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15. April 2011, 12:00 Uhr

Prinz William erobert die Herzen der Briten

Der Thron ist für Prinz William in weiter Ferne, vor ihm ist noch sein Vater an der Reihe. Doch mit seinen häufigeren Auftritten in der Öffentlichkeit wird er immer beliebter - und macht seinem Vater Konkurrenz. Könnte William sogar bald der "König der Herzen" sein?

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Er macht seine Sache gut, finden die Briten: Prinz William, hier bei seinem Besuch in Australien© Patrick Hamilton/DPA

Für ein künftiges Königspaar könnte es huldvollere Komplimente geben als den derzeit oft gehörten Satz: "Die sind ja so normal." Doch glaubt man den Medienberichten über Prinz William und seine Braut Kate Middleton, dann dürfte genau dieses das größte Lob für die beiden sein. Es mag herbeigeschrieben oder vom Palast geschickt inszeniert sein - aber tatsächlich wirken die beiden bei ihren gemeinsamen Auftritten wie ziemlich normale, verliebte junge Leute. Auch einzeln kommen sie eher locker rüber. Ihre Hochzeit am 29. April wollen sie so unförmlich feiern wie irgend möglich.

Während Kate in den vergangenen Wochen ihre ersten, gut durchdachten Schritte in die Öffentlichkeit machte, war ihr Bräutigam deutlich präsenter als sonst. Vor allem seine offizielle Reise nach Australien und Neuseeland Ende März, bei der er seine Oma Queen Elizabeth II. vertrat, hätte besser kaum laufen können.

Die Zeitungen dort und auch die daheim waren voll des Lobes für den Zweiten der britischen Thronfolge. Immer wieder hieß es, er sei locker, offen, ehrlich, normal, warm, witzig und alles in allem ein Spiegelbild seiner Mutter Diana, der "Königin der Herzen". Hat William das Zeug dazu, seiner Mutter auf den Thron der Beliebtheit beim Volk zu folgen und schon bald ein "König der Herzen" zu werden?

William könnte das Bild der Monarchie verändern

"William hat seinen eigenen Stil entwickelt, und zwar in einem Ausmaß, wie wir es vorher nicht gesehen haben", schrieb der Royal-Korrespondent des Senders BBC, Nicholas Witchell, im Rückblick auf die Australien-Tour. Der 28-Jährige Prinz hörte geduldig zu, schüttelte Hände und zeigte keine Scheu vor Körperkontakt. Er umarmte Menschen und legte manchen die Hand auf die Schulter. Mit seiner Herzlichkeit habe er seine Reise zum "spektakulären Erfolg" gemacht, urteilte der Fachmann.

Schon länger sind sich Beobachter einig, dass William die britische Monarchie und das Bild der Royals verändern könnte. So wird erwartet, dass er und Kate sich privat eher zurückziehen; wenn dann aber öffentliche Auftritte anstehen, könnten die beiden sich besonders volksnah zeigen.

Der gute Ruf des Prinzen heizt die Spekulationen an. Viele Briten würden ihn nach einem Abtreten der Queen am liebsten gleich auf dem Thron sehen - und nicht erst seinen Vater Prinz Charles. Zwar gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass einer der beiden über einen solchen Schritt auch nur nachdenkt, und auch rechtlich ist das Ganze umstritten. Doch Williams Charme beim Werben um die Herzen der Untertanen macht ihn zum Konkurrenten für Charles, an dem die Schatten der Vergangenheit kleben.

"William hat nun die Bühne betreten und dabei ein sehr sicheres Händchen bewiesen. Sehr bald wird er eine Ehefrau an seiner Seite haben. Zusammen wird ihre Wirkung als modernes royales Paar eindrucksvoll sein", meint Witchell.

Es kommen mehr Verpflichtungen auf ihn zu

Bislang haben sich weder William noch Kate einen Ausrutscher geleistet, doch die Gelegenheiten dafür werden häufiger. Denn auch, wenn Williams Job als Hubschrauberpilot in Wales noch bis 2013 währt, geht man davon aus, dass er in Zukunft mehr Verpflichtungen wahrnehmen wird. Sein Großvater Prinz Philip, der im Juni 90 wird, zieht sich aus Altersgründen zurück, die Queen wird am 21. April 85 Jahre alt. Die vielen Schirmherrschafts-Posten und Ehrenämter können da leicht zu einer Belastung werden.

Die erste große Tour und Feuerprobe der jungen Frischvermählten steht schon Ende Juni an. Dann geht es nach Kanada. Vorher aber wird Hochzeit gefeiert. Dabei wollen sie vor allem eins, sagt Williams Sprecher Miguel Head: "Sie wollen den Tag so normal wie möglich halten."

Britta Gürke, DPA
 
 
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