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5. April 2009, 02:12 Uhr

Clever & Bart

Kurz vor seinem 50. Geburtstag kommt das Leben des AWD-Gründers Carsten Maschmeyer gehörig in Fahrt. Soeben hat er der Weltöffentlichkeit die Schauspielerin Veronica Ferres als neue Liebe vorgestellt. Jetzt kriegt der umstrittene Finanzberater auch noch einen noblen Posten in der Schweiz. Wie macht der Mann das nur?! Von Ulrike Posche

AWD, Carsten Maschmeyer,Veronica Ferres, Finanzberater, Schweiz

Bei der Geburtstagsparty von Scorpions-Sänger Klaus Meine (v.) im Mai 2008 posiert La Ferres noch zwischen zwei Gefühlen: Noch-Gatte Martin Krug (r.) und Carsten Maschmeyer (l.)© Peter Steffen/DPA/INI

Als der Wirt des "Gallo Nero" ihm das Graupenrisotto serviert, sagt Carsten Maschmeyer: "Grazie." Nach dem Essen ordert er das "Conto per favore". Der Mann aus Hildesheim- Drispenstedt will jetzt keine Fehler mehr machen. Er will bescheiden wirken, gewandt sein und fein. Maschmeyer trägt einen gediegen taillierten Anzug, eine Armbanduhr von gebotener Größe. Die Nägel sind perfekt gefeilt, er trinkt morgens Karottensaft statt Kaffee. Vor jeder Antwort atmet er einmal tief ein und aus. Bloß kein Risiko eingehen, an die Zukunft denken, nichts Unüberlegtes sagen! Deshalb die Graupen, das Italienische und die Atempausen.

In sechs Wochen wird Carsten Maschmeyer in seinem Bemühen, ein Finanz-Tycoon zu werden, ein entscheidendes Stück vorangekommen sein. Wenn alles gut geht und die Generalversammlung ihn wählt, zieht der Gründer des größten europäischen Finanzdienstleisters AWD dann in den Verwaltungsrat des Schweizer Versicherungskonzerns "Swiss Life Holding AG". Aber das ist noch lange nicht alles!

Gerade nämlich hat er der Weltöffentlichkeit Veronica Ferres als neue Freundin präsentiert. Er spielt jetzt in - sagen wir es doch -, in der Sarkozy-Bruni-Class. Und seine Freunde staunen: Ausgerechnet der Maschi! Einer, der sich so gut wie nichts im Fernsehen anguckt, ist nun mit der Frau vom Checkpoint Charlie, dem Superweib des deutschen Fernsehens, der Bundes-Blondine Ferres liiert!

Er blüht jetzt nicht nur im Glück, sondern auch noch im Glanz.

Wie in Hollywood

Als sich die beiden vor zwei Wochen offiziell und öffentlich bei einem Museumsdinner in Wolfsburg zu erkennen gaben, hat er schon einmal versucht, alles richtig zu machen. Anfangs funktionierte das wie in Hollywood. Sie kam mit dem Flieger, er stand mit der Limo am Flughafen, dann Fahrt ins Hotel "The Ritz", Anstecken eines Mehrkaräters. Strahlen beiderseits.

Vroni und Maschi. Es ist eine triftige Verbindung: Die erfolgreiche Schauspielerin hatte schon immer Männer mit komischen Bärten. Jetzt hat sie einen mit Bart und eigenem Geld. "Wir sind auf Augenhöhe", sagt der Berufsvertriebler. Veronica ist 1,82 ohne Schuhe, Carsten sieben Zentimeter länger. Zwei große Ungeliebte haben sich gefunden. Zwei, die sich nie mit einem "K" im Namen begnügten.

Dann wurde es furchtbar. Sein lila Schlips passte nicht zum roten Teppich, Fotografen, schiefes Lächeln, RTL-Interviews. "Es knistert", notierten die Boulevard-Journalisten. Dabei hat es eigentlich mehr gebammelt. Manchmal versuchte er, ihre Hand zu nehmen, doch da war schon die Clutch-Bag. "Ich mache Wirtschaft und Finanzen, und Veronica macht ihren Beruf ", sprach er tapfer in die Mikrofone. "Carsten Maschmeyer und ich, wir werden uns jetzt erst einmal besser kennenlernen", sagte sie. Große Romanzen hören sich anders an.

Glücksmeyer im Medienrummel

"Wie nennen wir ihn denn?", fragte ein Chefredakteur den AWD-Sprecher. "Maschi!", antwortete der. "Das reicht nicht, das müssen wir paraphrasieren", erklärte der Chefjournalist da. The Beauty and the Schnauz, Glücksmeyer, Veronicas Lenz ist da - so was in der Art! Da schien der Glücksmeyer allerdings schon reichlich genervt zwischen dem "virtuellen Sushi", das es an jenem Abend gab, und den Fotobildern des Meisterkünstlers Andreas Gursky. Sie hatte ihm gesagt, dass es schlimm würde. Aber so schlimm?

Es ist nicht so, als habe Maschmeyer in den vergangenen Jahren nicht an seiner Parkettfestigkeit gearbeitet. Die Zeiten, in denen er eine Tafelrunde um den Hinweis bereicherte, er habe sich einen hartnäckigen Magenbazillus eingefangen, sind lange vorbei. Das war noch in einer Werkshalle der Georgsmarienhütte, als Kanzlerkandidatin Merkel sich westfälischen Unternehmern vorstellte. Nachdem die dann Kanzlerin war, wurde Schröders Regierungssprecher Béla Anda frei und wechselte zu Maschmeyer. Dann wurden die Gespräche besser und auch die Bilder.

Auf einmal gab es Fotos von Carsten M. in seinem Anwesen, wie er mit dem ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan parlierte. Fotos, wie er Bill Clinton auf seinem "Erfolgskongress" interviewt. Er mit Gottschalk, Pink und Geri Halliwell.

Er interessiert sich für Kunst, weil er gern "schöne, ästhetische Dinge" anschaut. Und weil Bilder nicht reden. Wenn er berichtet, dass einer seiner beiden Söhne gut zeichnen kann, sagt er: "Der hat einen guten Strich." Das hat Allure. Maschmeyer liest Biografien und Thriller, weil man da "Argwohn und Sensibilität" lernen könne. Einladungen flattern wie Kranichschwärme auf seinen Schreibtisch. Er genießt, wie ihm langsam jene Anerkennung und Aufmerksamkeit zuwachsen, um die er so lange gekämpft hat. Jetzt ist auf einmal beides da: Der berufliche Aufstieg in die Champions League - und die Ferres! Manchmal sieht man ihm direkt an, wie viel Mühe es ihn kostet, vor Stolz nicht auszuflippen.

Erste Begegnungen

Gekannt haben sich die blonde Hünin und er schon länger. Ministerpräsident Wulff hatte die beiden 2007 in Berlin zusammengebracht. Dann hat Maschmeyer sie zu seiner AWD-Jubiläumsfeier eingeladen, sie trafen sich beim Scorpions-Sänger Klaus Meine, bei ihrer "Power-Child"-Gala, deren Sponsor er zufällig war. Und immer war Vronis Mann dabei. Erst irgendwo in Afrika hat es neulich "intensiver" gefunkt. Frau Ferres sei "nicht nur eine sehr reizvolle", sondern auch eine sehr moralische Frau, sagt Maschmeyer. Getrennt, einsam, neu verliebt. So gehe bei ihr die Reihenfolge. Vor vier Monaten trennte sie sich von ihrem Mann, vor fünf Wochen wurde er von seiner Frau, von der er bereits seit sechs Jahren getrennt lebt, geschieden. Der Weg war offen.

Was sie machte, wusste er ja inzwischen. Auch, weil er sich eilig mit DVDs auf Stand gebracht hatte. Sie dagegen hatte mehr Bedarf, zu erfahren, was ihr Neuer so tat.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 14/2009

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