Ihre Tränen im Fernsehen sorgten tagelang für Schlagzeilen, die eigene TV-Show am vergangenen Samstag nicht. In der bunten, lustigen Feldbusch-Welt wird es immer ernster mit dem Spaß.
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Lieblingspose: Alle Augen auf Verona
Wenn sie die Jacke auszieht, muss man aufpassen. Dann entblößt sie nicht nur ihre Schultern und zeigt ein wenig mehr vom Busen, dann will sie auch etwas von ihrem Innenleben preisgeben. Oder zumindest etwas, das danach klingt. Das war so, als sie im Fernsehen mit Alice Schwarzer stritt, sich plötzlich freimachte und unter leisem Johlen des Publikums der »Emma«-Frau einen optischen Knock-out verpassen wollte. Und das war auch vergangenen Mittwoch so, als Frau Feldbusch sich ihrer Jacke entledigte - »ist so warm hier« - und dann unter Tränen von jenem Tag vor fünf Jahren berichtete, als ihr damaliger Mann Dieter Bohlen zuschlug. Die knapp eine Minute weinende Verona als TV-Ereignis - »Bild« druckte das Standfoto am Tag der Ausstrahlung auf Seite eins, der Hausmeister des Talks, Johannes B. Kerner, ließ die Szene unverzüglich ins Internet stellen - Deutschlands charmanteste Falschsprecherin und »Werbestar« (RTL) als weinende, geschlagene Frau, das hatte was.
»Jahrelang hat das in ihr geschlummert, das musste einfach raus«, erklärte Veronas Manager Alain Midzic, der noch im Studio vor laufender Kamera seinem Schützling beruhigend über den Kopf strich. Was da herausmusste, war eine hässliche, aber altbekannte Geschichte. Denn ob Schlagerkomponist Dieter Bohlen seine damalige Frau nun »geschubst« oder »geschlagen« hatte, war schon 1996 öffentlich und en d?tail erörtert, Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung waren schon eingestellt worden, und Bohlen, öffentlich in die Ecke getrieben, hatte kleinlaut erklärt, »ich habe ihr wehgetan, und das tut mir leid«.
In der Kanzlei des Notars und ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Henning Voscherau ließ die Geschundene zur Absicherung am Donnerstag vergangener Woche ausgesuchten Reportern ein Tonband mit bösen Bohlen-Telefonaten vorspielen, kündigte aber Waffenstillstand an, »ich hätte die Möglichkeit, Dieter Bohlen zu verklagen, aber darauf werde ich wohl verzichten«. Gesühnt wurde nichts, geschrieben viel, und nicht nur die naddelige Blitzlichtbande des deutschen Boulevards rätselte, ob sich Verona, nach dem Emanzen-Duell mit Alice Schwarzer, zu Werbezwecken nun im Fach der tapferen geschlagenen Frauen versuchen wollte. »Ich denke, ich habe Frauen, denen Ähnliches passiert ist, Mut gemacht, sich durchzusetzen«, sagt Feldbusch. Immerhin gab es eine neue Sendung zu verkaufen, die Samstag-Show »Einfach Verona«, Feldbuschs dritter Versuch, mit einer Solo-Nummer im TV zu bestehen.