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29. Juni 2009, 18:34 Uhr

Zeitungen fallen auf alte Jackson-Bilder rein

Michael Jackson tanzte wenige Stunden vor seinem Tod noch auf dem Tisch: So oder so ähnlich haben viele Zeitungen am Montag Fotos kommentiert, die Jackson angeblich noch einen Tag vor seinem Tod bei Proben zeigen. Inzwischen ist klar: die Redaktionen sind auf uralte Fotos reingefallen. Von Jens Maier

Fälschung, Jackson, Foto

Der "tanzende Michael" stellt sich als altes Foto heraus© Bild

"Michael Jackson Stunden vor seinem Tod - da tanzte er noch auf dem Tisch" titelt die "Bild"-Zeitung am Montag. Mit mehreren Fotos wollte das Blatt belegen, dass der verstorbene Popstar am Tag vor seinem Tod noch putzmunter war. Jetzt stellte sich allerdings heraus, dass die Boulevard-Zeitung - wie viele andere Medien - auf mehrere Jahre alte Aufnahmen reingefallen ist.

Die Fotos, mit Bildunterschriften wie "Die letzte Probe, nur einen Tag vor seinem Tod: Jacko lacht, reißt den rechten Arm hoch, klatscht seine Komparsen ab", entstanden nicht am vergangenen Mittwoch, sondern bereits 2003. Die angeblich noch nie veröffentlichten Bilder, auf denen Jackson fit und gut gelaunt aussieht, zeigen den King of Pop bei Dreharbeiten zu einem Musikvideo und nicht zu Proben für seine Abschiedstournee in London, wie "Bild" behauptet hatte.

Zweifel an der Echtheit der Bilder scheinen weder bei "Bild", noch bei der "Berliner Morgenpost", bei der "Frankfurter Rundschau" oder bei "Focus-Online" aufgekommen zu sein. Dabei stellte "Bild" selbst fest, dass "der Jackson, den wir auf den Fotos sehen, nicht todkrank" aussieht. Und es gab noch weitere Indizien: Jackson absolvierte seit längerem keine Auftritte mehr ohne Sonnenbrille. Auf den angeblich neuen Fotos allerdings, traut er sich selbst im grellen Scheinwerferlicht ohne auf die Bühne.

Um 12.23 Uhr erreichte die Redaktionen über die Ticker eine verzweifelte Information der Foto-Agentur "Reflex", welche die Bilder in Deutschland verbreitet hatte. "Es sieht so aus, als sei Reflex Opfer eines 'getürkten' Deals geworden", schreibt die in Potsdam ansässige Agentur. "Es stellt sich in dieser Minute heraus, dass die drei von uns als exklusiv und aktuell angebotenen Fotos nicht letzte Woche, sondern bereits 2003 entstanden sind", heißt es weiter.

Wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist die auf Promi-Bilder spezialisierte Agentur dem Lieferanten Alec Byrne auf den Leim gegangen. Der Amerikaner genießt in der Branche einen tadellosen Ruf. Er habe die Fotos angeblich von jemandem aus Jacksons Umfeld bekommen. Dieser habe für die Echtheit der Bilder gebürgt.

Alle Medien, die die Fotos abgedruckt oder gezeigt hatten, haben diese inzwischen gelöscht und sich für die Falschmeldung entschuldigt. Inzwischen sind in den USA aber weitere Fälle von angeblich aktuellen Fotos aufgetaucht, die in Wahrheit mehrere Jahre alt sind.

Von Jens Maier
 
 
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