. .
Leute - Stars und Promis
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
15. Juni 2001, 09:57 Uhr

Johanna Die Wahnsinnige

Die Königin von Kastilien empfängt nur selten Besuch in der Festung von Tordesillas, wo sie seit 46 Jahren zurückgezogen lebt

Die Königin von Kastilien empfängt nur selten Besuch in der Festung von Tordesillas, wo sie seit 46 Jahren zurückgezogen lebt STERN: Euer Majestät, es war nicht leicht, zu Euch vorgelassen zu werden.

JOHANNA: Erstaunlich, dass es Euch überhaupt gelungen ist. Man hält mich gefangen. Claro - die Welt soll nicht erfahren, dass ich bei wachem Verstand bin. Offiziell hat man mich ja für irre erklärt. 'Juana la Loca' nennt man mich draußen.

STERN: Dabei scheint Ihr geistig recht klar.

JOHANNA: Genau. Nichts als Verschwörung: Meine eigene Familie hat mich aus dem Weg geschafft, um sich mein Königreich unter den Nagel zu reißen.

STERN: Wie das?

JOHANNA: Zu spät ging mir auf, dass alle es immer nur auf mein mütterliches Erbe Kastilien abgesehen hatten - mein Ehemann Philipp der Schöne von Burgund, mein Vater Ferdinand von Aragonien, schließlich sogar mein Sohn, Kaiser Karl V.

STERN: Aber liebtet Ihr Philipp nicht hingebungsvoll? Mal ehrlich, sein plötzlicher Tod vor fast fünfzig Jahren hat Euch schon ziemlich aus der Bahn geworfen: Über ein Jahr lang seid Ihr mit dem Sarg durchs Land gezogen.

JOHANNA: Reisende Leichen sind doch nichts Ungewöhnliches! Schon meine Mutter Isabella hatte auf dem Totenbett verfügt, durch ganz Kastilien getragen zu werden. Und Philipp wollte nun mal partout in Granada begraben werden. Etwas chaotisch wurde der Leichenzug nur, weil wir vor der Pest fliehen mußten.

STERN: Aber diese ständigen Sargöffnungen - recht makaber der Gedanke, daß Ihr zu Euerm Gemahl unter den Sargdeckel gekrochen seid.

JOHANNA: Üble Nachrede! Glaubt Ihr wirklich, es hat mir Lust bereitet, Philipp verwesen zu sehen? Und dann der Gestank! Allerdings war es meine Pflicht, immer wieder nachzuschauen, ob uns die königliche Leiche abhanden gekommen ist. Nicht auszudenken, wenn man sie gestohlen oder vertauscht hätte.

 
 
MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft