. .
Leute - Stars und Promis
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
6. Oktober 2004, 11:52 Uhr

"Egon Krenz hatte keine Ahnung, wer ich bin"

Er sieht so was von normal aus. Und ist wohl gerade deshalb Hollywoods Nummer eins. Tom Hanks über seinen neuen Film, der jetzt anläuft, über fiese Grenzkontrollen, Witze im Knast und ein sehr merkwürdiges Treffen. Von Dirk van Versendaal

Der US-Filmschauspieler Tom Hanks bei der Premiere von "Terminal" in Berlin© Johannes Eisele/DDP

Mister Hanks, was haben Sie 1988 gemacht?

Das ist lange her. Ich habe geheiratet. Ich bezog das Haus, in dem ich noch heute wohne. Mehr fällt mir nicht ein.

Seit damals lebt der Iraner Merhan Karimi Nasseri auf dem Pariser Flughafen Charles De Gaulle. Der Mann, auf dessen Geschichte Ihr neuer Film "Terminal" beruht.

Er muss ein seltsamer Mensch sein. Längst könnte er überall leben, ich glaube, die UN haben ihm einen Flüchtlingsausweis gegeben. Aber er will dort bleiben, auf seiner Sitzbank in Terminal 1, Untergeschoss. Ich habe ihn nie getroffen, aber sollte ich jemals in Paris landen, werde ich mich bei ihm vorstellen.

Wann sind Sie zuletzt mit einer Linienmaschine geflogen?

1998. Von New York nach London. Seitdem reise ich in Privatmaschinen - was ein großartiger Luxus ist.

Erinnern Sie sich noch, wie es sich anfühlt, auf einen Flug zu warten?

Vage. Deshalb habe ich vor Drehbeginn auch Feldstudien in der exotischen Welt der Flughäfen betreiben müssen. Ich habe mich im Transitbereich von Los Angeles umgesehen und war dort, wo die enden, bei denen alles schief gegangen ist. Sie hören Walkman und lesen ihr Buch zum achten Mal, sie essen ein Flughafen-Sandwich nach dem anderen und sehen verzweifelt aus. Das alles tun sie auf 100 Quadratmetern! Einige Leute harrten dort schon seit sieben Tagen aus.

Was konnten die Ihnen über die Qualen des Wartens erzählen?

Ich durfte nicht mit ihnen reden. Die Beamten der Einwanderungsbehörde, die übrigens mitfühlender sind, als im Film gezeigt, haben mir aber ein Buch voller Polaroidfotos gezeigt. Da sind alle abgebildet, die mal Drogen eingeschmuggelt haben. Es ist die traurigste Sammlung von Gesichtern, die ich je gesehen habe.

Egal, woher man kommt: Wer neuerdings in den USA landet, ist heilfroh, wenn er es durch die Passkontrolle geschafft hat.

Sie meinen: Wer kommt, muss jederzeit die Hand fürchten, die sich einem auf die Schulter legt? Ja, seit das Homeland Security Department die Aufsicht hat, ist jeder verdächtig. Amerika ist nicht mehr das Land, das Menschen aus aller Welt mit offenen Armen aufnehmen kann.

Waren Sie schon mal einem Verhör an der Grenze ausgesetzt?

Als ich 27 und noch nicht berühmt war, hielt man mich bei der Ausreise in einem kleinen, fernen Land fest, das ich jetzt nicht nennen werde. Man befragte mich, bis mir der Angstschweiß floss. Noch heute finde ich es bedrohlich, in einem fremden Land zu sein, wenn ich die Sprache nicht verstehe. Und ließe man mich plötzlich allein in Berlin, ich wüsste nicht einmal eine Telefonzelle zu bedienen.

In "Terminal" spielen Sie Viktor Navorski aus dem fiktiven Land Krakozhia. Wo haben Sie Ihr Balkan-Russisch erlernt?

Die Familie meiner Frau ist griechisch, mein Schwiegervater ist Bulgare, da bleibt mit den Jahren etwas hängen. Er hat mich auch beim Aussehen beraten: Meine Frisur ist kastenförmig, der Anzug sitzt schlecht, sein Stoff ist zu dick. Bei den Schuhen habe ich auf echten kommunistischen Tretern bestanden: Sie sind formlos, klumpig.

Brauchen Sie, wie etliche Ihrer Kollegen in Hollywood, einen eigenen Stilberater?

Das wäre reine Zeitverschwendung. Nur bei den Oscar-Verleihungen verlasse ich mich auf einen Stylisten.

Wenn Clooney seine Hotelzimmer betritt, dann türmen sich auf seinem Bett schon die Anzüge und Schuhe der Modedesigner.

Solche Geschenke bekomme ich bei Festivals auch. Jede Menge Zeugs. Das meiste gebe ich weg. Ich bin jemand, der einmal im Jahr losgeht und dann sechs Anzüge mit Hemden kauft. Ich habe keine Zeit für die Mode. Ich bin ein Mann der Familie.

  zurück
1 2 3
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
"The Terminal" Stehaufmännchen in der Warteschleife

Steven Spielberg besticht mit einer Komödie um einen Osteuropäer, der in New York in die USA einreisen möchte, aber nicht darf, weil in seiner Heimat das Chaos ausgebrochen ist. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft