Er sieht so was von normal aus. Und ist wohl gerade deshalb Hollywoods Nummer eins. Tom Hanks über seinen neuen Film, der jetzt anläuft, über fiese Grenzkontrollen, Witze im Knast und ein sehr merkwürdiges Treffen. Von Dirk van Versendaal

Der US-Filmschauspieler Tom Hanks bei der Premiere von "Terminal" in Berlin© Johannes Eisele/DDP
Das ist lange her. Ich habe geheiratet. Ich bezog das Haus, in dem ich noch heute wohne. Mehr fällt mir nicht ein.
Er muss ein seltsamer Mensch sein. Längst könnte er überall leben, ich glaube, die UN haben ihm einen Flüchtlingsausweis gegeben. Aber er will dort bleiben, auf seiner Sitzbank in Terminal 1, Untergeschoss. Ich habe ihn nie getroffen, aber sollte ich jemals in Paris landen, werde ich mich bei ihm vorstellen.
1998. Von New York nach London. Seitdem reise ich in Privatmaschinen - was ein großartiger Luxus ist.
Vage. Deshalb habe ich vor Drehbeginn auch Feldstudien in der exotischen Welt der Flughäfen betreiben müssen. Ich habe mich im Transitbereich von Los Angeles umgesehen und war dort, wo die enden, bei denen alles schief gegangen ist. Sie hören Walkman und lesen ihr Buch zum achten Mal, sie essen ein Flughafen-Sandwich nach dem anderen und sehen verzweifelt aus. Das alles tun sie auf 100 Quadratmetern! Einige Leute harrten dort schon seit sieben Tagen aus.
Ich durfte nicht mit ihnen reden. Die Beamten der Einwanderungsbehörde, die übrigens mitfühlender sind, als im Film gezeigt, haben mir aber ein Buch voller Polaroidfotos gezeigt. Da sind alle abgebildet, die mal Drogen eingeschmuggelt haben. Es ist die traurigste Sammlung von Gesichtern, die ich je gesehen habe.
Sie meinen: Wer kommt, muss jederzeit die Hand fürchten, die sich einem auf die Schulter legt? Ja, seit das Homeland Security Department die Aufsicht hat, ist jeder verdächtig. Amerika ist nicht mehr das Land, das Menschen aus aller Welt mit offenen Armen aufnehmen kann.
Als ich 27 und noch nicht berühmt war, hielt man mich bei der Ausreise in einem kleinen, fernen Land fest, das ich jetzt nicht nennen werde. Man befragte mich, bis mir der Angstschweiß floss. Noch heute finde ich es bedrohlich, in einem fremden Land zu sein, wenn ich die Sprache nicht verstehe. Und ließe man mich plötzlich allein in Berlin, ich wüsste nicht einmal eine Telefonzelle zu bedienen.
Die Familie meiner Frau ist griechisch, mein Schwiegervater ist Bulgare, da bleibt mit den Jahren etwas hängen. Er hat mich auch beim Aussehen beraten: Meine Frisur ist kastenförmig, der Anzug sitzt schlecht, sein Stoff ist zu dick. Bei den Schuhen habe ich auf echten kommunistischen Tretern bestanden: Sie sind formlos, klumpig.
Das wäre reine Zeitverschwendung. Nur bei den Oscar-Verleihungen verlasse ich mich auf einen Stylisten.
Solche Geschenke bekomme ich bei Festivals auch. Jede Menge Zeugs. Das meiste gebe ich weg. Ich bin jemand, der einmal im Jahr losgeht und dann sechs Anzüge mit Hemden kauft. Ich habe keine Zeit für die Mode. Ich bin ein Mann der Familie.