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21. Dezember 2009, 12:39 Uhr

Boris Becker hat Mitleid mit dem "Tiger"

Die zahlreichen Sexaffären von Golfprofi Tiger Woods erinnern Boris Becker an seine eigene Vergangenheit. In der Sendung "Beckmann" plaudert "Bobbele" über seine Erlebnissse und erklärt, warum er mit dem "Tiger" mitfühlen kann. Von Isabelle Buckow

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Boris Becker leidet mit Golfprofi Tiger Woods© Kerstin Joensson/AP

Boris Becker kennt sich aus in Sex-Angelegenheiten. Vor allem wenn es um Affären geht, kann der Ex-Tennisprofi das ein oder andere Wörtchen mitreden. Am liebsten vor der Kamera. Da läuft "Bobbele" geradewegs zu emotionalen Hochtouren auf, hat Mitleid mit seinem in Verruf geratenen Leidensgenossen Tiger Woods und gibt weise Beziehungstipps aus der Besenkammer. Klar, Männer müssen zusammen halten. Und was ist schon ein kleiner Seitensprung im Vergleich zu der Schmach, die untreue Ehemänner durch den Medienrummel erdulden müssen? Becker kennt das: "So ging es mir vor zehn Jahren. Ich habe das Gleiche in Grün erlebt, und ich kann mit ihm mitfühlen", fachsimpelt Bum-Bum-Boris. Der Ex-Tennisprofi ist Gast bei "Beckmann", die Talkshow wird heute Abend in der ARD ausgestrahlt.

Da spricht der Experte. Denn wie wir alle wissen: Auch Boris nahm es während seiner Ehe mit Barbara Becker mit der Treue nicht immer so genau. Im Gegensatz zu Golfprofi Tiger Woods legte der heute 42-Jährige bei seinem Seitensprung mit dem Model Angela Ermakova im Jahr 1999 aber weniger organisatorisches Talent an den Tag. Anstatt still und heimlich seiner Lust zu frönen, entschied sich Becker für Blitz-Sex in der Besenkammer. Zumindest besagt das die legendäre Anekdote. In Wirklichkeit ist das natürlich Quatsch. Tatort war nicht die berüchtigte Besenkammer, sondern die Treppe zwischen den Toiletten des Londoner Nobel-Restaurants "Nobu", stellte Becker zehn Jahre später in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender "ITV" klar.

Das Ganze sei auch keine Affäre gewesen, sondern nur "ein Akt von fünf Sekunden". Und überhaupt: Wenn er sich an dem Abend nicht so einsam gefühlt hätte, dann wäre das alles gar nicht passiert. Klingt wie eine Entschuldigung. Und genau das soll es wahrscheinlich auch sein. Für Barbara, die zum Zeitpunkt des Seitensprungs hochschwanger war, machte das keinen Unterschied: Sie packte ihre Sachen, nahm den gemeinsamen Sohn Noah und ging nach Florida. Die Scheidung folgte 2001. Da kommen angesichts des derzeitigen Sex-Skandals um Tiger Woods, der sich offenbar häufig sehr einsam gefühlt hat, bei Becker natürlich Erinnerungen hoch.

"Wie hat er das alles organisiert?"

Erstaunt, sagt Becker, sei er allerdings über die Anzahl der außerehelichen Affären Woods, über die berichtet werde. "Ich war überrascht über die Dimension, die Häufigkeit. Was er da, rein logistisch, alles vertuschen muss. Wie hat er denn das alles organisiert? Der muss ja dauernd das Telefon wechseln und die Spuren verwischen." Klingt fast schon wie ehrfürchtige Anerkennung für Tiger Woods Geschick, seine Ehefrau gleich mit mehr als einem Duzend Damen zu betrügen, während er selbst lediglich auf einen einzigen "Treppen-Absturz" zurückblicken kann.

Aber wie es immer so ist: Am Ende fliegt doch alles auf. Von dem sich anschließenden Eklat werden auch Seitensprung-Experten wie Tiger Woods nicht verschont. Genau wie Angela Ermakova plaudern jetzt nach und nach angebliche Geliebte des Golfprofis öffentlich aus dem Nähkästchen. Und genau wie einst Boris Becker hat Tiger Woods hoch gepokert und verloren: Er hat sein Liebesglück verspielt, seine Frau Elin Nordegren soll nach Informationen von "people.com" sogar die Scheidung einreichen wollen. Ein hoher Preis für ein bisschen Zwischendurch-Sex.

Boris Becker kommt das alles sehr bekannt vor. Ihn selbst hat der Quickie mit Ermakova seine Ehe und sein Privatleben gekostet, aber für Tiger Woods wünsche er sich, "dass er und seine Frau es schaffen, einen gemeinsamen Nenner zu finden, um ihre Ehe weiterzuführen." Das werde allerdings "verdammt schwer", weiß Becker aus eigener Erfahrung zu berichten. "Natürlich kommen von außen immer neue Geschichten dazu. Ob die wahr sind oder nicht, spielt ja gar keine Rolle mehr", sagt der Ex-Sportler.

Doch bekanntermaßen lässt sich aus so ziemlich jeder Affäre irgendwie Profit schlagen. Becker zumindest nutzte die mediale Öffentlichkeit zu seinem Vorteil und machte sich selbst zum König der Selbstinszenierung. Ob im Fernsehen, in Zeitungen oder auf seiner eigenen Internetseite: So unfreiwillig wie Becker vor zehn Jahren im Rampenlicht der Medien stand, so unfreiwillig wird die Öffentlichkeit heute mit Szenen aus seinem Privatleben förmlich bombardiert. Wir sind schon gespannt, wann Tiger Woods das erste Mal in einer Talkshow auspacken wird.


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Von Isabelle Buckow
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
sportartmakler (22.12.2009, 09:25 Uhr)
das ist auch das einzige thema
zu dass man das bobbele befragen kann....

ich brech mal ne lanze für den tiger: kaum ein mann wäre treu geblieben. als milliardär kommen die frauen doch auch von alleine. irgendwann wäre jeder schwach geworden. moralisch verwerflich, aber die wahrheit....
Billescha (21.12.2009, 19:37 Uhr)
Borris tiger
Wenn Sie schon über diese Personen berichten müssen können Sie mich nicht mit diesem Foto verschonen. Warum kommt es zu diesen menschlichen Fehltritt. Gab es im eigenen Bett nichts zu tun - oder wurde es gar verweigert. Es wird immer nur die gekränkte Frau beschrieben - was ist aber mit dem Ehemann ?????
Asiat (21.12.2009, 17:10 Uhr)
Mal was neues wagen?!
Ich stelle mir gerade einen Journalisten vor, der es wagt, Boris Becker zu dringenden Problemen zu befragen: Steuersenkungen?, Klimaveraenderung?, Hartz 4?, Kinderbetreuungskosten?, Atomkraftwerke?, Finanzkrise? etc. Und der es dann auch noch wagt, die Antworten im Originalton zu publizieren.
bob-der-meister (21.12.2009, 16:52 Uhr)
GÄHN
"Jedes Publikum bekommt die Geschichten aufgetischt, die es verdient. "
Diese Phrase kann ich inzwischen nicht mehr hören. Kommt in jedem 2. Kommentat auf Stern online vor und ist ebenso nichtssagend wie belanglos. Sorry, musste ich einfach mal loswerden.
Im Übrigen freuen mich auch solche kleinen Meldungen über B-Promis, zeigen sie doch, dass man diese Leute auch nicht wirklich beneiden, sondern mindestens ebenso bemitleiden kann.
Pixelschubser (21.12.2009, 15:57 Uhr)
Und so macht sich der STERN...
...mal wieder zum Gehilfen von irgendwelchen B-Promis. Da glauben zwei, die ihren Lulli nicht bei sich behalten konnten, sie müssten vor Gott und der welt darüber fachsimpeln. Jaaaa, sowas macht einen Helden aus!
Hochachtung auch an den STERN, der sich nicht zu schade ist, den beiden Fachmännchen so viel journalistischen Platz einzuräumen. Das muss ja anspruchsvoll gewesen sein...
undjetztnochder (21.12.2009, 15:55 Uhr)
und weil wir alle
solche Geschichten mögen, gerade die verruchten und die mit dem scheinbaren "hätte mir auch passieren können", können Leute wie BB oder auch Tiger Woods oder Paris Hilton oder ... ganz gut vom dem "Skandel" leben oder haben zumindest eine nette zusätzliche Einnahmequelle. Jedes Publikum bekommt die Geschichten aufgetischt, die es verdient.
bob-der-meister (21.12.2009, 15:49 Uhr)
Es Bobbele...
könnte ja als F(l)achmann nach dem ERziehungsratgeber-Bestseller bald auch mal einen BEziehungsratgeber veröffentlichen.
Oder offizieller Promi-Quickie-Berater werden. Ich freue mich schon, wenn er sicher bald, wenn das Geld mal wieder knapp wird, bei VOX im Promi-Dinner als Kochexperte auftritt Der Mann ist so vielseitig!
SirDidimus (21.12.2009, 15:05 Uhr)
endlich
mal ein flachmann, der die lage richtig beurteilen kann!!!
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