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Timo Konietzka

Der Stürmer von Borussia Dortmund schoss am 24. August 1963 im Spiel gegen Werder Bremen das Erste Tor der neu gegründeten Fußball-Bundesliga

Zur Person

Der 65-Jährige Timo Konietzka ist zum drittenmal verheiratet und hat aus erster Ehe einen Sohn, Oliver, 39. Konietzka kam 1958 vom VfB Lünen zu Borussia Dortmund, mit der er Meister und Pokalsieger wurde. Nach zwei Jahren bei 1860 München ging der neunfache Nationalspieler in die Schweiz, wo er beim B-Ligisten FC Winterthur und dem FC Zürich kickte. Ab 1973 arbeitete Konietzka als Trainer und coachte unter anderen Grashoppers Zürich, Hessen Kassel, Bayer Uerdingen und Borussia Dortmund. Seit fünf Jahren ist er Repräsentant für einen orthopädischen Spezial-Sportschuh.

Das Interview mit Timo Konietzka führte Bernd Teichmann

Werder - BVB. 16.58 Uhr. Anstoß Dortmund. Franz Brungs spielt auf Timo Konietzka...

...der links auf Lothar Emmerich gibt. Emmerich läuft zur Grundlinie und passt in den Strafraum. Konietzka macht den Ball aus acht Metern rein.

Ein ganz besonderes Tor und Ihr erstes von 72 in 100 Bundesligaspielen - eine Bombenquote.

Stimmt, nur Gerd Müller war noch besser. Hinter mir kommen dann Koryphäen wie Uwe Seeler und Rudi Völler.

Vergangene Woche ist Lothar Emmerich verstorben. Hatten Sie noch Kontakt zu ihm?

Gerade vor vier Wochen haben wir uns auf einer Vereinsfeier gesehen, und ich habe ihn auch oft im Krankenhaus angerufen. Er hatte ja Lungenkrebs. Mich nimmt sein Tod sehr mit, wir waren früher wie Brüder.

Warum sind Sie 1967 ausgerechnet zum Schweizer Zweitligisten FC Winterthur gegangen? Sie hatten Angebote von sieben Bundesliga-Clubs.

In der Bundesliga hat man damals relativ wenig Geld verdient. Mein Lohn war zuletzt bei 1860 München etwa 30 000 Mark im Jahr, bei Winterthur konnte ich das Dreifache verdienen. Dazu kam, dass ich damals als 60er gegen meine alten Kameraden vom BVB vom Platz gestellt wurde. Sie hatten dem Schiedsrichter die Pfeife weggenommen. Und ihn etwas am Schienbein gekratzt - damals gab's noch keine Schienbeinschützer für die Schiris. Ich wurde überall dafür ausgepfiffen und ein halbes Jahr gesperrt.

Was dazu wohl der Trainer Timo Konietzka gesagt hätte, der ja als harter Hund gefürchtet war?

Ach, das war ein einmaliger Ausrutscher. Als Spieler war ich ziemlich pflegeleicht. Mit mir selbst als Trainer hätte es keine Probleme gegeben. Ich konnte es halt nicht haben, wenn einer faul und bequem war, undiszipliniert oder gegen den Erfolg gearbeitet hat. Hätten wir damals in Dortmund einen Amoroso gehabt, der sich so viel rausnimmt, hätte sich Sammer gar nicht einmischen müssen. Aki, Emmerich, Schütz und ich hätten uns den gepackt und ihn mal unter die Dusche gestellt. Den hätten wir uns schon erzogen.

Schauen Sie ab und zu noch mal im Westfalenstadion vorbei?

Nicht nur dort. Als Repräsentant eines sportmedizinischen Trainingsschuhs bin ich oft in Deutschland und schaue mir, wenn möglich, Spiele an. Ich habe noch gute Kontakte in die Bundesliga.

Für Ihre Funktion als Hotelier bleibt da nicht mehr viel Zeit.

Da bringe ich auch nur mal die leeren Flaschen runter und hole die vollen rauf. In unserem Hotel ist meine Frau die Chefin. Ich sitze bei den Gästen. Wir haben viele deutsche Gäste, auch ältere, die sich gern mit mir mal über Fuáball unterhalten.

Wer wird denn diese Saison Meister?

Das ist einfach: Bayern München.

Was ist mit Dortmund?

Die haben im Moment zu viele Probleme. Kehl ist vorläufig gesperrt, viele Spieler sind verletzt, Lehmann ist weggegangen. Wie schlägt sich der junge Torwart? Wie laufen die ersten Spiele? Wie entwickelt sich Matthias Sammer weiter?

Vergangenen Samstag traten Ihre Ex-Clubs Dortmund und 1860 München gegeneinander an. Sind Sie da in Herzensnot geraten?

Ich bin stolz, einer aus dem Kohlenpott zu sein und fünf Jahre da unten in 1000 Meter Tiefe malocht zu haben wie ein Sklave. Schon als Knirps habe ich mir die Spiele der Borussia angeschaut, und mein Traum war, da mal zu spielen. Und das habe ich geschafft. Diese sieben Jahre haben mich am meisten geprägt. Mein Herz schlägt für den BVB, gar keine Diskussion.

Bernd Teichmann/print

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