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20. November 2007, 11:41 Uhr

Milchgesichter auf Promi-Jagd

Süß findet Paris Hilton die beiden - und lächelt bereitwillig in ihre Kameras: Blaine Hewison und Austin Visschedyk sind noch Teenager und die jüngsten Paparazzi Hollywoods. Ihr Alter ist ihr Vorteil, sagen sie. Trotzdem ist der Job nicht ganz ungefährlich. Von Frank Siering, L.A.

Die Promi-Welt ist ihr Spielplatz: Blaine Hewison (l.) und Austin Visschedyk© Axel Koester/New York Times

Alec Baldwin fand es gar nicht lustig. Und Sean Penn spukte sogar Richtung Kamera, als das Blitzlicht ihn beim Verlassen des In-Restaurants in Beverly Hills blendete. Und das Hugh Grant gerne mal mit Hamburgern und Pommes um sich schmeißt, ist auch bestens dokumentiert. In der Welt des Klatsch und Tratsch geht heute nichts mehr ohne die berühmt berüchtigten Paparazzi. Fotografen, die alle Facetten der Promis im Bild festhalten. Britney beim Kaffee trinken, Paris auf der Tanzfläche in Vegas, Brad und Angelina auf dem Roten Teppich, Brad Pitts Hand auf der aufgeplatzten Lederhose von Angelina Jolie.

Der Job ist gut bezahlt, aber oftmals nicht ungefährlich. Britney Spears zum Beispiel fährt auch gerne mal über die Füße von wartenden Fotografen. Umso erstaunlicher, dass zwei Jugendliche, Blaine Hewison und Austin Visschedyk, dazwischen herumhüpfen. Erstaunlich deshalb, weil die Jungs gerade mal 15 und 14 Jahre alt sind und somit zu den jüngsten Promi-Jägern der Welt zählen. "Gott, ist der süß" Neulich, bei einem Charity-Event in L.A., konnte man die Mini-Paparazzi bei der Arbeit beobachten. "Dreh Dich zu mir, Paris", ruft Blaine, als Frau Hilton einen Nachtclub verlässt. Er drängelt mit den Ellenbogen, hebt die Digital-Kamera, feuert los. Immer wieder. Paris lächelt. Über den 15-Jährigen sagt sie: "Gott, ist der süß. Den möchte ich gleich mit nach Hause nehmen." Blaine ist solche Kommentare gewohnt. "Mein Alter ist mein Vorteil", flüstert er mir zu. "Ich hab den Youngster-Bonus, die Promis drehen sich alle zu mir", erzählt er noch, bevor Schauspielerin Hayden Panettiere ihm vor die Linse läuft. Klick, klick, klick. Blaine ist in seinem Element. Die Idee, am Abend durch die Szene in L.A. zu ziehen, hatte Blaine zusammen mit seinem Kumpel Austin Visschedyk entwickelt, als die beiden eine der Entertainment-Shows im Fernsehen sahen. "Das können wir auch", dachten sich die Teenager. Und seit Februar gehen sie ihrem neuen Job nach. "Es macht irre viel Spass", sagt Blaine.

Zwischen Hausaufgaben und Jack Nicholson

Die Promis nennen sie die "Pint Size Paparazzi" (Auf deutsch so viel wie "die Halbstarken") oder die "Mini-Mes". Manchmal fragt ein Star, so wie unlängst Kevin Costner, ob denn die Eltern wüssten, wo sich die beiden nachts herumtreiben. Oder Jack Nicholson sorgt sich um die beiden. "Der fragt uns immer, ob wir unsere Schularbeiten schon erledigt haben", berichtet Austin. Dass ihr Job hart ist, habe beide neulich zu spüren bekommen. Ein Raussschmeißer riss Blaine zu Boden, weil er Lindsay Lohan fotografieren wollte. Und ein Promi, den Austin nicht beim Namen nennen will, nahm ihm kürzlich einfach die Kamera weg und löschte alle Fotos, die er an dem Abend gemacht hatte.

Geld verdienen die jüngsten Promi-Jäger der Welt übrigens auch schon mit ihrem Nebenjob. Soviel, dass sich beide Jungs eine Kamera für jeweils 6000 Dollar leisten konnten. Ihre Fotos sind schon in der "New York Daily News", im "OK Magazine" und in der "US Weekly" erschienen. Ein Foto von Britney Spears brachte Blaine kürzlich 500 Dollar ein. Supermama Britney streckte ihm auf dem Bild den Mittelfinger entgegen. Weil Blaine und Austin noch keinen Führerschein haben, nutzen sie ihre Skateboards, um den Promis hinterher zu jagen. Und manchmal hilft auch Blaines Vater Robert aus. "Mein Dad spielt Chauffeur in seinem Porsche", verrät Blaine noch, bevor er am Walkie-Talkie seinen Kumpel Austin krächzen hört. "Christina Aguilera ist in Hollywood. Die ist jetzt, da sie schwanger ist, viel Geld wert. Ich muss los", sagt er, und schon düst er auf seinem Board davon, die Kamera im Anschlag, das Jagdfieber im Blut.

Von Frank Siering, L.A.
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
sportartmakler (20.11.2007, 13:48 Uhr)
das ist einer der miesesten jobs der welt
nur um bild der frau und co mit sinnlosen artikeln nebst passendem bild vollzukriegen. fotos von prominenten menschen wird es wohl immer geben, aber die einhergehenden hetzjagden haben schon was perverses.
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