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9. März 2008, 15:28 Uhr

Das Model und der Fensterputzer

Zwei Tage lang galt Ex-Model Waris Dirie in Brüssel als verschollen. Dann ist Dirie wieder aufgetaucht, in Begleitung eines Fensterputzers. Nun hat Diries Begleiter mit der belgischen Presse gesprochen - und den Fall fast noch myteriöser gemacht.

Irrte wohl tagelang durch Brüssel: Ex-Model Waris Dirie© Arnd Wiegmann/Reuters

Rätsel um Waris Dirie: Über zwei Tage war das Ex- Model wie vom Erdboden verschluckt, dann tauchte es unvermittelt wieder auf - doch niemand weiß genau, was in der Zwischenzeit geschah. Die 43-Jährige, die als UN-Sonderbotschafterin gegen die Beschneidung junger Mädchen kämpft, war am Freitag im Brüsseler Zentrum von einem Polizisten erkannt worden - und zwar in Begleitung eines Mannes, der in den 80ern wegen verschiedener Raubüberfälle vier Jahre im Gefängnis saß. Die Polizei hatte zuvor eine Großfahndung nach Dirie ausgelöst, weil sie zu mehreren Terminen mit EU-Politikern und einem Treffen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice nicht erschienen war.

Die frühere Laufstegschönheit machte der Staatsanwaltschaft zufolge keine näheren Angaben über ihren Verbleib. Sie erklärte lediglich, sie habe in der Nacht zu Mittwoch einen Club besucht und danach ihr Hotel nicht wieder gefunden. Zwar war sie zunächst von einer Polizeistreife ohne Geld und Papiere aufgegriffen und ins Hotel gebracht worden, doch aus diesem verschwand sie wenig später mit einem Taxi. Seit dieser Nacht habe sie ohne Geld und ohne Essen vor allem in den Empfangshallen verschiedener Hotels zugebracht, erklärte Dirie.

Beim Wein in Stamm-Café

Die Frau, die in ihrem Buch "Wüstenblume" unter anderem über ihre eigene Beschneidung berichtet, befand sich in Begleitung eines 45 Jahre alten Fensterputzers, als sie von der Polizei entdeckt wurde. Der Mann sagte, er habe Dirie ("Eine schöne Frau, da guckt man schon mal hin") am Freitag angesprochen, weil sie bereits einen Tag zuvor in seinem Stamm-Café gesessen habe. "Sie sagte, dass sie einen Rotwein trinken wollte und dass sie aus Somalia stamme. Ihren Namen hat sie mir nicht gesagt."

Der Fensterputzer berichtete der Zeitung "De Standaard", die Frau habe Hunger gehabt. Er habe angeboten, bei sich daheim zu kochen. "Hand in Hand" seien sie dann in einen Supermarkt gegangen, um Tomaten, Garnelen und eine gute Flasche Wein zu kaufen. "Sie hat darauf bestanden, zu bezahlen. Wir wollten uns einen gemütlichen Abend machen." Auf dem Weg zu seiner Wohnung seien die beiden dann von einem Polizisten gestoppt worden. So habe er erfahren, dass die Schöne an seiner Seite eine seit Tagen gesuchte Prominente ist.

"Das hätte so ein schöner Abend werden können"

Der Mann sagte, er habe Mühe gehabt, die Polizisten davon zu überzeugen, "dass ich ihr wirklich nur zufällig über den Weg gelaufen bin". Schließlich habe er vor Jahren wegen der Mitgliedschaft in einer Bande, die Geldtransporte überfiel, vier Jahre im Gefängnis gesessen. Ansonsten sei es sehr bedauerlich, dass der Streifenpolizist Dirie erkannt habe: "Das hätte so ein schöner Abend werden können", sagte der Fensterputzer. Auf der Polizeiwache habe er der UN-Sonderbotschafterin seine Handynummer gegeben: "Sie gab mir einen Kuss und ihren Schal, den ich seither trage." Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein, weil offenkundig kein Verbrechen vorliege.

Die in Österreich lebende Dirie sollte als international prominente Kämpferin gegen die Genitalverstümmelung am Freitag in der niederländischen Grenzstadt Kerkrade die Martin-Buber-Plakette 2007 erhalten. War jedoch - wie zu den anderen vereinbarten Terminen - nicht erschienen. Die Polizei hatte ein Verbrechen nicht ausgeschlossen. Erst Anfang Februar war in der Seine bei Paris die Leiche des in Guinea geborenen Fotomodells Katoucha Niane gefunden worden, das ebenfalls eine Kampagne gegen die Beschneidung geführt hatte.

DPA
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Mile (10.03.2008, 08:43 Uhr)
Was soll
der letzte Satz?
Da wird ein Verbrechen, trotz besseren Wissens, suggeriert, um das Ganze ein wenig aufzupeppen.
Der Todesfall des Models war ein Unfall als sie in ihr Hausboot steigen wollte.
Das ist der Stand der Dinge und das weiss derjenige, der diese Nachricht geschrieben hat.
Wenn man jetzt gemein ist, könnte man schon fast meinen, dass es ein klein wenig Hetze gegenüber dem Islam sein könnte.
Kämpfst du gegen den Islam (wobei Beschneidung nichts mit dem Islam zu tun hat) musst du damit rechnen, getötet zu werden.
starmax (10.03.2008, 05:47 Uhr)
An die hier,
die sowieso nix Besseres zu tun haben:
Erstens sollte man genau lesen, bevor man kommentiert.
Zweitens sind auch Promis (?) Menschen.Nicht alle so routiniert im Umgang mit Presse und Polizei (wie Dieter Bohlen zum Beispiel).
Drittens sagt man meist nie der Polizei die Wahrheit, wie diese bestätigt.
Wer es also genau wissen will, soll hinfahren und recherchieren, statt offizielle Statements zu kommentieren. Das ist nämlich sonst so wichtig und richtig wie die Nachricht vom Sack Reis in China...
J.Stahl (09.03.2008, 23:15 Uhr)
dieser frau
setzt sich für eine gute sache ein.da schadet ein bißchen pr nicht.ich hoffe sie macht weiter im kampf gegen unterdrückung und körperverletzung an frauen.
stwberlin (09.03.2008, 22:12 Uhr)
Nur, dass auch der Stern darauf reinfällt ...
wundert mich etwas.
stwberlin (09.03.2008, 22:11 Uhr)
Spannend ...
... was alternde Models sich so alles einfallen lassen, um endlich wieder ins Gespräch zu kommen.
Reingefallen, Spiegel ... Paparrazzi-Journalismus.
paulali (09.03.2008, 19:55 Uhr)
ja und ohne Geld
hat sie darauf bestanden, an der Supermerktkasse zu bezahlen.... sehr merkwürdig
sininen (09.03.2008, 18:25 Uhr)
Rotwein ohne Geld
Ähhhh, ja.
Sie ist in ihr Hotel zurück, dann aber doch wieder weg (warum?) und dann ohne Geld und Essen in verschiedenen Hotels über Nacht gewesen. Klar. Mache ich auch oft. Besonders, wenn ich mit Condoleezza Rice verabredet bin.
Und da ich gerade kein Geld dabei habe und kein Essen, gehe ich erstmal in eine Kneipe, einen Rotwein trinken. Wie, Sie machen das nicht?
Ich kann mir natürlich vorstellen, dass eine Frau wie Miss Dirie vielleicht von zwielichtigen Gestalten verfolgt wird, die ihr was tun wollen. Und dass man da auch ein bisschen seltsam wird, kann ich auch einsehen.
ABer warum geht die Frau (sollte sie Feinde haben) allein in Clubs?
Und wer bitte denkt sich zum Abtauchen (aus welchem Grund auch immer) son Quatsch aus?
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