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Kleiner Engel, großes Drama

Die Schlacht im van der Vaartschen 400-Quadratmetersaal wühlt Hamburg auf. Sportlich ist das Ehedrama verkraftbar. An der Society-Front wird es ernster.

Von Dirk Benninghoff

  Silvesterparty-Lächeln für die Facebook-Fans: Um kurz vor 1 Uhr war die van der Vaartsche Welt angeblich noch in Ordnung.

Silvesterparty-Lächeln für die Facebook-Fans: Um kurz vor 1 Uhr war die van der Vaartsche Welt angeblich noch in Ordnung.

  • Dirk Benninghoff

Es ist die Chiffre für das Überpaar: 400. Nichts machte so greifbar, dass die netten Holländer von nebenan etwas Höheres sind, etwas Strahlendes, Unfassbares als die schiere Größe ihrer Wohnung. Seit ihrem Wiedereinzug in Hamburg kam daher kein Bericht über die van der Vaarts ohne die Quadratmeterzahl ihrer Behausung aus. Obwohl die groß genug ist, um sich Jahre aus dem Weg zu gehen, will sich Rafael etwas Neues suchen, nachdem das mit dem Aus-dem-Weg-gehen in der Silvesternacht nicht so gut funktionierte.

Trotz der Aufgeregtheit der örtlichen Presse ("HSV-Star bleich und mitgenommen") sollte van der Vaarts böser Schubser sportlich eher marginale Auswirkungen haben. A) hat der HSV zuletzt verblüfft, weil er auch ohne den Niederländer Spiele gewann; B) waren sämtliche HSV-Erfolge der Saison – auch mit einem starken van der Vaart – ohnehin auf dünnem Eis gebaut, sodass ein Absturz so oder so möglich bleibt, und C) wird der Messias sicherlich in den kommenden Monaten nicht komplett zusammenbrechen, sondern das private Ungemach professionell abschütteln.

Nackenschlag für Hamburgs VIP-Szene

Für die Hansestadt dagegen ist der unerfreuliche Vorfall ein Schlag in den Nacken. In der VIP-Liga war Hamburg längst abgestiegen, bevor die van der Vaarts aus London zurückkamen. Berlin saugte der Stadt die Prominenz gleich reihenweise aus ihren hübschen Villen. Zurück blieb betagtes Societygut vom Schlage eines Sky du Mont oder Karl Dall. Da war das Gekreische sehr verständlich, das im August einsetzte, als das so leistungsstarke wie aparte Gespann aus den Niederlanden verkündete, seiner Lieblingsstadt wieder die Aufwartung zu machen. Und das - wie sympathisch, wie besonders - nicht abseitig-anonym in den Elbvororten, sondern mitten in der Stadt. Der Kontakt zu den Leuten sei ja so wichtig. Also 400 Quadratmeter in Eppendorf, wo Hamburg so blond und porentiefrein-hanseatisch, kurzum so Judith Rakers ist wie noch nicht mal im noblen Blankenese.

Was sich für einige Wochen um den eigentlichen Einkauf des HSV drehte, hat man woanders wenn auch meist eine Nummer kleiner schon ähnlich erlebt. Tausende kauften das Trikot mit der "23", der Rückennummer von Rafael van der Vaart, das Leibchen seiner Frau hätte sich wohl noch besser verkauft. Das Geschenk von Milliardär Michael Kühne machte sich schnell bezahlt, der HSV holte wieder Punkte, van der Vaart begann stark. Im Herbst tauchte das Idol, das von der Hamburger Presse seltener van der Vaart, meist "Kleiner Engel", "Rafa" oder "Maestro" genannt wird, allerdings ab. Ende November setzte ihn dann eine Verletzung außer Gefecht.

Zärtliches Gezwitscher bis kurz vor Schluss

Doch die entzückende Gemahlin sprang jederzeit in die Bresche und verhinderte mit immerwährender guter Laune und jeder Menge zauberhafter Bilder, dass die Stadt die Lust am First Couple verlor. Jederzeit bestens in Szene gesetzt: Söhnchen Damian. Beim Schwimmen, beim D-Jugendkick, beim Eisessen.

So viel Familienglück hatten bis dato nur Ashton Kutscher und Demi Moore verzwitschert. Bis zuletzt triefte Zärtliches aus den Twitter-Accounts der van der Vaarts. Noch kurz vor 1 Uhr am verhängnisvollen Neujahrsmorgen lächeln beide beseelt im Arm von Spielerfrau Sabia Boulahrouz – ein jetzt schon historischer Tweet, übertroffen nur von Barack Obamas Wiederwahl-Gezwitscher.

Und nun? Das Schlimmste scheint Hamburg erspart zu bleiben. Er sucht ja eine Wohnung, sprich: Sie behält die 400, zieht also weder nach Berlin, noch nach Madrid oder London. Und eine Sylvie van der Vaart versteckt sich nie. Am Mittwoch sah man sie mit Freundin beim Italiener, vorher gings zum Personal Trainer. So genau berichtet die Deutsche Presse-Agentur sonst nur über den Tagesablauf von Angela Merkel. Zwar wird's die van der Vaarts zu dritt erstmal nicht mehr geben, aber wenigstens einzeln. Das ist immer noch mehr wert als die du Monts zu viert.

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