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11. August 2003, 10:48 Uhr

Hunderttausende Raver tanzen durch Zürich

Knapp eine Million Raver zogen bei der heißesten Street Parade seit Start des Technospektakels durch Zürich und überholte mit dieser Rekord-Besucherzahl erstmals die Berliner Love Parade.

Zürich 2003: Bässe, Busen, Bombenwetter© Reuters

Die heißeste Street Parade seit Start des Technospektakels ist am Samstag durch Zürich gezogen. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 35 Grad tanzten nach Angaben der Veranstalter rund 900.000 Raver bei der 12. Parade zu hämmernden Techno-Klängen durch die Straßen. Damit hat die Züricher Parade als nunmehr größte Techno-Parade der Welt auch ihr Berliner Vorbild, die Love Parade, überrundet. An dem Berliner Techno-Umzug hatten vor vier Wochen 750.000 Menschen teilgenommen.

Passendes Motto

Passend zum heißen Sommerwetter stand die diesjährige Parade unter Motto «Let the sun shine». Grell kostümierte und teils extrem leicht bekleidete Raver tanzten bei tropischen Temperaturen auf den 25 Love Mobiles. Von den Wagen schallten Techno-, House-, oder Trance-Sounds mit bis zu 100.000 Watt in die Menge. Nackte oder nur knapp bedeckte Oberkörper, vielfach bemalt oder tätowiert, zuckten zu den Rhythmen. Rund ein Drittel der Fans war aus Deutschland angereist.

Feuerwehr sorgte für Duschen

Wegen der großen Hitze stellte die Feuerwehr Duschflächen bereit. Abkühlung fanden die erhitzten Tänzer aber auch direkt im Zürichsee. Außerdem wurde nach Angaben der Organisatoren Sonnencreme kostenlos verteilt. Rund 750 Menschen mussten von Rettungssanitätern versorgt werden. Die schwerste Verletzung blieb jedoch ein Knochenbruch. Vor allem mussten Insektenstiche und Schnittwunden sowie auf Grund der großen Hitze Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme behandelt werden.

"Techno ist nicht tot"

Der große Erfolg der Street Parade 2003 strafe alle jene Lügen, welche behaupteten, die Techno-Bewegung sei tot, sagte Street Parade-Sprecher Stefan Epli. Ein Grund für den großen Zulauf gerade in Zürich könne die günstige Lage im Zentrum Europas sein. Außerdem biete die Street Parade mit ihrer Kulisse von Bergen, See und Züricher Altstadt ein besonderes Flair. "Es war nie der Sinn, die Love Parade besuchermäßig zu toppen", betonte Epli.

Kein Alkoholverkauf

Im vergangenen Jahr hatten trotz strömenden Regens und Temperaturen um 17 Grad rund 600.000 Menschen teilgenommen, im Rekordjahr 2001 war es eine Million. Auch in diesem Jahr verzichteten die Organisatoren auf den Verkauf von Alkohol. Das habe sich bewährt sagte Epli. Es gebe weniger Aggressivität. Die Street Parade solle eine friedliche Parade bleiben.

 
 
 
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