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C.C. Catch

Mit Haarspray, Schulterpolstern und Nietengürtel war die in Holland geborene Caroline C. Müller in den 80ern ein perfektes Pop-Produkt aus Dieter Bohlens Hitfabrik.

Mit Haarspray, Schulterpolstern und Nietengürtel war die in Holland geborene Caroline C. Müller in den 80ern ein perfektes POP-PRODUKT aus Dieter Bohlens HitfabrikZur Person :

Caroline Catherina Müller, 34, lebt heute mit ihrem Ehemann Airavata, einem Yoga- und Meditationslehrer, in der Nähe von London auf dem Land. 1985 war sie von Modern-Talking-Chef Dieter Bohlen in einer Hamburger Discothek entdeckt worden. Bohlen gab ihr den Namen C.C. Catch und produzierte mit ihr mehrere Hits wie »I Can Lose My Heart Tonight«, »Strangers By Night« oder »Soul Survivor«. 1989 trennten sich die beiden im Streit. Jetzt feilt C.C. Catch an einem Comeback

Hallo, Frau Müller! Oder soll ich besser Frau Catch sagen?

Sagen Sie einfach C.C.

Was bedeutet der Name eigentlich?

Das ist die Abkürzung meiner beiden Vornamen: Caroline Catherina.

Und was bedeutet Catch?

Das soll nur gut klingen.

Sie sind jetzt 34. Die meisten Frauen in Ihrem Alter sind verheiratet und haben Kinder. Wie steht's damit bei Ihnen?

Ich lebe mit meinem Mann Airavata in der Nähe von Schloss Windsor in England. Er kommt aus den USA und ist Yoga-Lehrer. Aber Kinder? Keine Zeit - Karriere geht vor.

Ihr Vater und Manager sagte, Sie kämen gerade aus Sibirien zurück. Klingt, als seien Sie verbannt worden.

Sie sind ja ein Scherzkeks. Ich habe da ein Konzert gegeben.

C.C Catch singt in Sibirien. Hört sich spannend an.

Für mich war das eine sehr gute Erfahrung. Aber auch ein Schock. Dort, wo ich gespielt habe, leben die Leute in extremer Armut.

Wo genau fand das Konzert statt?

O Gott, ich habe so ein schlechtes Namensgedächtnis Krasnojarsk - in Sibirien. Es war toll.

Eine merkwürdige Vorstellung: Ihr Vater sagt eines Tages zu Ihnen: »Fahr doch mal zum Singen nach Sibirien?«

Genau. Es war super. 2000 Zuschauer, ein großer Spaß.

Sie haben auch in Moskau gespielt.

und demnächst trete ich in Odessa auf.

Warum sind Sie in Osteuropa noch immer so gefragt?

Als ich 1985 mit »I Can Lose My Heart Tonight« den ersten Hit hatte, konnten sich die Leute im Osten meine Platten nicht leisten. Das holen sie jetzt wohl nach.

Sie singen bei Ihren Konzerten größtenteils die alten Bohlen-Songs. Ist das nicht langweilig?

Natürlich will ich meine eigenen Songs präsentieren. Deshalb schreibe ich ja auch an meinem neuen Album und möchte meinen eigenen Stil entwickeln.

Haben Sie Ihre Hits in den Achzigern eigentlich selbst gesungen?

Natürlich, warum fragen Sie das?

Dieter Bohlen hat vor kurzem in einem stern-Interview behauptet, Sie würden im Studio »ohne Ende am Mikro rumeiern«.

Das hat er gesagt?

Ja, und er hat gesagt, dass er bei den Aufnahmen mit Ihnen stundenlang ein Wort ans nächste schneiden musste.

Aha. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich dazu sagen soll. Dieter ist halt Dieter, und man weiß ja, wie er über andere Leute spricht.

Trifft Sie solche Kritik?

Nein, überhaupt nicht. Ich weiß, welche Musik ich machen will, und ich weiß, was ich kann.

Warum hat sich Dieter Bohlen von Ihnen getrennt?

Er von mir? Ich habe mich von ihm getrennt! Die Arbeit mit Dieter Bohlen ist ziemlich unangenehm.

Inwiefern?

Es macht einfach keinen Spaß. Wenn ich ins Studio gehe, will ich mitbestimmen, was mit meiner Musik passiert.

Und Dieter Bohlen lässt nicht mit sich reden?

Genau. Der produziert doch Songs wie am Fließband. Dieter will immer nur eins: rein, raus, fertig.

Interview: Tobias Schmitz

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