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28. Juni 2009, 10:31 Uhr

Privat-Pathologe obduziert Jackson erneut

"Uns gefällt nicht, was läuft" - Michael Jacksons Familie traut den Behörden nicht. Sie hat eine zweite Autopsie von einem privaten Pathologen vornehmen lassen, um schneller Klarheit über die Todesursache des Megastars zu bekommen. Denn auch mehr als 48 Stunden nach dem Tod des "King of Pop" gibt es mehr Fragen als Antworten.

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Fordert eine Rasche Aufklärung der Todesursache: Michael Jacksons Vater Joe (r.), hier mit Bürgerrechtler Jesse Jackson und dessen Sohn Yusef DuBois© Mario Anzuoni/Reuters

Michael Jacksons Familie hat nach Angaben der "Los Angeles Times" eine zweite Autopsie von einem privaten Pathologen vornehmen lassen. Die Untersuchung sei bereits abgeschlossen, berichtet das Blatt. Über die Ergebnisse wurde nichts bekannt. Eine erste Untersuchung des am Donnerstag im Alter von 50 Jahren plötzlich verstorbenen Popstars war am Freitag ohne endgültiges Ergebnis geblieben. Hinweise auf Gewalteinwirkung gab es demnach nicht. Toxikologische Gutachten sollen jedoch erst in vier bis sechs Wochen vorliegen.

Die "Los Angeles Times" schreibt unter Berufung auf den früheren Chefleichenbeschauer der Stadt New York, Michael Baden, dass die Familie damit schneller mehr Informationen bekommen könne, als es nach der offiziellen Autopsie möglich sei. Ein privater Pathologe könne mit Hilfe eines privaten Labors innerhalb von ein bis zwei Wochen zu Resultaten kommen.

Die Jacksons hatten sich zuvor unzufrieden mit den bisherigen Bemühungen um die Klärung der Todesursache gezeigt. "Uns gefällt nicht, was läuft", sagte Vater Joe Jackson dem US-Promi-Magazin "People". Der Leichnam des legendären Sängers war am späten Freitagabend der Familie übergeben und aus dem gerichtsmedizinischen Institut in Los Angeles an einen geheim gehaltenen Ort gebracht worden, wie Behördenvertreter mitteilten.

Vater Joe Jackson forderte rasche Aufklärung: "Die Wahrheit muss noch herauskommen." Denn auch mehr als 48 Stunden nach dem Tod des "King of Pop" gibt es mehr Fragen als Antworten: Woran starb er? Was geschah in den Stunden vor seinem Tod? Was passiert mit seinem Erbe und vor allem mit seinen drei Kindern Prince, 12, Paris, 11, und Blanket, 7?

Laut "People"-Magazin verweigern zudem Jacksons Rechtsanwälte den Angehörigen das Testament. "Die Familie hat keine Ahnung, was sie tun soll. Sie wissen noch nicht einmal, wann sie ihn beerdigen sollen", sagte ein Informant. "Sie bekommen keine Antworten von Michaels Anwälten."

Jacksons Leibarzt wehrt sich

Erstmals hat sich nun auch Jacksons Leibarzt zu Wort gemeldet. Conrad Murray betonte, dass er von der Polizei nicht als Verdächtiger geführt werde. Wie eine Sprecherin von Murray mitteilte, wurde der Kardiologe am Samstag (Ortszeit) zum zweiten Mal von der Polizei in Los Angeles befragt. Bei dem Gespräch in Begleitung eines Anwalts sei es darum gegangen, "einige Ungereimtheiten" aufzuklären. Die Ermittler betrachteten Murray "in keiner Weise als Verdächtigen", sondern als Zeugen der Tragödie.

Laut dem von der Feuerwehr in Los Angeles veröffentlichten Notruf, der kurz nach Jacksons Zusammenbruch von seinem Wohnsitz abgesetzt worden war, war Jacksons persönlicher Arzt als einziger bei ihm, als der Popstar zusammenbrach. Murray habe sich seitdem in Los Angeles aufgehalten, stellte seine Sprecherin klar. Er sei im Rettungswagen mit ins Krankenhaus gefahren und habe sich mehrere Stunden dort aufgehalten, um die Familie des Popstars zu trösten. Sie kündigte an, der Arzt werde weiter mit der Polizei zusammenarbeiten. Auch die Ermittler sehen den Herzsspezialisten nicht als Verdächtigen an. Der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson berichtete nach einem Besuch bei Michael Jacksons Eltern, der Privatarzt des Popstars entziehe sich einem Gespräch mit der Familie.

Die Gerichtsmediziner bestätigten, dass Jackson verschreibungspflichtige Medikamente nahm. Laut tmz.com war der Star seit Jahren tablettensüchtig. Zuletzt habe er täglich eine Spritze mit dem morphiumähnlichen Medikament Demerol erhalten, die letzte an seinem Todestag gegen 11.30 Uhr, kurz darauf sei der Herzstillstand eingetreten.

"Ein Genie und kein Freak"

Auch am Samstag setzten Fans rund um den Globus ihre Trauerbekundungen fort. Die Familie bedankte sich bei den Anhängern weltweit für alle Anteilnahme und Unterstützung. "Bitte verzweifelt nicht, weil Michael in jedem von Euch weiterleben wird", hieß es in einer von Vater Joe Jackson veröffentlichten Erklärung. "Verbreitet seine Botschaft weiter, denn das hätte er sich von Euch gewünscht. Macht weiter, damit sein Vermächtnis für immer lebt."

Jacksons Familie erwägt, weltweit gleichzeitig mehrere Trauerfeiern auszurichten. Über diesen Vorschlag wolle er mit der ganzen Familie sprechen, sagte der Priester und Bürgerrechtler Al Sharpton, ein langjähriger Freund der Jacksons. Die Familie wolle sicherstellen, dass Jackson vor allem wegen seiner Leistungen für Musik, Tanz und Kultur in Erinnerung bleibe - und nicht wegen seiner Schulden, den früheren Vorwürfen des Kindesmissbrauchs oder wegen der Einnahme von Schmerzmitteln, worauf sich viele Medien konzentrierten, sagte Sharpton. Wenn auf der ganzen Welt gleichzeitig um den "King of Pop" getrauert würde, "dann müssten sich die Medien darauf konzentrieren, was Millionen Menschen für ihn fühlten", sagte Sharpton. "Michael Jackson war ein Genie und kein Freak."

DPA/AFP/AP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Cassiopeia68 (30.06.2009, 18:06 Uhr)
Es ist immer wieder die Rede von der letzten Spritze
Es wird immer wieder von der letzten Spritze gesprochen mit dem Präperat Demerol. Dies ist ja eigentlich nicht das übliche, was in die Hausaphotheke gehört, aber es ist mir aufgefallen, dass das Präperat schon einmal eine massive Rolle gespielt hat, nämlich im 1. Fall des Vorwurfes der Kindesmisshandlung. Berichten zufolge, soll dort auch dieses Präperat dem angeblichen Opfer verabreicht worden sein und sollte man dem Bericht glauben schenken, ist da die Rede von einem Arzt, der Hausbesuche tätigt. Wäre mal ein Versuch wert, denke ich, da der Leibarzt wohl mit Demerol nicht weiter umgeht.Danke Cassi
Julian2225 (28.06.2009, 19:41 Uhr)
Mal anders:
Da MJ Doktoren auf der Gehaltsliste hatte muss man sich fragen was diese fuer Geld alles tun. Natuerlich waeren die entlassen worden wenn sie nicht die gewuenschten Meds besorgt haetten
Dennoch scheint es mit der Ethik von Aerzten nicht weit her zu sein, weil das Konto und die eventuelle Popularitaet vor dem Gesundheitsstatus des Arbeitgebers kamen.
Wenn ein Arzt einem Patienten, sei es auch der einzige, Medikamente verabreiche und nicht auf die Abhaengigkeit des Patienten hinweise begeht der Arzt eine Staftat! Period!
giangastone (28.06.2009, 17:24 Uhr)
sandraberlin (28.6.2009, 14:22 Uhr)
"JEDER DER MIT SEINEM ARZT NICHT
JEDER DER MIT SEINEM ARZT NICHT ZUFRIEDEN IST, WECHSELT DENSELBEN. (sorry)". Das kann Jackson ja nun nicht mehr. Wohl selbst Mediziner? Außerdem liefern Suchtverhalten und Hypochondrie den Patienten oft hilflos den Ärzten aus. Die medizinische Lifestyle-Falle eben.
sandraberlin (28.06.2009, 14:22 Uhr)
...sollte heissen.....
JEDER DER MIT SEINEM ARZT NICHT ZUFRIEDEN IST, WECHSELT DENSELBEN. (sorry)
sandraberlin (28.06.2009, 14:19 Uhr)
@gianga...JETZT SIND DIE ARZTE SCHULD
Jeder Patient der mit seinem Arzt wechselt denselben. Jetzt will man mir hier klarmachen, dass MJ "Opfer" seiner Ärzte ist. Lachhaft ! Jackson glaubte wohl wie immer mehr Menschne, dass Zufriedenheit erkaufbar resp. medizinabel sei. Zufriedenheit konnte nie und wird nie erkaufbar. Weder für den "King" noch für den für den "King of Pop" !
giangastone (28.06.2009, 14:02 Uhr)
sandraberlin
"Auch die Erben von Elvis schafften es aus einem medikamentenabhängigem Wrack ein Opfer der Medizin zu machen." Erstens ist medikamentenabhängigkeit wie bei HEATH LEDGER durchaus eine Folge falscher medizinischer Betreuung (was bitteschön sonst?), zweitens musste man ja nur Jackos Gesicht sehen, um zu kapieren, dass da ein paar Götter in Weiß skrupellos verdient haben, zum Schaden des Patienten. Jacko wurde schon zu Lebzeiten -sicher nicht unschuldig- Opfer der modernen Lifestyle-Mediziner, ohne Ethos, mit großen Versprechungen und fettem Konto...
gman537 (28.06.2009, 10:47 Uhr)
Es kann nicht sein, was nicht sein darf
..fällt mir dazu nur ein.
Es ist immer dasselbe wenn große,übergroße Leute sterben, egal ob Künstler oder Politiker.
Man will einfach nicht akzeptieren daß der Verstorbene eines 'natürlichen',ev. gar mitverschuldeten,unrühmlichen Todes gestorben ist.
In näherer Vergangenheit waren das z.B. Jörg Haider,David Carradine und jetzt eben Michael Jackson.
Wäre er ein 'Mann von der Straße' gewesen, wäre bei seiner Krankenakte niemand überrascht gewesen.
Aber so muss, wie sein Leben, selbst sein Tod und dessen Ursache was Aussergewöhnliches gewesen sein.
Nähere Bekannte werden ja nicht müde, zu erzählen welch normaler Mensch er doch privat war.
Warum läßt man ihn denn nicht ruhen wie ein Solcher, statt ihn von Pathologen zerschnibbeln zu laßen.
otheropinion (28.06.2009, 10:43 Uhr)
Macht den Tod
natürlich viel geheimnisvoller. War es Mord? Steckt der CIA dahinter? Oder die Illuminati? Wusste M. Jackson zu viel? Warum wurde nicht sofort ...? Ich stelle nur Fragen. Und so ein Sülz steht dann für alle Zeiten als Zusatz in Lexika.
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