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20. Februar 2002, 18:47 Uhr

Fabrice Morvan

Er war die eine Hälfte des Duos Milli Vanilli. Mit dem Song »Girl You Know It's True« gewann es 1990 den Grammy - und sorgte für den größten Skandal der Pop-Geschichte.

Fabrice Morvan in Joseph's Cafe in Hollywood© Jonas Mohr

Er war die eine Hälfte des Duos Milli Vanilli. Mit dem Song »Girl You Know It's True« gewann es 1990 den Grammy - und sorgte für den größten Skandal der Pop-Geschichte.

Zur Person:

Fabrice Morvan lebt als Single in L.A. und arbeitet an seinem Comeback. Seinen Lebensunterhalt verdient der 35-Jährige als Französischlehrer und Radio-DJ. Der Sohn eines Pariser Architekten war mit 18 Jahren nach München gekommen, traf dort auf Rob Pilatus. Von 1988 an waren die beiden »Milli Vanilli« hocherfolgreich in Deutschland und den USA. Nach dem Geständnis von Produzent Frank Farian, die beiden hätten nur die Lippen bewegt, anstatt zu singen, mussten sie ihren Grammy zurückgeben. Rob Pilatus starb mit 32 Jahren an einer Überdosis Tabletten und Alkohol

Für Ihre Playback-Darbietungen bekamen Sie 1990 sogar den »Grammy«. Hatten Sie nie ein schlechtes Gewissen?

Ein sehr schlechtes sogar. Aber Rob und ich hatten keine Chance, etwas zu ändern. Ich war 18 Jahre alt, als ich nach München kam, hatte kaum Geld und träumte von einer Model- oder Musikkarriere. Dann trafen wir Farian. Der legte uns einen Künstlervertrag und 1500 Mark auf den Tisch. Da haben wir unterschrieben. Farian war ziemlich bekannt in der Branche, hatte ja schon Bands wie Boney M. zum Erfolg geführt. Wir dachten: Das ist unsere Chance, jetzt werden wir PopStars. Allerdings war uns nicht wirklich klar, was wir da unterschrieben hatten, ich sprach ja auch kein Wort Deutsch.

Was stand denn in dem Vertrag?

Farian hatte gesagt, er wolle uns groß rausbringen. Da glaubten wir natürlich, dass wir nun in ein Studio gehen und Songs aufnehmen würden. Stattdessen hat uns Farian fertige Songs vorgelegt, zu denen wir auf der Bühne die Lippen bewegen sollten. Als wir protestierten, hielt er uns den Vertrag unter die Nase. Darin stand, dass wir nicht selbst singen würden.

Und das ließen Sie sich gefallen?

Mit teuren Klamotten und jeder Art von Luxus hat man uns bei Laune gehalten. Wenn wir Farian auf das Gesangsthema ansprachen, drohte er, uns rauszuschmeißen. Wir hätten sicher auch den Vorschuss zurückzahlen müssen, aber das Geld hatten wir doch schon ausgegeben.

 
 
 
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