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Rassismus-Vorwürfe gegen Alec Baldwin

Schauspieler Alec Baldwin ist für seine Wutanfälle bekannt. Nun soll der 54-Jährige einen Paparazzo mit rassistischen Äußerungen beschimpft haben. Baldwin weist die Vorwürfe als "unerhört" zurück.

Von Frank Siering, Los Angeles

  • Frank Siering

Zuletzt gab es nur Erfreuliches von Alec Baldwin zu vermelden. Der Schauspieler, in zweiter Ehe mit Yogalehrerin Hilaria Thomas verheiratet, wird erneut Vater. Seine 28-jährige Gattin wird im Sommer das erste gemeinsame Kind zur Welt bringen. Doch jetzt macht Baldwin mit unschönen Anschuldigungen Schlagzeilen. Der als aufbrausend bekannte Schauspieler soll zwei Reporter der "New York Post" angegriffen und mit rassistischen Beschimpfungen bedroht haben.

Der Vorfall spielte sich demnach vor der Wohnung des Hollywood-Stars in Manhattan ab. Baldwin wurde von der Reporterin Tara Palmeri angeblich auf die Klage gegen seine Frau angesprochen. Ein Yoga-Schüler hatte Hilaria Thomas verklagt, weil er sich bei einer Übung im Unterricht am Bein verletzt hatte. Daraufhin soll Baldwin die Journalistin am Arm gepackt und gesagt haben: "Ich möchte Sie am liebsten erwürgen." So gab es Palmeri später gegenüber der Polizei zu Protokoll.

Fotograf erstattete Anzeige

Als dann ein Fotograf der "New York Post" anfing, Bilder von Baldwin zu schießen, soll der 54-Jährige mit rassistischen Attacken auf den Paparazzo losgegangen sein. Baldwin habe den afroamerikanischen Fotografen G.N. Miller als "Nigger", "Cracksüchtigen" und "Drogendealer" beschimpft, schreibt die "New York Post". Der Paparazzo ging kurz nach dem Vorfall zur Polizei und erstattete Anzeige wegen Beleidigung. Baldwin rief ebenfalls die Polizei, weil er sich von dem Fotografen bedrängt fühlte.

Baldwin ist dafür bekannt, dass er mit seiner Meinung nie lange hinter dem Berg hält. Kurz nach dem Vorfall sprach der Schauspieler mit dem New Yorker Weblog "Gothamist" und wies alle Anschuldigungen zurück. "Das ist unerhört. Ich habe noch niemals in meinem Leben jemanden rassistisch beschimpft."

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Baldwin wegen seines Verhaltens öffentlich in Bedrängnis gerät. Im Juni vergangenen Jahres kam es zu einem Handgemenge mit einem Paparazzo der Zeitung "Daily News". Daraufhin twitterte Baldwin: "Alle Paparazzi müssten dem Waterboarding unterzogen werden."

Im Dezember 2011 wurde er aus einem Flugzeug verwiesen, weil er sich geweigert hatte, sein Handy auszustellen. Unvergessen bleibt auch der Vorfall, als Baldwin seine damals elfjährige Tochter Ireland als "ungezogenes, kleines Schwein" beschimpfte.

Das Klatschblatt "New York Post" ist Baldwin besonders verhasst. Im vergangenen Jahr nannte er die Zeitung aus dem Murdoch-Imperium die "schlimmste Zeitung in der Geschichte der Menschheit". Und auch jetzt sieht er sich als Opfer. "Die 'Post' macht vor nichts und niemandem Halt. Alles, was die Mitarbeiter können, ist Menschen zu verleumden, zu demütigen und zu erniedrigen."

Baldwin ist glühender Obama-Anhänger

Bei den jüngsten Vorwürfen könnte Baldwin, der sich über die Jahre wahrlich eine Reputation als exzentrischer und verwöhnter Hollywood-Star aufgebaut hat, allerdings tatsächlich Recht behalten. Baldwin twitterte: "Ich finde es schon ironisch, dass meine Stiftung gerade 50.000 Dollar an das Arthur Ashe Learning Center gespendet hat." Arthur Ashe war der erste dunkelhäutige Tennisspieler, der für das Daviscup-Team der USA nominiert wurde. Ashe starb 1993 an Aids. Zudem ist Baldwin ein bekennender Unterstützer des US-Präsidenten Barack Obama. Exzentrisch und leicht aufbrausend, das ist Baldwin sicher. Aber ein Rassist wohl kaum.

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