuvor mit Pooths Kölner Anwalt Benedikt Pauka verständigt. Die festgesetzte Geldstrafe muss Pooth an den Insolvenzverwalter seiner Firma zahlen. Die Gesamtsumme der nach Eintritt der Überschuldung gegenüber Kleingläubigern neu entstandenen Verbindlichkeiten habe deutlich unter 100.000 Euro gelegen. Insoweit übersteige die von Pooth zu erfüllende Bewährungsauflage zugunsten der Insolvenzmasse diesen Betrag, erklärte das Gericht.

joe/AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 30)
 
Johann58 (02.03.2009, 19:01 Uhr)
@benkku
wenn Ihnen der Hinweis auf den Recht(s)schreibfehler eine gewisse Befriedigung verschafft, so sei Ihnen das unbenommen. Rechtsprechung hat nur bedingt mit gesundem Menschenverstand zu tun denn oft genug kommt der 'gesunde Menschenverstand' aus dem Bauch und das hat mit Verstand wenig zu tun. Was ungesunder Menschenverstand ist weis ich nicht, aber ich kann ja mal den Duden bemuehen. Ich bleibe aber dabei, dass die meisten die hier geistiges Gut zu dem Urteil gegen Poth gepostet haben null Ahnung vom Insolvenzrecht haben da sie ueberhaupt nicht einschaetzen koennen was der Begriff Insolvenzverschleppung fuer die weiteren rechtlichen Schritte bedeutet. Poth wird nun moeglicherweise mit einer Vielzahl von Klagen eingedeckt, die gegen sein Privatvermoegen gerichtet sind und auch die Staatsanwaltschaft wird nicht untaetig bleiben. Poth droht dann unter anderem auch ein Gewerbeausuebungsverbot. Nicht dass es schade um Poth ist aber so weit denken die wenigsten die von mildem Urteil und zweierlei Mass schreiben. Wenn sich noch ein paar Schreibfehler eingeschlichen haben, bin ich auf jeden Hinweis natuerlich dankbar. (Sind Sie Lehrer oder eionfach nur Oberlehrer)
Benkku (02.03.2009, 18:19 Uhr)
@Johann58: Trotz Paragraphendschungel.
"... der glaubt, dass Rechtssprechung etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun hat"
Meinen Sie mit Ihrer Äußerung nicht sogar sehr richtig, daß Rechtsprechung etwas mit ungesundem Menschenverstand zu tun haben kann?
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P.S. Sie können das Wort Rechtsprechung aber immer noch nicht richtig schreiben. Stimmt's ?
Johann58 (02.03.2009, 17:59 Uhr)
@esophera
das ist genau die Antwort, die man von jemandem erwarten kann, der glaubt, dass Rechtssprechung etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun hat, naemlich anscheinend ueberhaupt nichts versteht. Des Volkes Seele kocht bei einer Verdachtskuendigung wegen Euro 1,30. Es wird aber nicht nachgedacht, dass die Argumentation der Kassiererin anscheinend so schwach war, dass dem Gericht nichts anderes uebrig bleibt als so zu urteilen. Ich hatte ja damals schon geschrieben, dass sie wohl auch einen schwachen Rechtsbeistand hatte. Aber das geht warscheinlich nicht in ihr Hirn ein. Das Urteil gegen Poth sieht juristisch einandfrei aus, ist es warscheinlich auch. Was aber jetzt alles auf ihn zukommt werden Sie warscheinlich ueberhaupt nicht begreifen, da durch die Verurteilung wegen Insolvenzverschleppung die Glaeubiger gegen sein Privatvermoegen klagen koennen und es mit Restschuldbefreiung nichts wird, was ohne das aktuelle Urteil nicht moeglich waere. Begriffen? wenn nicht, macht nichts am Stammtisch kann man sich ja aufregen.
SinaSina (02.03.2009, 17:21 Uhr)
Rechtsprechung präsentiert sich als Schachspiel unter Juristen
Hallo
@ NewWorld (2.3.2009, 15:49 Uhr)
Zitat Anfang „...er reicht leider nicht darüber nur zu hören, man muß ihn auch verstehen...
Und das tun hier die meisten definitiv nicht.. Zitat Ende
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Dann sollten sich Juristen (Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte) doch langsam mal Gedanken darüber zu machen, warum die Menschen, in deren Nehmen Urteile verkündet werden („Im Namen des Volkes“) die Gesetze nicht (mehr) verstehen!
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Dieses hängt sicher nicht damit zusammen, dass hier und in anderen Foren alle blöd, dumm, Stammtischbrüder sind … sondern dass neben der realen Welt eine juristische Welt existiert und beide Welten mittlerweile sehr wenig miteinander zu tun haben.
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Wenn Juristen selbst sagen „Legen Sie einen Fall 5 Juristen vor und Sie werden 8 Begründungen erhalten“ dann stimmt ja wohl etwas nicht mehr!
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Rechtsprechung präsentiert sich als Schachspiel unter Juristen … Ich mache den Zug, mal gucken, welchen Zug Du als nächstes machst … oh, Du ziehst den Springer … na, mal gucken was Du sagst, wenn ich nun meinen Läufer ziehe …
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Kein Wunder, wenn immer mehr Menschen mit dieser Art der Rechtsprechung nichts anfangen können, sich vom „Recht“ abwenden.
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Dieses ist durchaus eine sehr bedenkliche Entwicklung, denn wenn Menschen den Sinn von Gesetzen nicht mehr nachvollziehen können, dann werden sie sich auch nicht daran halten (können) und Scharlatane jeglicher Couleur haben leichtes Spiel mit frustrierten, sich ungerecht behandelt fühlenden Menschen.
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Insofern ist es nur folgerichtig, wenn beim Nichtjuristen, von denen zudem viele auch kein Schachspieler sind, die Frage auftaucht:
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Wie ist es möglich, dass ein Herr Zumwinkel ein Urteil (geschenkt) bekommt, welches ihn sehr wenig bis überhaupt nicht in seiner Lebensführung einschränkt, ein Franjo Pooth mit mehr als einem blauen Auge davon kommt, während eine Frau, die über 30 Jahre ohne jegliche Beanstandung, ohne Abmahnung ihre vielen Arbeitstage mit einer korrekten Kassenabrechnung abschließt, wegen des Verdachtes … und die Betonung liegt auf Verdacht … 1,30 € … die ja erwiesener Maßen nicht einmal ihrem Arbeitgeber gehörten … für sich verwendet zu haben … gekündigt wird!
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Wo ist da eigentlich noch die Verhältnismäßigkeit?
NewWorld (02.03.2009, 16:49 Uhr)
@tepes
Revulotion? Haben sie ein wenig zu heiß gebadet? Banker haben Milliarden versenkt und sind noch am Leben. Da wird sich das Volk auch nicht für eine Kassierin erheben und 1,30€ erheben.
tepes (02.03.2009, 16:40 Uhr)
sorry wegen den Fehlern
Tippe langsamer als ich denke, daher die zum Teil, peinlichen Rechtschreibfehler...aber nach neuer Rechtschreibung kann man ja sowieso schreiben, wie man´s will ;)
tepes (02.03.2009, 16:40 Uhr)
sorry wegen den Fehlern
Tippe langsamer als ich denke, daher die zum Teil, peinlichen Rechtschreibfehler...aber nach neuer Rechtschreibung kann man ja sowieso schreiben, wie mans will ;)
tepes (02.03.2009, 16:29 Uhr)
@esopherah
kann dir nur zustimmen, wenn eine Kassierin wegen 1,30 € gekündigt wird, weil sie liegen(nicht gestohlen!!!) gebliebene Pfadbons eilöst und gekündigt wird und Kaisers vom Gericht noch recht bekommt, dann ist dieses Urteil überhaupt nicht gerecht, sondern wieder eine Ohrfeige ins Gesicht der Bevölkerung!!! Ich hoffe es ruft bald jemand die Massen zur Revolution auf. ich würde an vordersten Front mitkämpfen. Wird Zeit, dass sich das Volk wieder erhebt und den arroganten und korrupten Schnösel da oben, die sich selbst die "Elite" schimpft zeigt, was "Demokratie" wirklich bedeutet. Das was zur Zeit noch unter Demokratie verkauft wird, ist in wirklichkeit eher mit der Astrokratie vergleichbar, nur dass statt des Adels, skruppellose Kapitalisten sind. Und denen muss man anscheind die Grenzen zeigen.Selbst ziehen sie sich nicht zur Verantwortung und sehen auch kein Grund dazu.Und das ist in meinen Augen, dass noch viel schlimmere Verbrechen...und dieses sollte endlich bestraft werden. Der Staat/die Justiz hat versagt!!
1Stejn (02.03.2009, 16:28 Uhr)
...bravo
der deutsche pöbel macht der bild-zeitung alle ehre. wenn man bedenkt dass ihr alle wählen und autos fahren dürft, läuft es einem kalt den rücken runter.
Laura-Sch (02.03.2009, 15:54 Uhr)
Nein, reicht nicht...
"Es reicht schon der sogenannte normale Menschenverstand, um sich einen Reim darauf machen zu können."
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Nein - das reicht eben NICHT! Dieses Urteil hat in keinster Weise auch nur irgendetwas mit dem "1,30 Euro-Urteil" zu tun. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.
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Man sollte schon zumindest rudimentär Ahnung von einem Thema haben, über welches man sich öffentlich aufregt - da reicht "reiner Menschenverstand" leider eben nicht. Aber es wird wohl schwierig, diesen Anspruch in diesem Forum hier zu halten...
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