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... Annie Sprinkle?

Wenn's um Sex geht, ist der Amerikanerin nichts fremd: Sie schlief mit über 3000 Männern und zeigte als Künstlerin dem staunenden Publikum - auch dem deutschen - ihre Gebärmutter.

Dr. Sprinkle ...

Nennen Sie mich Annie. Ich habe zwar seit 2002 einen Doktor in "Human Sexuality", aber ich benutze den Titel kaum.

Ist das Thema Sex nicht irgendwann mal durch?

Nein. Erst im Dezember, im Düsseldorfer Museum Kunst Palast, wollte mir das Publikum wieder in die Scheide schauen. Und meine "Tit Prints", Drucke, die ich mit meinen Brüsten erstelle, gehen weg wie warme Semmeln. Aber es geht mir auch gar nicht mehr nur noch um Sex.

Sondern?

Es geht um Liebe: Meine Frau Beth und ich reisen mit Ideen aus unserem Love Art Laboratory um die Welt und verbreiten die Botschaft der Liebe: Wir schmusen nackt in Löffelchenposition oder küssen uns stundenlang in Galerien. Und zweimal im Jahr heiraten wir öffentlich: dieses Jahr in Oxford und auf der Biennale. Viele Zuschauer verlieben sich bei unseren Vorführungen, denn wir geben ihnen den notwendigen Freiraum, um sich zu verlieben.

Wie haben Sie die Liebe entdeckt?

Durch drei Ereignisse: Mein Hausboot brannte ab, ich lernte Beth kennen, und ich hatte Brustkrebs. Durch den Brand verlor ich alles: meine Katzen, Kleider, meinen Pass ... Doch meine Fans sammelten für mich, schickten mir Geld und schenkten mir ihre Liebe. Als dann der Brustkrebs diagnostiziert wurde, hatte ich panische Angst. Nicht vorm Tod, sondern davor, dass Beth mich verlassen würde. Aber das Erlebnis hat uns nur noch mehr zusammengeschweißt. Beth ist die Liebe meines Lebens.

Seit wann sind Sie lesbisch?

Nach über 3000 Männern war es Zeit für einen Wechsel. Ich war immer daran interessiert, zu experimentieren. Sex gibt es ja nicht nur zwischen Männern und Frauen, Sex ist einfach Energie. Demnächst lehren wir unser Publikum, wie man Sex mit Mutter Erde hat, mit Blumen zum Beispiel ...

Und wie hat man den?

Sehr vorsichtig ... Im Ernst: Man kann Pflanzen süße Sauereien zuflüstern oder den Tree-Spot, den G-Punkt von Bäumen, erforschen. Wir haben 25 Methoden gesammelt und werden diese unter dem Begriff "Dirty Sexecology" im Sommer in Madrid vorstellen.

Sie wollten ursprünglich Kunstlehrerin werden, arbeiteten dann aber als Prostituierte und Pornodarstellerin. Haben Sie das je bereut?

Nein, inzwischen bin ich ja auch so eine Art Kunstlehrerin. Ich hatte fast durchweg positive Erfahrungen als Prostituierte und Pornostar. Die einzigen Male, die ich schlecht behandelt wurde, waren außerhalb der Sexindustrie. Ich sprach für Rollen in Hollywoodfilmen vor und endete auf der Castingcouch. Ich habe mich sehr geärgert, dass ich umsonst vögeln sollte - und dann noch nicht einmal die Rolle bekam.

Sie sind inzwischen offiziell in Ka­nada getraut worden und leben in Monogamie mit Ihrer Partnerin. Ist das nicht spießig?

Ich nenne es radikal-traditionell. Man kann nicht viel länger als drei Jahrzehnte sexuelle Abenteuer mit Tausenden von Menschen haben, danach wird es einfach langweilig. Nun erkunde ich die verrückte Welt der Normalität.

2011 läuft Ihr "Love Art Lab"-Projekt aus: Was kommt danach?

Wer weiß? Vielleicht verlängern wir um sieben Jahre, vielleicht lassen wir uns zweimal pro Jahr scheiden, vielleicht stirbt eine von uns, und der Tod ersetzt Liebe als Thema. Immerhin hatte ich bereits Krebs, und Beth fährt Motorrad. Der Tod kann also jederzeit zum Thema werden.

Interview: Severin Mevissen/print

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