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Promi-Geburtstag vom 1. Juni 2017: Jonathan Pryce

London - Schauspielern sei für ihn wie Therapie, verriet er einmal der «Daily Mail»: «Man kann seinen Frust und seine Probleme loswerden. Du kannst brüllen und kreischen und nach Hause gehen und das Ganze vergessen.»

Jonathan Pryce

Jonathan Pryce 2013 in Berlin. Foto: Michael Hanschke

Schauspielern sei für ihn wie Therapie, verriet er einmal der «»: «Man kann seinen Frust und seine Probleme loswerden. Du kannst brüllen und kreischen und nach Hause gehen und das Ganze vergessen.»

Er sieht Papst Franziskus ähnlich; die grünen Augen unter ironisch gesenkten Lidern verraten seinen Charme und trockenen Humor. Am Donnerstag (1. Juni) wird der Musicalstar und Schauspieler Jonathan Pryce 70 Jahre alt.

Als John Price wuchs er in dem nordwalisischen Kaff Carmel mit zwei älteren Schwestern auf. Der Familie gehörte der Dorfladen, der Vater trank viel und war zum Glück kaum daheim. «Es war eine jener Beziehungen, wo ich nie etwas richtig machen konnte, und in meinen Augen konnte er nie etwas richtig machen», erinnerte sich Pryce. Während des Lehramtsstudiums probierte er die Bühne aus. Pryce entpuppte sich als so talentiert, dass er ein Stipendium für die traditionsreiche Schauspielschule Royal Academy of Dramatic Art angeboten bekam.

Er arbeitete sich zum künstlerischen Leiter des Everyman Theaters hoch und verliebte sich dort in die Schauspielerin Kate Fahy. Sie waren damals beide bereits verheiratet und trennten sich innerhalb weniger Tage von ihren Partnern. Seit mehr als 40 Jahren sind sie nun zusammen, haben eine Tochter und zwei Söhne – und heirateten heimlich 2015.

Als Bürokrat Sam Lowry im Kultfilm «Brazil» von Monty-Python-Mitglied Terry Gilliam schaffte Pryce den Durchbruch beim Film, danach spielte er den Bond-Bösewicht in «Der Morgen stirbt nie». Pryce ist sich für nichts zu schade, spielte in Blockbustern wie dem «Fluch der Karibik» genauso wie in Shakespeare-Produktionen – und sackte vor allem für seine Bühnen- und Musicalrollen viele Preise ein. «40 Jahre als Schauspieler, das sind 40 Jahre Rezensionen und Leute, die es entweder checken oder nicht», gestand er dem «Telegraph». «Man ist wütend auf die, die es nicht verstehen. Und das Lob – wenn man es bekommt – ist nie genug.»

Trotzdem lehnte er zunächst eine Rolle in der amerikanischen Fantasy-Serie «Game of Thrones» ab. Schwerter, Zauberei, fantastische Dinge lägen ihm nicht. «Ich sah mir die Namen und die Dialoge an und dachte 'O Gott, nein, nicht für mich'.»

Die Produzenten köderten ihn schließlich mit einer Nebenrolle, dem High Sparrow. Dafür erhielt er mehr Glückwünsche als jemals zuvor, amüsierte er sich im «Telegraph». «Keiner schickt eine E-Mail um zu sagen – super, du spielst King Lear, Liebling!» Aber seitdem er E-Mails bekäme wie «Wow, Du spielst bei "Game of Thrones" mit!» habe er das Gefühl, es endlich geschafft zu haben.

dpa

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