Mit Schlagern wie "Mendocino", "Barfuß im Regen" oder "Tränen lügen nicht" war er einer der erfolgreichsten Musiker der 70er Jahre und Dauergast in allen "Hitparade"-Sendungen.

Michael Holm, 64, mit "Mozart" am Rande seines Reiterhofes Gut Schörghof nahe Weilheim in Oberbayern© Stefan Pielow
Nein, aber ich habe in der Früh geschaut, ob die Gäste zufrieden sind.
Na, die Pferde. Wir haben auf dem Hof nur zwei eigene Pferde, die anderen 26 sind Gäste, und um die kümmern wir uns.
Meine Frau und ich sind am Anfang unserer Beziehung viel ausgeritten und hatten den Wunsch, mit unseren Kindern und vielen Tieren auf dem Land zu leben. Die Natur gibt mir Kraft und Ruhe.
Als ich meine erste Platte aufnahm, ging ich noch in Erlangen aufs Gymnasium; ich wäre von der Schule geflogen, wenn das rausgekommen wäre. So musste ich unter einem anderen Namen verschwinden. Der sollte völlig normal sein. "Roy Black" oder "Jack White" heißt ja niemand wirklich.
Genau, aber dafür ist meine Frau zuständig. Da hat sie ihre Freude dran.
Klar, das ist eigentlich ihr Kosename. Den Trecker hat sie so getauft, weil sie als Einzige damit umgehen kann. Einen Teich haben wir übrigens auch - den Bimbi-See.
Das ist die Instrumentalmusik, die ich seit den Achtzigern produziere, Chill-out würde man heute sagen. Cusco ist aus der Indianersprache und bedeutet Nabel. Die Inka haben sich als Nabel der Welt empfunden - und deshalb ihre Hauptstadt so genannt.
Ich bin sieben Monate durch Südamerika gereist und habe meine Musik in Erinnerung an diese Zeit so genannt. Die Alben waren zunächst in Japan und Korea erfolgreich, später in den USA. Dreimal wurden sie für den Grammy nominiert, zuletzt vor drei Jahren.
Natürlich. Aber mein Kollege Ralph Siegel hat mal gesagt: Ich lasse mir meine Musik nicht verbieten. Und da hat er recht.
Machen Sie Witze? Das ist ein kleines Nest im Norden Kaliforniens. Als ich 1969 meinen Hit sang, wusste ich nicht mal, wo das lag. Heute leben dort Alt-Hippies. Ich kenne keinen – und mich kennt keiner.
Nein, oder vielleicht doch. Wenn ich an meine goldenen Satinanzüge denke, da sind die Leute fast erblindet.
Kann sein, dass sie aus einem meiner Lieder ist, aus einem weniger bedeutenden. Ist es so?
Das war 1977. Wir hatten vor allem ein leidenschaftliches Telefonverhältnis, da wünscht man sich als Mann mehr Nähe. Aber darunter leide ich nicht mehr. Davon habe ich kein graues Haar bekommen.
Ich fühle mich besser. Ganz einfach.
Die singe ich sowieso immer. Das macht jeder Künstler, der vernünftig ist.
Selbstverständlich. Udo Jürgens singt auch noch vom griechischen Wein. Ich verabschiede mich noch lange nicht, da müssen Sie mit dem Schlimmsten rechnen.
Interview: Carla Woter
Zur Person Michael Holm wurde 1943 mit Zwillingsschwester Mechthild in Stettin geboren; in Erlangen findet die Familie eine neue Heimat. Mit 15 gründet er die erste Band, nach dem Abitur studierte er zunächst Jura in Berlin. "Mendocino", Coverversion eines US-Schlagers, war 1969 sein erster Megaseller; es folgte eine ganze Reihe weiterer Hits. Holm arbeitet als Komponist, Musikverleger und Produzent, hat mehr als 800 Titel, unter anderem für Howard Carpendale, Peter Maffay, Mary Roos, France Gall, Roy Black und Drafi Deutscher, geschrieben. Holm ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder; die Familie lebt in Oberbayern.