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Gabriele Krone-Schmalz

Die Journalistin mit dem Mephisto-Haarschnitt berichtete zwischen 1987 und 1991 als erste Auslandskorrespondentin Der ARD aus Moskau

Zur Person

Gabriele Krone-Schmalz, 54, verbringt mit ihrem Mann Lothar etliche Monate im Jahr in ihrer Hotelanlage "Villas Fortuna" in Moraira an der Costa Blanca. Der frühere Direktor einer Baufirma hatte 1987 seinen Job aufgegeben, um mit seiner Frau nach Moskau zu gehen.

Das Interview mit Gabriele Krone-Schmalz führte Daniel Sander

Frau Krone-Schmalz, wollen Sie nicht mal eine neue Frisur ausprobieren?

Dazu müssten mir schon die Haare ausfallen. Ich glaube, ich würde mich gar nicht mehr im Spiegel erkennen, wenn ich plötzlich anders aussähe. Außerdem finde ich das jetzt noch viel schöner als früher, so grau meliert. Da ist richtig Leben drin.

Und die Schere führt noch immer Ihr Mann Lothar?

O ja. Einmal pro Woche bringt er alles wieder in Form. Ich seh das ja nicht so, wenn es ein bisschen aus den Fugen gerät, aber er hat da einen sehr kritischen Blick. Der macht ja eh alles, ob Häuser bauen, kochen oder nähen. Seit neuestem kann er sogar Palmen schneiden...

Praktisch, wenn man eine Ferienanlage in Spanien besitzt. Wie kam es denn dazu?

Vor drei Jahren haben wir uns an der Costa Blanca ein Häuschen zugelegt, damit wir hinfliegen können, wann immer es uns gelüstet. Das hat uns dann so gut gefallen, dass wir uns ein zweites kaufen wollten, um es zu vermieten - und man kriegt ja auch viel Besuch. Dann ist mein Mann, das Wundertier, über diese kleine Ferienanlage gestolpert. So etwas Großes wollten wir zwar gar nicht, aber es liegt so traumhaft...

Heißt das, Sie bleiben für immer dort?

Nee, bestimmt nicht, wir haben immer noch unser Haus im Bergischen Land. Wir sind die klassischen Pendler. Wenn ich in Deutschland bin, regen mich zwar viele Dinge mehr auf als in Spanien. Dort herrscht eine gewisse Form von Gelassenheit, die einen - fast so wie in Russland - auf die wesentlichen Dinge des Lebens gucken lässt. Ich würde aber nie alles in Deutschland aufgeben, um mich hier zu vergraben. Ich möchte beides haben.

Und was ist mit Russland?

Ständig dort wohnen möchte ich nicht mehr. Das war eine wertvolle Erfahrung, aber jetzt reicht es mir, wenn ich gelegentlich hinfliege und Freunde besuche. Ich vermisse Russland eher insofern, als dass ich mich manchmal über die Berichterstattung ärgere. Dann denke ich: Mensch, da müsste ich jetzt mitfummeln. Russland ist nach wie vor das Thema, bei dem ich am meisten hingucke.

Vielleicht sollten Sie dann einfach wieder über Russland berichten.

Ach nein. Ich werde ja oft angesprochen, um meinen Senf dazuzugeben. Das mache ich gerne, aber das reicht auch. Ich hab genug zu tun mit der Ferienanlage. Außerdem halte ich immer noch Vorträge in Deutschland, hatte im letzten Jahr eine Gastprofessur an der Uni Lübeck, kümmere mich um meine Internetseite www.krone-schmalz.de, und jetzt will ich auch mal wieder ein Buch schreiben. Sie sehen, ich bin ziemlich beschäftigt.

Was für ein Buch soll das denn werden?

Es steckt noch in den Anfängen. Zu viel verraten werde ich nicht, das bringt Unglück. Es hat etwas mit dem Leben zu tun. Schreiben macht mir einfach Spaß.

Zwei Bücher über Deutschland und seine Reformunfähigkeit haben Sie bereits geschrieben - als Thema doch eigentlich immer wieder aktuell.

Also wenn ich so schaue, was ich 1996 und 1997 geschrieben habe, möchte ich doch feststellen, das sich nicht so furchtbar viel geändert hat. Es lohnt sich also gar nicht, da noch mal draufzuhauen. Um in einen gewissen Jargon zu verfallen: Das ist doch irgendwie ätzend.

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