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Veronica Carstens?

Die Medizinerin und Frau des früheren Bundespräsidenten Karl Carstens setzte sich früh für die Erforschung der Naturheilkunde ein.

Frau Carstens, Sie mussten für dieses Gespräch Patiententermine verschieben. Ohne uncharmant zu werden: Sie sind 81 Jahre alt. Was, bitte, treibt Sie?

Ich kann einfach nicht untätig sein. Zu Anfang meiner Ehe hatte ich kein eigenes Tätigkeitsfeld, eine richtige Durststrecke. Davon ist wohl dieser Trieb geblieben: Ich bin nur glücklich, wenn ich arbeiten kann, wenn man mich braucht.

Selbst als First Lady haben Sie praktiziert.

Das ist richtig. Mein Mann hat mich aufgefordert weiterzumachen. Seine Haltung war: Du hast so spät angefangen, wenn du jetzt unterbrichst, bist du hinterher raus.

Ausgerechnet der Konservative Karl Carstens ist bis heute der einzige Bundespräsident mit berufstätiger Ehefrau.

Er war weitaus moderner, als viele Menschen denken. Außerdem waren unsere Tätigkeiten ja auch streng getrennt. Nur einmal hat ein Patient versucht, mich auszunutzen, um den Bundespräsidenten zu beanspruchen. Er hatte seine Garage schwarz gebaut...

Ihr Mann hatte die Idee, eine Stiftung für Naturheilkunde zu gründen.

Das stimmt. Über dem Himalaja! Wir waren auf dem Weg zu einem Staatsbesuch in Peking. Unter uns die unendlichen Bergzacken und Schluchten. Wenn Sie so ins eisige Nichts blicken, kommen Sie von ganz allein ins Grübeln. Wir hatten endlich einmal Zeit für ein langes Gespräch. So kam es zur Carstens-Stiftung.

Eine Erfolgsgeschichte?

Oh ja! Unsere Fördergemeinschaft hat heute rund 40 000 Mitglieder, über 30 Millionen Euro konnten investiert werden. In 165 Forschungsprojekte, über 100 Stipendien, mehr als 300 studentische Arbeitskreise. Anfangs gab es größtes Interesse in der Bevölkerung - bei gleichzeitig erheblichen Widerständen der Schulmediziner. Es war schwierig, in Kliniken homöopathische Forschung zu betreiben.Das ist heute ganz anders.

Sie schwören auf Opium und Arsen...

Du meine Güte. Das hört sich ja furchtbar an! Aber es stimmt, damit hatte ich die größten Erfolge. Die größten Gifte sind in der richtigen Dosis oft die beste Medizin.

Mit Ihrem Mann sind Sie mehr als 1000 Kilometer von der Ostsee bis an die Alpen gewandert - eine einzige Volkssprechstunde?

In gewisser Weise. Mein Mann ging vorne mit den Honoratioren, und ich sprach hinten mit den Leuten über ihre Hausmittel. Ich bin zwar mit der Naturmedizin aufgewachsen, aber ich habe quer durchs Land doch sehr viel Neues über die Volksmedizin gelernt.

Vor über 20 Jahren haben Sie schon vor der Kostenexplosion im Gesundheitssystem gewarnt. Liegt die Zukunft der Medizin in einer Mischung aus Schul- und Naturmedizin?

Ich habe zwar stets eine Kombination der Therapien empfohlen, war aber immer gegen Absolutheitsansprüche. Dennoch: Die Schulmedizin wird dauerhaft so keinen Bestand haben. Nicht weil sie nicht wirkt, sondern wegen ihrer erheblichen Nebenwirkungen.

Der Königin von Spanien haben Sie Zwiebeln und heiße Kartoffeln gegen Mittelohrentzündung verordnet...

Das hilft fantastisch. Besser ist es natürlich, gar nicht erst krank zu werden. Also: kalte Duschen streng nach Kneipp, 15 Minuten Gymnastik, abends Wassertreten. Täglich!

Gehen Sie eigentlich zum Arzt?

Um Gottes willen! So selten wie möglich. Aber das ist bei Medizinern ja oft der Fall.

Christoph Wirtz/print

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